Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 9 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- Seite 47 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Lcr Jugendbewegung - . 47 *- -- - —-.. - - ■— - - ... — KTitteii in uh|clvh schönsten Hoffnungen überraschte uns der Krieg, der uns plötzlich alle auseinanderriß. Unser Vereinsvorstand sab sich zunächst ge,iötigt, die Art der Tätigkeit ganz umzngeftalten. wir hielten Sonntag vormittags tleine Feiern ab, jene „Lrnsten Stunden", von denen Sie im Vereinsblatt gelesen haben werden. Ls wurden unter Ulitwirkung des Tcmpelchors unter Leitung unseres verrn l^enle religiöse 2llusikstücke aufgcführt, lö^mburger Schauspieler trugen Psalmen oder religiöse Dichtungen vor, und im Alittelpunkt der Veranstaltung stand jedesmal ein Vortrag; so hatten wir z. 23. die Freude, unseren verehrten Verrn Dr. Seligmann bei uns sprechen zu hören. Was nach idem Kriege wird — wir wissen es nicht. Aber tun werden wir, wasin unseren Kräften steht. Ls ist uns schon einmal gelungert, der Idee des liberalen Judentums unter vainbnrgs fugend Boden zu gewinnen, und wir werden alles.daran setzen, daß dieses Feld uns nicht wieder verloren geht, sondern dag die jüdisch-liberale Jugendorganisation es recht bald wieder bebauen kann — zum Segen unseres liberalen Gedankens und zur Lhre des Bekenntnisses unserer Väter, unseres heißgeliebten, göttlichen Judentums! - George Götz. Jüdisch-Liberaler Jugendverriu za Breslau. Jahresbericht 1916. beider kann ich ttieinen Bericht nicht beginnen, ohne der traurigen Pflicht genügt zu haben, der drei Vereinsbrüder wehmatsvoll zu gedenken, die im vergangenen Jahre für unser Vaterland gefallet: sind. Den Veldentod starben die verren Vizewachtmeister Baumgart, Kriegsfreiwilliger Bergmann und Jäger Malter Tichauer. Mir haben an ihnen treue Anhänger unserer jüdisch, liberaler Ideale verloren und werden uns ihrer stets in aufrichtiger' Trauer erinnern. wenn das äußere Zeichen für das Aufblühen eines Vereins das Wachsen seiner Alitg.liederzahl ist, so können wir uns rühttten, Inen großen Schritt vorwärts getan zu haben. _\m Laufe des Jahres erfolgten 82 Neuaufnahmen, sodaß wir jetzt 502 2Kitglieder zählen, 250 ordentliche und 72 außerordentliche eavon sind 77'weibliche und 225 männliche Außerdem haben wir 25 auswärtige Autglieder. Im verflosseiten Vereinsjahr hielten wir folgende Veranstaltungen ab,dieeinen durchschnittlichen Besuch von 65 Personen brachten. 1. Am 1.5. Februar $16 Vortrag des verrn Iustizrat Joel, Llreslan, über: „Molche Lehren können wir aus der preußischen Gesetzgebung über die Rechtsverhältnisse der Juden bei dem inneren Ausbau des religiösen Lebens unserer Glaubensgemeinschaft ziehen"? \ 2. 2lm \. 2Närz $\6 Vortrag von bserrn 22abb. Dr. Goldmann, Oppeln, über : > „Die Notwendigkeit des Gleichberechtigungskampfes." ' 5. Am $. 2Närz Vortrag des verrn Fürstl. Archivar Dr. Zivier, s)leß, über: . „22asse und Iudentuni", . an diesen Vortrag schloß sich anläßlich des - ’ j?nrimfestes ein gemütliches Beisammensein. 4. Am sh 2lprib$l6 Vortrag der Frau . Kgl. Amtsrat fjcpiier, Gnttentag, und des verrn Sanitätsrat Dr. 22eich, Breslau, über: „Lmil Lehmann als Lehrer der Iudenheit und Führer der jüdischen Jugend." 5. Am 7. 2luri $16 7lnsxrache von öerrn Professor Dr. Wohlauer, und Vortrag des verrn Iustizrat Peiser, Breslau, über das Thema: ch. „Aus der Verwaltung der Breslauer Synagogengemeinde." v 6. Äm 12. September Vortrag von Herrn 22abbiner Dr. Berger, Görlitz, über: - " „Der Wille zmn Judentum — eine Schöpfnng.des Krieges." 7. Am F0. Oktober $$ Vortrag des 7 Herrn Iustizrat Breslauer, Breslau, über: „Der Kainpf der preußischen Juden üms Recht bis f8f2." 8. Am 24. Oktober $16 Vortrag von Herrn Linil Waldstein, Breslau, über: „Aus den jüdischen Lebensverbältnissen." 2Tlit unserem 9. Vereinsabend beginnt der erste Vortragszyklus unseres Vereins, den unser rastloser Führer, Herr Rabbiner Dr. Goldmann übernommen hat, und dessen glänzender 23esuch zeigt, daß wir damit dem Wunsche einer großen Anzahl von Atitglie- . dern entgegengekommen sind. . 7 , Am 8. November sprach Herr 22abbiner Dr. Goldmann über: „Religionsphilosoxhie"^ . das erste Thema der vortragsfolae: > -