Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 9 (1917)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- Seite 107 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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2. Aelegiertenvrrsamrnlrmg der füLisch-librralrn IuZendverrinr 107 sehr gering bezeichnet worden, so sehr er persönlich für diesen Gedanken eintrete. Die Versammlung stellt mit Befriedigung fest, daß damit J>en 3li die volle Aktionsfreiheit gewahrt bleibt. VII. Außerhalb der Tagesordnung wird beschlossen, die Auslagen des Delegierten des Hamburger 3li der besonderen Verhältnisse halber auf die andern drei Vereine anteilig zu übernehmen. Schluß der Sitzung \03A Uhr. 2. Sitzung, Sonntag, den \%. Oktober in der Spinoza-Loge. . Der Vorsitzende eröffnet um IO1/* Uhr die Sitzung und begrüßt die Anwesenden, insbesondere die erschienenen Ehrenmitglieder des Breslauer Ili, den Vertreter der Vereinigung für das liberale Judentum, Herrn Sanitätsrat Dr. Reich und die erschienenen Mitglieder der Ortsgruppe Breslau der liberalen Vereinigung. Sanitätsrat Dr. Reich und Berger-Brestan begrüßen die D?l6giertppr>t>yfmn.Vüi ig. Der Vorsitzende dankt; auf seine Anregung beschließt die Versammlung die Absenkung einer Depesche an den Vorsitzenden der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland, Iustizrat Breslauer-Berlin. I. Zu Punkt 1 der Tagesordnung erstattet fjcrr Lohn den Tätigkeitsbericht. Der Ili Berlin veranstaltete seit Beginn des Sommersemesters 6 Vorträge, der Ili Posen 3 Vorträge, eine Purimfeier, 2 gemeinsame Ausflüge; er .hatte außerdem im Sommer eine Diskussionsabteilung, neuerdings unter Leitung des Rabbiners Dr. Steinthal eine Bibelgruppe in reger Tätigkeit. Der 3Ii Breslau hielt außer gut besuchten Leseabenden 6 Versammlungen ab, veranstaltete eine purimfeicr und Zusainnrenkünfte in Scheitnig. Tr gab monatlich erscheinende Vereinsberichte heraus, widmete sich Ocv Ausgestaltung seiner Bibliothek und der pflege brieflichen Verkehrs mit seinen im Felde stehenden Mitgliedern. j Der Bericht wurde ohne Debatte zur lj Kenntnis genommen. '| II. Außerhalb der Tagesordj nnng begrüßt der Vorsitzende den inzwischen erschienenen Vertreter Lss liberalen Rabbinerverbandes, Rabb. Du. Dienemann-Ratibor. Tr betont die Notwendigkeit eines engeren Zusanrmenarbeitens nwt dem Rabbinat, sowohl im 3nteresse einer Heranziehung positiv religiösen Nachwuchses als auch im 3nteresse der Rabbiner, die sich mit den geistigen und seelischen Strömungen gerade der 3ugend ihrer Gemeinden in mnigem Einvernehmen halten niüßten. Rabb, Dr. Dienemanri antwortet in ähnlichem Sinne. III. Zu Punkt 2 der Tagesordnung berichtet der Ersitzende über die in der bereits erwähnten Konferenz mit Dr. Apfel besprochene verstLndigungsgemeinschaft aller jüdischen 3ugenDvereine. Geplant ist eine lose Vereinigung, Äe in weiten Zwischenräumen zusarmnentritt. Bei diesen Gelegenheiten sollen sich die vechammelten über solche Punkte aussprechen, die sich zu gemeinschaftlicher Erörterung und eventuell zu gemeinsamem Auftreten nach außen bin eignen. Die Verhandlungen des Herrn Dr. Gipfel mit zionst'tfschen Zugendveveinen hatten das Lcgrbnis gehabt. daß darft gnmdsatzbch dnu plan einer verständigWigsgemeinschaft zustimmten und gewisse Punkte als geeignet zur gemeinschaftlichen Bearbeitung bezeichnet haben, so z. B. pflege der hebräischen Sprache, der leiblichen Ertüchtigung der fugend, der jüdischen IvUenschaft, Vertiefung der Kenntnisse in der jüdischen Geschichte, palästinasrage u. a. von unseren Vertretern wurde darauf hingerviese^ daß manche Punkte kaum geeignet erschein«, mancherlei wichtiges auf der andern Sette fehle. Trotzdem wurde die grundsätzliche Geneigtheit zum evtl. Beitritt zum Ausdruck gebracht. Der Berichterstatter ist der Meinung, daß man grundsätzlich sich nicht Gusschließen dürfe. Wenn auch bei der Divergenz über grundlegende Fragen vielleicht Mnächst das positive Ergebnis der geplanten Gemeinschaft nicht groß sein werde, dürfe man sich bei persönlicher Fühlungnahme zum mindesten eine Abschleifung der gehässigem persönlichen Angriffe versprechen. Auch würden manche im verborgenen schwebende Gegensätze klargesteslt und damit größere Wahrhaftigkeit der Erörterung und Klärung der Meinungen erzielt werden. Ob dann «auch eine verstän-; diaung über programmatische Punkte erzielt