Mannheim
Compact Memory

Liberales Judentum · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · p. Seite 84

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
9 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
Seite 84 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/3126481-3126586-3126590--2273-3129117
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Air Bedeutung des Unterrichts im Sebruifchen o o o o geben und Jehova in den Text gesetzt, ^cnso verfuhren in ihren Uebersetzungen der ^fürstlich kemxtische geistliche geheime Rat rd Sofkaplan Dominikus von Brentano 7<)7) unö' Wilhelm Martin Leberecht de?ette ((809).! Mit „Ewiger" hat von deutschen pro-!stantischen Uebersetzern das Tetragrammaton eindringender Erkenntnis von dessen Beutung wiedergegeben Thristian Tarl Iosias -nsen. „Die Einführung des Namens Got- , als des Ewigen in die Bibelsprache der meinde," sagt er in der Einleitung zu seiem vollständigen Bibelwerk (5. XCI) „ist die Herstellung des der Gemeinde entzogenen oder «vermerkt abhanden gekommenen unterscheidenden Gottesbegriffes der Bibel . . . Daß pir^en Begriff des Seienden nur durch dieses Port der Gemeinde verständlich machen kön- Icn, erkannte auch 2Uofes Mendelssohn in nner Uebersetzung des Pentateuchs." Und ank jener Erkenntnis lautet bei Bunsen der lnfana des ersten Gebots: „Ich, der Ewige, in dein Gott" (wie bei Michaelis und Brenmo: ,^Ich, Jehova, bin dein Gott"), i Zur Begründung seiner Auffassung weist Dunsen an einer andern Stelle (S. LXXXIX)' (mf Exod. 5, (5—\5 mit den Worten hin: „was Inn bezeichnender, inhaltsschwerer und ehrrchtgebietender sein als Exod. 5, (5—(5? Ich n, der ich bin (d. h. der Seiende, der Ewige; i Urtext Ehjeh ich bin)". Auch dieser Satz: Ehjeh ascher ehjeh ird von glaubensgenössischen Uebersetzern r schieden wiedergegeben. Bei Mendelssohn utet er: Ich bin das Wesen, welches ewig : bei Arnheim (in der Zunzschen Bibel): ch werde sein> der ich bin; bei öerxheimer: Ich bin, der ich bin; bei j)hilippson: Ich werde sein, welcher ich werde sein; in der Bibel der israelitischen BibelanstaltIch werde ‘ein, welcher ich sein werde, in Auerbachs echul- und Sausbibel (wie bei Luther): Ich werde sein, der ich sein werde. Auerbach treibt aber sein philologisches Gewissen,, in . einer Anmerkung zu erklären: In der Ursprache: „Ehejeh-ascher-ehejeh,“ welches ebensowohl bedeutet: Ich bin, der ich bin; Ich werde sein, der ich' bin; Ich bin, der ich fein werde, hiermit deutet er an, daß der Satz kaum übertragbar ist, wie ihn denn witzenhausen und Sirsch unübersetzt gelassen haben. In Wahrheit verstehen kann den Satz eben nur der, der weiß, daß das Gebräische eigentlich nicht Zeitstufen (Gegenwart, Vergangenheit ulld Zukunft) durch das Verbum bezeichnet, sondern nur die Arten (die Abgeschlossenheit ulld die Dauer) der Sandlung (j)erfektum und Imperfektum), die in jede der drei Zeitsphären fallen können, wonach jener Satz auch bedeuten kann: Ich bin (ich werde sein), der ich war. Rur in Hallelu-ja (preiset den Ewigen), desserl zweiter Bestandteil eine Verkürzung des Gottcsnalnells ist, ist dieser wie der erste Teil in der Septuaginta (offenbar, weil das Wort als gottesdienstlicher Iubelruf allgemein bekalnlt war) unübersetzt geblieben, und zwar lautet es da Alleluja. In dieser Form erscheint es auch in der Vulgata, während Luther, des Verbums hallel eingedenk, das f> im Anlaut beibehalten hat. Welche Zallbergewalt das unverstandeile Alleluja auch über bedeutende Männer des Mittelalters ausgeübt hat, zeigt der Ausspruch Anselms von Tanterbur^, das Wort, arls der Sprache der Engel stammend, könne aus keiner menschlichen Sprache vollständig erklärt werden. Andre deuteten es solgendernraßell: Al-altissimuZ, le-Ievatus in cruce, lu-lugebant apostoli, ia-iam resurrexit; eine Deutung, die um so annehmbarer erschien, als Alleluja der Iubelruf besonders zur Gsterzeit war. Bekannt ist, daß das ja des dritten Alleluja, das sich an - einen bestimmten Teil der Messe, .das Oraduale, anschloß, in manlligfachen Tönen fortgesungen wurde, und daß zu diesell langgezogenen Melodien, die, weil sie dem Graduelle (oder dem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.