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Liberales Judentum · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · p. Seite 86

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Journal
Liberales Judentum
Volume
9 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
Seite 86 (sequence 14)
Language
German
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Mcherschau rezaddik beeraunatho jicbjeh (und der Geerbte lebt durch seine Treue) übersetzt:'denn?er Gerechte lebt seines Glaubens. Bedenkt man, daß auch diese Worte Habakuks, die für Luther bekanntlich von weittragender Bedeutung gewesen sind, und der grundlegende Satz Ulichas, wie.die oben angeführten Grundlehren von verschiedenen glaubensgcnosjischen Uebersetzern verschieden wiedergegeben werden, so begreift man, daß in der Versammlung zu Posen an die im Eingang. angeführten Worte der Satz angereiht werden konnte: „Damit (mit dem Unterricht im Hebräischen) wird auch der Grund gelegt zu der Erfüllung einer Seite der hehren Aufgabe, die der Satz des zweiten Buches Ulose enthält^ Und ihr sollt mir sein ein Reich von Priestern und ein heiliges Volk." LücKersdiau. Sruno Italiener. Von Heimat und Glauben. Kriegsbetrachtungen. H. £. Schlapp, Hof-! buchhandlung, Darmstadt {9(6. i Unter der immer mehr anschwellenden Kriegsliteratur ist die Zahl der Bücher, die wirklich (ms dem Empfinden des Soldaten geschrieben sind, nicht groß, denn viele von ihnen sind nicht im Felde entstanden. Italieners Büchlein aber zeugt davon, daß es der Verfasser verstanden hat, die Seele des Soldaten zu belauschen und so zu schreiben, daß jeder von uns das Gefühl hat: so würden wir es auch ausdrücken. Und so klingt ans seinen Worten auch immer die Tatsache heraus, daß -es hier an der Front unter den Kameraden kaum konfessionelle Gegensätze gibt, daß das Bewußt- I sein deutscher Soldat zu sein eben alles andere in den Schatten stellt. So sagt Italiener, als er ivon der Wirkung eines alten, frommen deutschen Liedes spricht: „wir waren in denr Augenblick alle in der Heimat, waren nicht evangelisch, nicht katholisch, nicht jüdisch; wir waren alle nur deutsch." Ulan .muß es so und so oft im Innersten erlebt haben, was uns der Verfasser von den „Soldatengräbern" erzählt, um sein Wort zu verstehen 7 HIedes Grab redet." -- Und was er von der Neujahrsfeier in der Kathedrale von Laon berichtet, das mag mancher .von. uns, an.den verschiedensten Plätzen dieses ausgedehnten Kriegstheaters empfunden und erlebt haben. von Liebesgaben spricht Italiener und von der Karneradschaft und dann von der Heimat. Kann nian das, was den Feldsoldaten bewegt, besser ansdrücken als mit den Worten?: „von der Heimat träumen wir alle. — Um der Heimat willen leben wir, um der Heimat willen, — wenn sein muß — sterben wir." Und auch die Betrachtung „wir müssen siegen" muß man immer wieder lesen — daheim und draußen, denn sie ist noch genau so treffend, wie sie es war als sie drei Wochen nach Kriegsbeginn niedergeschrieben wurde! Möchte Italieners Buch in vielen hunderttausenden von Exemplaren ins Feld hinausflattern und daheim überall gelesen werden von Christen und Juden! Möchte ihr Sanien tief in alle Gemüter dringen und ihnen "erzählen, was draußen empfunden und gedacht wird, dann wird sich vielleicht einmal Italieners Wunsch erfüllen und die Zeit kommen:: „da der Jude den Christen'wegen seines Verhaltens so nennen darf, wie David den Jonathan nennen durfte: Mein Bruder!" \ Dr. Willv Cohn (z. Zt. im Felde). J __ Arnold Zweig. Ritual m o r d i n U n g a r n. Jüdische Tragödie in 5 Aufzügen. Hvperionverlag Berlin. KL 2.60, in Leimvänd gebunden UI. 3.50. Der Dichter, der mit feinem Stoffe rang, unablässig, eine ganze Nacht, wie' Jakob mit dein Engel, mag das alte Wort des Archimedes gerufen haben: „Gib mir einen Punkt außerhalb der Erde, und ich will sie ans den

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