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Liberales Judentum · 1917-03-01 · Heft 3-4 (März 1917) · p. Seite 46

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Journal
Liberales Judentum
Volume
9 (1917)
Issue
Heft 3-4 (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
Seite 46 (sequence 22)
Language
German
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-1l) Ins der Jugendorwrgung rScn* v£bc^6c: „Die 'Organisation der indischen GeineinLe zu Berlin." Am 20. Dezember 19^6 fand eine Thanukahfeier statt, die ungefähr löO Uiitglicder irnd freunde des Vereins vereinigte. Pcrr pirschfcD machte Riitteilung über den ZusammcnsMrß der Ili von Berlin. Breslau, Pambuag, Posen. Nach einer vor-' bereitenden RorrMondenz zwischen dem Vorstand und dem Breslauer Verein hatte er diesen Lude Dezember besucht, und nach einigen Vorbereitungen traten am 28. Januar VOU die Delegierten der vier Vereine in Posen zusannnen. Soauft der Referent als die andern Delegierten des Vereins berichteten mit großer Befriedigung von der edlen Begeisterung, die auf der Posoner Tagung alle Teilnehmer, die Jingon wie die Alten erfaßt batte, und die hchfentlich reiche Früchte tragen wird. Oiiin Schlux rnachte . Porr Pirschfeld die Mitteilung, Laß an diesem Tage unser erster Vorsitzendar als Rabbiner nach Posen abgereist sei, und widmete ihm warme Worte der Anerkennung, mit denen er die Wünsche verband, die'uns alle für sein ferneres wirken erfüllen. Für die Zukunft erwarten wir viel von einer rührigen Propaganda, als deren erstes Mitte! wir die Wiederaufnahme der Disknssionsabende aufshen. Nach diesem Tätigkeitsbericht gab Fränlein Schönberger den Rassenbericht, der den erfreulichen Bestund unserer Finanzen zeigte Ls wurde darauf die formelle Entlastung des Vorstandes und dcr Rafsiererin ausgesprochen An der nun folgenden Besprechung beteiligte sich ein großer Teil der Anwesenden. Als Lrgebrös kann etwa Folgendes festgestellt werden: Line Neuwahl des Vorstandes soll nicht stattKnden, .dagegen eine Zuwahl dein verstand gestaltet werden. §r machte sofort von diesem Recht Gebrauch, und wählte Frau dluguste Roßentha!-Budwig zur Schriftführerin, Porrn Fritz Thovke . und Perrn Rechtsanwalt 'Prmrich Stern zu Beisitzern, denen besonders Äe Leitung der Propaganda übertragen wurde. Die pomburgrr Ingon-organifatio». (Nach einem Bericht auf der Tagung jüdischliberaler Ingendvereine in Posen.) Unter dem Lmflnß des für die liberale Idee rührig tätigen jetzigen 'Landesrabbiners in Braunschweig, Dr. Paul Rieger wurde die pamburgeo Jugendorganisation im Februar (912 gegründet Zunächst wurden Disknssioniabende v' ranstaltot, in welchen die Rtttglieder durch Behandlung religiöser und geschichtlicher Themata sich mit dem ^positiven Juden? tum vertraut machten. So veranltaltete mau im ersten Jahre einen vortragszvklus über die jüdischen Feste. . Unter Führung des Perrn Dr. Rieger gelang es, eine Reihe von jungen Leuten so weit zu bringen, daß sie in öffentlichen versannnlungen anderer Vereine .zu einer kleinen Scher liberaler Redner wurden; mich wurden von der Jugendorganisation einige öffentliche Abende veranstaltet. Diese letzteren, an denen teilweise auswärtige Referenten sprachen, es seien hier Perr Rektor Gombrich- Nr rnberg und Perr Dr. Wertbeim-Berlin genannt, waren, aber nicht das Wesentliche der Tätigkeit des jungen Vereins. Unsere Pauptanfgabe war und blieb das Arbeiten an uns selbst. Um uns mit dem Judentum immer bekannter zu machen, referierten und diskutierten wir über die „Volksschriften über die jüdische Religion", die Pcrr Rabbiner Dr. Ziegler- Rärlsbad erscheinen ließ, und wir hatten bald die Genngtuug, den Rreis unserer regelmäßigen Zuhörer immer größer werden zu sehen. Greifbar sahen wir Ibk' Werbekraft des liberalen Judentums unter den bis dahin indifferenten jungen Damen und Perron und frentcn uns, dem' Judentum auf diese Weise abbröckelndc Teile neu zuzuführen. .'Linen großen Teil unseres Mitgliederstannnes umschloß bald ein festes Freundsclxaftsband, das seinen Ausdruck in einem angenehmen gesellschaftlichen Verkehr fand. Unvergeßlich für alle Zeiten wird mir die. letzte Pessachfeier vor dein Rriege sein, die uns im Pause dreier zu uns gehörender Brüder beschiedcn war, und die wir ganz irr liberaler Form nach Dr. Seligmanns Paggadah abhielten. Ls scheint fast, als wäre jenes Fest die letzte Rrökmng unserer langengemeinsamen Arbeit gewesen, denn wir sind nie wieder so alle znfammengekommen.

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