Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 9 (1917)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- Seite 97 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Ar. Aalzbrrger: Rede zur Einweihung des EhrrntTWdhsfs 97 Und' dann, bedenken wir .noch eines: einmal, da wird ja alles enden, die Völker muffen sich finden und müssen wieder menschlich leben. Und diesen großen, schonen Tag, den Tag der Liebe und Versöhnung, bereiten wir ihn' heute schon vor. Bereitet ihn als Kämpfer vor und übt im Felde noch Erbarmen! Bereitet ihn als Menschen vor und denkt an aure Lieben draußen: wie die da draußen Liebe brauchen, wie ihnen da die Güte wohl tut! Bereitet ihn als Juden vor, als Irden, deren höchster Lag — versöhnungSKg bekanntlich heißt, als Juden, die wir luten sollen, wie jener Fromme uns gelehrt: „Sie mögen fluchen, segne Du!" Kecle zur Gnroeihung des Chrenfriedhofs und Denkmals zu La Mouriere, gehalten am 20. September 1917 oos Dr. Salzberger. Kameraden! Also grüßen uns die Toten: Ihr habt uirs kaum gekannt, wir aber kennen euch. Ihr seht uns nicht, wir schaun euch mit des Geistes klarem Auge,, und unser Ghr vernimmt ein jedes Wort. Lin Denkmal weiht ihr uns von Stein, daß es ein bleibend Denkmal eurer Liebe lei. So ehrt ihr uns und euch zugleich. Doch kalt. und tot wiedas Grab ist der Stein. Nur dem liebenden Gerzen wird er lebendiger Zeuge. Laßt uns nicht dem Tods. In eurem Kerzen wollen wir leben, und unser Geist, von Lrdenschuld und Schlacken gottbefreit, soll in euch wirken fort und fort. Bleibt treu! Wir haben sie mit dem Tode besiegelt, die Treue gegen Kaiser und Reich, gegen Volk und Vaterland. Damit ihr lebet, starben wir. Unsere Leiber waren sinkend und zuckend noch der wall, der Deutschlands Grenzen schützte. Bleibt treu der höchsten Pflicht, daß ihr vor unseren Gräbern nicht erröten müßt. Bleibt einig! Schulter an Schulter haben wir gekämpft gegen den gemeinsamen Feind, Bett an Bett auf hartem Schmerzenslager mit dem Tode gerungen, und als er kam, da fragt' er nicht, ob reich ob arm, ob Adel oder Bürger, ob Jude oder Thrist. Nackt, wie wir kamen aus der Mutter Schoß, nahnr uns der Schoß der Mutter Lrde auf, uns alle. Bleibt einig, deutsche Kameraden! Und bleibt gläubig! Was gab uns Mut und Kraft, audharren bis zuletzt? was war uns Trost noch in der Sterbestunde? Der Glaube war's, daß ein Gert nach weisem plane drs Leben gibt, das Leben nimmt um des Lebens der Gemeinschaft willen, daß Sein allein der Sieg und daß Lr ihn am Lnd? dem Volk verleiht, das in Demut unerschütterlich Seiner Gerechtigkeit vertraut. BläDt gläubig und vertrauend, wie lang der Kampf auch -währt! . Ihr Glücklichen, ihr noch atmet im rosigen Licht, dürft hchffen, das Lnde, den Sieg und die Geimkehu' zu schauen. Denkt einst im Glück an dieists Dorf auf Frankreichs Lrde, des Name schon an Sterben mahnt, und denket unsre. Saget dorten, ihr habet uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl. Aber Lrßt uns nicht hier zurück. Laßt uns nicht Lein Tode. Nehmt uns mit euch. In eure« Gerzen wollet: wir leben, und unser Geist der Treue, der Linigkeit und des Glaubens soll euch bauen helfen das neue schönre ßviedgesegnete Vaterland. Also grüßen uns die Toten, wir spüren ihren bsauch uns umuMern und gelobe,: ihnen in dieser Stunde Mid at: dieser Stätte, daß ihr Gruß, uns HMiges Vermächtnis, daß ihr' Wort durch uns zur Tat werde, Tat des Kampfs, Tat Les Sieas, Tat des Amen.