Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 8 (1916)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1916)
- Date
- 1916-11-01
- Page
- Seite 132 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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132 FuLwig Geiger: FrspslL Zun; und Kbraharn Geiger Die bisher bekannten Schriftstücke ge-, nügen wohl, um das Verhältnis der. beiden hochstehenden Männer zu begreifen. Doch ist es bei. der überragenden Bedeutung beider von allgemeinem Interesse, noch mehr zu erfahren. 'Freilich ist es nicht möglich, die Briefe von Zunz ihrem Wortlaute nach mitzuteilen, da diese endgültig verloren sind. Daher muß es genügen, von den Konzepten oder richtiger Inhaltsangaben Runde zu geben, die Zunz in sein Briefbuch ausgenommen hat, wobei freilich zu bemerken und zu beklagen ist, daß dieses Verzeichnis nur für die Zeit vom 25. Oktober (832 bis etwa (850 erhallen ist. Trotz dieses fragmentarischen Zustandes ' kann man jedoch nach den oben gemachten Aufführungen sagen, daß dadurch ein Einblick . in die Hauptsächliche Korrespondenz gewährt . wird. i i Der erste Brief von Zunz ist vom Dezember und Januar 1(833. Die Notizen des Altmeisters lauten darüber so: „Lntschuldi- , gung, daß ich seinen Brief t>om 25. Ttpril (83( nicht beantwortet und Dank für das Buch („was hat Mohammed aus dem Judentum genommen"). Damals, Herbst (833, glaubte ich, er sei nicht mehx in Bonn, und da er Geheimhaltung des Briefes gefordert, fürchtete ich, ihm zu schaden, wenn der Brief in Unrechte Hände fiele. Ich ersuche um die Berichtigungen zu meinem werke („Gottesdienstliche Vorträge"), mache ihn aufmerksam auf die Stelle aus f)irke R. Elieser in meinem Buche S. 276 Anmerkung und erkläre mich bereitwillig, gn seiner Zeitschrift mitzuwirken. Er muß aber pünktlich honorieren und um tüchtige Mitarbeiter werben. Die Gründe, weshalb meine Zeitschrift nicht zum 2. Bande gelangt, sind nicht in Josts Geschichte zu finden. Ich füge über eine Seite Notata bei, die ich in mein Exemplar seines Buches eingetragen." Die Bemerkung über Jost ist spöttisch gemeint; Zunz war wenig einverstanden mit der Art, in der er iy Josts „Geschichte der Israeliten seit der Zeit der Makkabäer bis auf unsere Tage" behandelt worden war. Hervorzuheben ist ferner das Drängen auf anständige Bezahlung, das in den folgenden Briefen mehrfach hervortritt. Geiger antwortete am (2. August (83H, Nachgelassene Schriften, Bond 5, S. 82—8H. Er überübersandte eine Ankündigung der „Wissenschaftlichen Zeitschrift für jüdische Theologie" und bat 'erneut um Mitarbeit des verehrten Mannes. Dieser erwiderte am ((. Dezember (33^: „Daß Asher (bekannter Buchhändler in Berlin) drei Exemplare für mich bestellt -und fünf ä Londition. Es ist nicht gut, daß der Verleger für den ersten Band kein Honorar , zahlt. Anbei die Beurteilung der Gottesdienst-Ordnung der Synagoge im Weimarischen, die (833 Dezember, geschrieben ist, anonym im ersten Hefte aufzunehmen. Daß er die Anzeige über meines Buches Kapitel 5 für die Hallesche Ateraturzeitung schriebe. Er kann anzeigen die Herausgabe meines Buches hebräischer Übersetzung. Daß Johlson mich ganz vergessen. Daß ich den (5. d. M. meine Vorlesungen über das historische Verständnis der Psalmen beginne, was er mir zu schreiben durch Asher. Auf die literarischen Bemerkungen kann ich dieses Mal nichtantworten." Diese Beurteilung der weinkqrischen Synagogenordnung ist, wie man aus späteren Briefen ersieht, nicht erschienen. Daß Zunz mit ihr unzufrieden war, geht daraus hervor, daß er schon am 22. Dezember (833 an A. Thorin in Arad schrieb: „Urteil über den deutschen Gottesdienst in Weimar, Heß ist zu weit gegangen. Zwang taugt nichts." Ein weiteres Schreiben von Zunz erfolgte am 2% August (835. Die darüber enthaltenen Notizen lauten: „Daß Iohlsons Ermahnung, die Stelle in Frankfurt a. M. nicht anzunehmen, mir