Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 8 (1916)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1916)
- Date
- 1916-11-01
- Page
- Seite 134 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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134 LudWlg Geiger: Fespold Zun? und Abraham Geiger - •'. Der Brief, den Zunz am 18. November erhielt, ist nicht bekannt. Der Tod Mendelsfohn-Bartholdys, des Stadtrats in Berlin, des Vaters des Komponisten, wird in der Wissenschaftlichen Zeitschrift, Band 2, S. $7 mit Teilnahme erwähnt. — Unter B. Auerbach ist nicht der berühmte -Schriftsteller Berthold A. zu verstehen, obgleich sich Zunz in seinen vertrauten Briefen damals ziemlich abfällig über den Genannten äußerte, weil er an dessen Beharren am Judentum zweifelte (er. wurde erst später durch B. Beer zu einer besseren Meinung über B. Auerbach 'gebracht), sondern entweder ist der Darmstädter Rabbiner B. Ls. Auerbach oder, was wahrscheinlicher ist, der Berliner Baruch Auerbach gemeint. Ueber den letzteren findet sich ein großer Bericht in der wissenschaftlichen Zeitschrift, Bänd 2, S. %33 ff., auch eine jNotiz S. ^50. wenige Wochen nach diesem Briefe folgte ein ferneres Schreiben von Zunz am 22. Februar 1836. Die gelehrten Notizen aus diesem Briefe, der einen Nachtrag am 22. März erhielt, können hier nicht mitgeteilt werden, da sie nur ein sehr kleines Publikum interessieren dürften. Das übrige lautet so: „Daß Munk Band II, S. 158 mich überflüssig berichtigt; er soll in Oxford studieren. Frankel geht nach Dresden, erhält 800 Th., worunter 170 von der Regierung, wiederholte Bitte um sorgfältigere Korrektur, Abzüge, Nachricht von dem Schicksal der Zeitschrift und Brief, wegen eines porto sollte man nicht auf jede geistige Verbindung verzichten. warum keine Beiträge von Iohlson. Kley, £et>i, Lippmann, Salomon, weil, (lauter Doktoren und Theologen). Glauben Sie nicht, was engherzige Neider etwa über mich berichten. . . . Außer George haben auch Bohlen und vatke manche meiner Resultate adoptiert. Delitzsch kenne ich nicht. Er möchte keine Noten zu den Analekten machen. -— Ueber alles hier (in präg) vorgefallene schweige ich, für jetzt. — Mit welchen literarischen Arbeiten sich gegenwärtig Dr. Jost befaßt." Soweit ich sehen kann, hat Geiger nur eine Anmerkung zu den ersten Analekten gemacht, wissenschaftliche Zeitschrift, iBanh II, S. 1(05. In den Handexemplaren meines Vaters dagegen finden sich bei Text und Anmerkungen der Zunzschen Ausführungen sehr zahlreiche Zusätze. Merkwürdiger als das, was Zun; schreibt, ist das, was er verschweigt. Die Wissenschaft!. Zeitschr. Band II, begann mit dem epochemachenden Aufsatz „Die Gründung einer Jüdisch-Theologischen Fakultät, ein dringendes Bedürfnis unserer Zeit", S. 1—21, einem Aufsatz, der auch als Broschüre verbreitet würde. Bekanntlich nahm £udwig philixpson den Gedanken auf, war in seiner Anregung zu Sammlungen für diesen Zweck glücklich und brachte Gelder zusammen. Das Schweigen von Zunz erklärt sich daraus, daß er solchen hochfliegenden Bestrebungen, so sehr sie seinen eigenen Anschauungen entsprechen mußten — skeptisch gegenüber stand. Dies ergibt sich namentlich aus Zunz' Briefen an pH. Ehrenberg und M. Isler,' deren Enthusiasmus für diese Fakultätangelegenheit er dämpfte. In einem folgenden Briefe v. 5. Mäi 1856 schickte Zunz Analekten Nr. 5 Ioab (gedruckt in der Wissenschastl. Zeitschr. Band II, S. 39—58, zu der gleichfalls in dem Handexemplar meines Vaters wichtige Berichtigungen und Zusätze beigefügt sind) und schrieb: , „Daß und wie Sachs hier angestellt ist. Ueber die Veitsche Bibel möchte er nichts sagen, aber über Herzfeld Inaugural-Disser-- tation und über die anderen jüdischen Zeitschriften, welches seiner Zeitschrift eine Suxeriorität und wissenschaftliche Unbefangenheit gibt. Er möge seine größeren Arbeiten nicht liegen lassen. Die Theologie