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Liberales Judentum · 1917-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1917) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
9 (1917)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 „JuLenzühlnng", Gedicht von Henriette Fürth seren eigenen AirMn bebt, beider klinken { wir ja wie an Nclberheblichkeit in bezug ans unsere persönlichem Fähigkeiten und Leistungen, so an Unterschätzung unseres religiösen Gemeinguts. Die rechte Selbsterkenntnis, die das Urteil der Anderen und der vergleich mit ihnen uns lehrt, ist nicht der geringste Gewinn aus der Schule des Krieges.' Datz .unsere Denkkraft, unsere Nüchternheit, unser Fleiß und unsere ZuveMfsigkeit selbst bei weniger Wohlwollenden voAe tvnrdigung findet, wnß ten wir auch früher. „Denkende Soldaten brau chen wir", sagte imir gelegentlich einer Unter- | Haltung ein bekannter General, „und das sind Ihre Glaubensgenossen." Aber was vielen von uns eindringlich zu Gemüte geführt werden mußte, war, daß auch der tapferste Jude sich nur durch persönliche Bescheidenheit verbunden mit dem Stolz auf seinen Glauben die Achtung der Anderen erringt. Jedoch damit sind wir von der Lehre, in der der Urieg uns umlernen heißt, schon zu dem Zweiten und Bedeutenderen übergegangen, was die Schule des Lebens an uns bewirkt: zur Erziehung des Millens und Umbildung des Tharakters. IuäenräKIung. Weit dehnen sich des Ostens weite Steppen. Aus schwankem Atoorgrund greift der Tod empor. Lr lauert in der Sümpfe gift'gen Schleppen, Lr droht aus steilgetürmtcn Felsentrexpen Und brickt aus feigem Hinterhalt hervor. Dort stehen sic. Dort kämpfen unsere Brüder.' Dort kämpft auch manchen jüd'schen Vaters Sohn Und mancher jüd'schen Ututter Rind sank nieder Und kehrt ihr nimmermehr, kehrt niemals wieder. Gebt doch und zählt. S'ist leichter LNübe Lohn. Und wo im Westen die Rolonneu wandern. Aus tausend Feuerschlünden bricht der Tod, Da stehn der Inden Söhne mit den andern. Dort an der Somme, der Anore und in Flandern, Und alle, alle teilen gleiche Not. Geht doch und zählt sie. Zählt auch die begraben Und die verkrüppelt dieser grause Rrieg. Geht hin und zählt. Sollt unsre Hilfe haben Zum Zählen auch der jüd'schen milden Gaben Und jüd'schen Streiter für den innern Sieg. Wir lieben unser Land, der Heimat Gauen. Wir nennen Deutsche uns, weil deutsch wir sind. Und Lieb' um Lieb', vertrauen um Vertrauen So wollten wir mit euch die Zukunft bauen §iu -einig Volk. Des ein'gen Deutschlands Rind.

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