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Liberales Judentum · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. Seite 135

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Journal
Liberales Judentum
Volume
8 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Date
1916-11-01
Page
Seite 135 (sequence 15)
Language
German
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Ludwig Geiger: Leopold Zun; und Abraham Geiger 135 wird sich schon ausbilden, wenn auch nicht a la Tarjag (Hinweis «mf das bekannte Treizenachsche Werk). Ich habe ernstlich im Sinne, Wolfii biblioth. als Iudaica herauszugeben." Die Freude über Zunz Beiträge und die Zufriedenheit mit seinen Zuschriften spricht sich aus in Geigers Brief an M. A. Stern, 3\. MHärz 1836, Nachgel. Schr. V. 5. 87: - Am 5(. Juli 1836 schickte Zunz Nachträge zu Ioab und schrieb: „Er möge Delitzsch freundlich antworten. Zu der biblioth. judaica werde ich mich ganz besonders ausrüsten. Empfehlung der veitschen Bibel. Gewisse Leute werden als Gegner derselben auftreten, weil ich an der Spitze stehe und zufällig mit Salomon konkurriere." In einem ferneren Briefe vom 28. November '1836 heißt es: „Für alles bisher Gedruckte einzusenden an - Veit & Go. 20 Th.; für alles fernere a) den Bogen zu 10 Th. Gold, b) Freiexemplar des Bandes, c) 2 besondere Abzüge. — Welche Unterstützung ist für eine biblioth. judaica zu erwarten? Er sollte seine Zeitschrift in eine pünktlich erscheinende Ouartalsschrift verwandeln, Hier interessiert man sich nicht für einen neuen Raw. 7. Munks Rezension ist arrsgeblieben, Rießer schweigt." Der nächste Brief ist nach längerer Pause vom 12. Januar 1838. Die mit diesem Schreiben übersendeten Analekten 6 und 7 wurden erst in Band 1 der Zeitschrift aufgenommen. Das Brücksche Buch „Rabbinische Zeremonialgebräuche" ist von Geiger angezeigt in der Zeitschrift Band 3, S. ^(3 ff. Daselbst findet sich S. 1(0—117 eine Besprechung des 5. Kapitels der gottesdienstlichen -Vorträge, S. 388—3H0 eine Besprechung des 21. Kapitels desselben Werkes. In dem genannten Briefe erneuert Zunz feine Bitte um Geld und schreibt: „Für ■f/s Eh. den Bogen kann ich solches nicht liefern." Er fährt fort: „Daß die Angriffe und das Schisma bei ihm, Treizenach und Brück mir nicht gefällt. Letzterem von mir zu danken für fein Buch. Ich fürchte zu sehr, mit ihm in den Text zu kommen. Ueber den Dank der Stuttgarter Israelitischen Kirchenbehörde und Dr. Maiers Brief. Ja Belohnung durch Juden! Hier foll ich ein Seminar leiten. Meine Analekten schon im nächsten Heft." Nach diesem Brief ist eine längere Pause, da sich Geiger von gerbst 1838 bis Ende 1839 in Berlin aufhielt. Gerade dieser Berliner Aufenthalt ist für die Gestaltung des Verhältnisses beider Männer ungemein in- Iteressant. Bisher hatte in diesem das persönliche gefehlt. Geiger .sah zu Zunz verehrungsvoll als zu dem Meister auf. Zunz betrachtete den jüngeren Forscher (denn es bestand zwischen ihnen ein Altersunterschied von 16 Jahren) als einen hoffnungsvollen Mann; doch hielt er ihm gegenüber mit tadelnden Bemerkungen nicht zurück, sprach auch anderen gegenüber von der Zeitschrift nicht immer mit Anerkennung und lehnte die schon erwähnte Fakultätsangelegenheit geradezu ab. So schrieb er an Isler am 7. Februar 1838: „Ich halte nichts von der Fakultät, darum sage ich nichts darüber. Doch soll er sich durch mich nicht irre machen lassen. Die französischen Konsistorien sind bloß administrative Behörden. Ein Schisma wäre das größte Mbel; eine Behörde a la Hirsch ebenso schlecht. Ein Professor ohne Einfluß ist nichts." Daß das Verhältnis von Zunz zu Abraham Geiger sich in den Jahren 1838 und 39 besonders herzlich gestaltete, — es dauerte auch in den nächsten Jahren an, bis durch Zunz' Eintreten , für orthodoxe Gebräuche eine Spannung, ja geradezu Trennung erfolgte — ist zunächst allerdings der bezwingenden Liebeswürdigkeit Geigers zuzuschreiben, die selbst Kühle und Wider-

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