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Liberales Judentum · 1917-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1917) · p. Seite 14

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Journal
Liberales Judentum
Volume
9 (1917)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Unnd schau e o o o befahl und i'iofolbc emact^enb mit den in 23c* lracrl kommenden Gremien beraten und behandelt. Die Angelegemheit ist indessen noch nicht abgeschlossen. Lin Bericht über das definitive Ergebnis wird daher erst im nächsten Jahresbericht crstaLret werden können.! “>. Die vorjährige Generalversammlung bat ferner auf Grund cintcs Antrages der Ser-! rcn Dr. Ed. Baerwald und Iustizrat Dr. Ernst 2lncrbach beschlossen, an den Zentralverein Israelitischer Gemeindeglieder das Gesuchen zu richten, daß die Verhandlungen über die Feststellung des Entwurfes eines neuen Gemeindestatuts nunmehr schleunigst fortgesetzt und zum Abschluß gebracht werden sollen. Es ist weiter beschlossen worden, daß, wenn der Zentralverein die Sache weiter verzögere, nunmehr von unserem Verein selbständig bei der Regierung durch Einreichung unseres Entwurfes die geeigneten Schritte in die IVege geleitet werden sollen. Der Vorstand ist diesem Beschlüsse nachgefommen und hat infolgedessen wieder wahrend dieses ganzen Berichtsjahres v"d darüber hinaus fortgesetzte Verhandlungen gepflogen, beider haben dieselben kein positives Ergebnis gehabt. Ohne hier auf Einzelheiten eingehen p können, sei nur hervorgehoben, daß der Zentralverein zwei Forderungen auf [teilte, die in diametralem Gegensatz zu | einem früheren Verhalten standen und außerdem in gewissen Punkten eine vollkommene Knebelung der ttbera'.en Richtung bedeuteten. Es wurde nämlich verlangt, daß die Ritualkommission über die nichtgottesdienstlichen rituellen Anstalten der Gemeinde ein Aufsichtsrecht habe und daß sie „in Ausübung dieses Aufsichtsrechtes" je ein Mitglied in die Verwaltung des Friedhofs und Gerneindefpitals delegieren solle. Ferner wurde vom Zentralverein verlangt daß alle religiösen oder rituellen Fragen die sich auf orthodoxe, oder gemeinsame Institutionen beziehen, vom Gemeindevorstand dem mit Beaufsichtigung der rituellen Anstatten betrauten orthodoxen Gemeinderabbiner zur Begutachtung vorgelegt und gemäß dessen schriftlichen Gutachtens entschiedenwerden müßten. Durch diese Bestimmung sollten also für alle gemeinschaftlichen Institutionen die l.beralen Rabbiner einfach ausgeschaltet und die ganze Gemeinde sollte bedingungslos dem orthodoxen Gemeinderabbiner unterstellt, ja auch sogar der Gemeindevorstand in seinen Entschließungen von ihm abhängig gemacht werden. Innerhalb des Vorstandes des Freisinnigen Vereins wurde beschlossen, dem Zen-, tralverein für die Stellung des orthodoxen Gemeinderabbiners vorzuschlagen: „vor der Entscheidung ritueller oder religiöser Fragen hat der Gemeindevorstand, soweit orthodoxe Institutionen in Frage kommen, den orthodoxen Gemeinderabbiner, soweit gememsame Institutionen in Frage kommen, den orthodoxen und einen liberalen Gemeinderabbiner und soweit liberale Institutionen-in Frage kommen, einen liberalen Gemeinderabbiner vor seiner Entscheidung zu hören." Diese Entschließung wurde dem Zentralverein mitgeteilt, von demselben aber nach längeren Verhandlungen abgelehnt. Die Verhandlungen sind demnach als gescheitert anzusehen, und der Freisinnige Verein wird demgemäß, wie er dem Zentralverein bereits in einem früheren Stadium der Verhandlungen mitgeteilt hat, selbständig in dieser Angelegenheit vorgehen. 4. Von der übrigen Tätigkeit des Vereinsvorstandes un> Ausschusses, soweit sie nicht unmittelbar durch Beschlüsse der letzten Generalversammlung veranlaßt war, ist noch Folgendes zu berichten: a) Die Aemter im Vorstande und 2kusschusse wurden in der gleichen lVeise verteilt, wie im Vorjahre; nur wurde an Stelle des verstorbenen Herrn Isidor Drevfuß Herr Professor Gräfenberg zum stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses gewählt. ' d) Die Mitgliederwerbung wurde in beschränktem Umfange weiter betrieben, sie litt allerdings zum Teil darunter, daß unser Schriftführer, Herr Dr. Salfeld, zum Heere einberufen ist. Trotzdem gelang es, eine größere Anzahl neuer Mitglieder dem Vereine zuzuführen. Es sind ijn Taufe des Berichtsjahres ausgeschieden: 4 Mitglieder, darunter durch Tod f, während bis jetzt weitere 26 Mitglieder neu eingetreten sind; der Verein zählt unter Berücksichtigung der weiteren Ab- und Zugänge seit Schluß des Berichtsjahres, im ganzen 4£9 Mitglieder. c) Der Vorstand hatte weiterhin Gelegenheit sich mit Herrn Rabbiner Dr. Nobel auf dessen Anregung hin über die Frage zu unterhalten, ob, und evtl, in welcher Form die

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