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Liberales Judentum · 1917-11-01 · Heft 11-12 (November 1917) · p. Seite 110

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Journal
Liberales Judentum
Volume
9 (1917)
Issue
Heft 11-12 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 110 (sequence 6)
Language
German
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110 2. Arlegirrtenvrrsommlung der jüdisch-liberalen Jugendvereinr Rabb. Dr. Dienemann tritt im wesentlichen den Darlegungen des Dr. Goldmann bei. Der Religionsunterricht soll zwar nicht bewußt liberal, aber sozusagen naiv liberal erteilt werden, d. h. die Rinder dürfen nicht empfinde,;, daß sie nach einer bestimmten Parteirichtung unterrichtet werden. Daß ein liberaler teurer und Rabbiner gar nicht anders als nach seiner Ueberzeugung -unterrichten darf, ist selbstverständlich. t.achs: Fyr uns ist die« Hauptsache, wie wir praktisch an die schulentlassene fugend herankommen. Dem dient das Eintreten für . guten Religionsunterricht und für Ausgestaltung des Gottesdienstes; notwendig ist auch . die Schaffung eines Predigtgottesdienstes am Sonntag. Den Fragen der Berufsberatung ist ernste Aufmerksamkeit.zu schenken. Rege Mitarbeit der liberalen Rabbiner ist zu wünschen; sie halten sich unseren Bestrebungen Unbegreiflicherweise noch überwiegend fern. Ihr. Steinthal hält ebenfalls guten Religionsunterricht für unerläßlich. Er erörtert die besonderen Verhältnisse der Rabbiner. Dr. Breslauer: Die Debatte hat sich "zersplittert. Ls sind zu scheiden die Fragen, wie gewinnen die Zlis und wie gewinnt der jüdische Liberalismus die schulentlassene Jugend. Die erste Frage ist durch das Referat Hirschfeld im wesentlichen beantwortet, bis auf die noch zu erörternde praktische Frage der bei der Propaganda einzuschlagenden Wege, Hier mag der nächste Delegiertentag eingreifen. Die zweite Frage hat auf dieser Tagung nicht gelöst werden sollen und ist nicht gelöst worden. Soweit die 31* an ihr mitzuarbeiten.haben, d. i. insbesondere bei Ausgestaltung des Religionsunterrichts und Zugendgottesdienstes, muß eins^ erneute Erörterung und Beschlußfassung seitens der nächsten Delegiertenversammlung erfolgen. Nach einigerr Bemerkungen Simons behandelt der Referent im Schlußwort die verschiedenen erhobenen Einwürfe und zur Erörterung-gestellten--Fragen. Es werden folgende Entschließungen einstinrmig angenommen: „j. Antrgg Wald st ein: D er D elegiertent<Vg nimmt vonden Ausführungen desHerrnReferenten mit allem Dank für seine Wegweisung zur Gewinnung der Jugend für die jüdisch-liberale Anschauung und Bewegung Kennt* nis. Er empfiehlt den der Arbeitsgemeinschaft angeschlossenen Vereinen die Beschreitung, Festhaltung und den Ausbau der vom Herrn Referenten gezeichneten Wege. 2. Antrag Dr. Breslauer: Der Delegiertentag erachtet auf Grund der Ergebnisse des Referats Hirschfeld und der Aussprache als wichtigsten Arbeitsstoff für die Zukunft die Lösung folgender Fragen: al welche Forderungen stellen wir hinsichtlich des Religionsunterrichtes-an die jüdisch-liberalen Gemeindeverwaltungen und Lehrkräfte? b) welche Forderungen stellen wir hinsichtlich des Zugendgot- Lesdienstes an die jüdisch-liberalen Gemeindeverwaltungen und Rabbiner? 3. Antrag Lachs: Der Delegiertentag stellt mit Bedauern fest, daß bisher nur vier jüdisch-liberale Zugendvereins in Deutschland bestehen, obwohl sechzig liberale Rabbiner, die auf dem Boden des Programms der liberalen Vereinigung stehen, in fast ebenso vielen Gemeindenwirken. Er richtet anden liberalen Rabbinerverband die dringende Bitte, der Gründung liberaler Zugendvereine ein Hauptaugenmerk zuzuwenden und dem liberalen Judentum so den Nachwuchs zu sichern, dessen es dringend benötigt." VI. Es folgt die Erörterung des zweiten Antrages Breslau, betr. Herausgabe von Werbeschriften (Punkt- $ der Tagesordnung) Der Vorsitzende teilt mit, daß die liberale Vereinigung den,nächst ihrerseits Werbeschriften herausgeben wird. °Bayer weist darauf hin, daß eine populäre Agitationsschrift fehlt. Dr. Goldman,, verlangt ebenfalls eine kurze Schrift, 8—IO Seiten lang zur Aufklärung und Propaganda.

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