Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 9 (1917)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3126481-3126586-3126587--2206-3129047- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
20 a o o Aus der Jugendbewegung freier (iid^torxt'ctbc durch D. Kanter IDarteit' beraer und eine tiefdurckdachte Festansprache des Ix'rni Rabbiner Dr. Goldmann) folgte eine sehr beifällig aufsenommene Begrüßungsansprache des Dorfiicnm Trich Bayer, hierauf folgte der gefällige Teil der Veranstaltung und nahm gleichfalls einen glänzenden Derlauf. - Unser Threnmitglied 3- K: Berger brachte mit vielem Temperament ein Festlied tauf den um unseren Dererm besonders verdienten Kabb. Goldmann zum Dortrag. I^err Alfred Berger, der in vorbildlich opferwilliger und rühriger weife für unseren Derein 'tätig ist, toastierte auf die Ehrenmitglieder und den gleichfalls anwesenden Syndikus des Zentralvereins R. A. Dolländer, Berlin. Mit vorstehenden! bin ich der Aufforderung des Dorstandes nachgekonnnmen über die Feier im „Liber. Iudent." zu berichten. Richt ganz ohne Bedenken habe ich mich dieser Aufgabe unterzogem- Gaben wir jungen 3uden das Recht in nuferer wissenschaftlichen Zeitschrift Baum für die Darstellung unserer geselligen DeranstaltnnÄen zu beanspruchen? Änd doch ist vielleicht <Äk solch knapper -Bericht nicht nutzlos. Tr zeigt auch dem Fernstehenden, wie reich und unnfassend sich die Tätigkeit eines solchen Zngemdvereins gestalten kann und wie, wenn nur jeder auf dem Kosten ist, es 'nöglich ist, weite Kreise zur freudigen Mitarbeit an den jüdischem Dingen herawuüehen. selbstverständlich sind solche Thanukkahfeiern eben Feiertagsveranstaltungen, die die ernste werktagsarbcit unseres- Kreises zwar unterbrechen, aber nicht hemmien können. Darum habe ich es mit besonderer Freude begrüßt, daß unser hochverdientes Ehrenmitglied Herr San.-Rat Reich seine Ansprache auf einen durchaus ernsten Ton Kimmte und mit männlichen Worten, die wahrhaft ergreifend wirkten, auch auf die „Zudenstatistik" zu sprechen kam. Wenn jüngst Martin. Buber im „Juden^ schrieb, unsere Glaubensgenossen sollten das protestieren gegem diese Ulaßnahme — den „Aufrechten DeMschen" überlassen, so muß ich mir Vorbehalten, auf diesen eigenartigen, aber für dem deutschen Zionismus charakteristischen Ruf an anderer Stelle ausführlich znrückzukommLN. Soviel nur hier: wir jungen liberalen 3uden haben für diese Lösung keinerlei Derständnis. wir überlassen die Wahrnehmung unserer Rechte nicht anderen. sondern wir nehmen sie selbst in die Hand. Dieses: la ßt sie do ch z ähl en, sie haben ja imin er gezählt? dieses irüsser karre Irrisser aller auf den Antisemitismus übertragen, berührt uns wie ans einer änderen Welt längst entschwundenen.Ghettojndentmns. And so habe ich diese meiner Neigung so widerstreitende Aufgabe, über, ein Fest zu berichten, eigentlich nur übernommen, um bei dieser Gelegenheit festzustellen, daß wir liberalen Juden, so gewiß wir verstehen, jung, und fröhlich zu sein, die Ausgabe eines 3^ gendvereins nicht in Geselligkeit und Dergnügungen erschöpft sehen, wir sind Kämpfer.. Und wir lehnen ab jene Gleichgiltigkeit ja Gesinnungslosigkeit, welche sich oft hinter schönen Worten wie Objektivität und Neutralität verbirgt. Doch sei, um Mißverständnisse zu vernieiden, ausdrücklich hervorgehoben, daß der Breslauer Derein den Burgfrieden xeinlichst innehält und sich angesichts der durch den Krieg geschaffenen besonderen Lage auf die Deranftaltung religiös-wissenschaftlicher Dortraasabende beschränkt. Dadurch, daß sich an solche Dorträge regelmäßig eine Diskussion anschließt, werden die Mitglieder zur gewissenhaften Nachprüfung, aber auch zur schlagfertigen Dertretung ihrer persönlichen Auffassung erzogen, und es werden so ganze Mitstreiter herangebildet, die mit Liebe am 3udentuni hängen und von denen zu hoffen ist, daß sie einmal fähig sein werden, die Sache unserer Gemeinschaft auch nach außen hin wirksam zu vertreten. - Breslau. Dr. Trust Tmrl Schweitzer. Jüdisch-lidrrälrr Jugendverrin zu Sreslau. Mit unserem Leseabend am o\. Oktober haben wir unseren fortlaufenden Veranstaltungen eine neue ungegliedert, die unseren Mitgliedern für die vielseitigen 2lufgaben unserer Organisation ein tieferes Verständnis bringen soll. Unser stellvertretender Dorsitzender Herr Trich Bayer gab zunächst einleitend in kurzen Worten Zweck und Ziel dieser Abende an und erteilte dem Referenten Herrn Dr. phil. Nell-. Haus das Wort, der in längeren Ausführungen einen Ueberblick über die Tntstehung und den bisherigen Bestand unserer Bibliothek gab.