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Liberales Judentum · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. Seite 131

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Journal
Liberales Judentum
Volume
8 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Date
1916-11-01
Page
Seite 131 (sequence 11)
Language
German
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Fudrvig Geiger : FespsLd Zun; und Abraham Geiger 131 daß du ihn für deine Gegenlieferungen auch tüchtig zahlen läßt, auch er ist za angewiesen, mancherlei Gegenstände, deren-er bedarf, van dir zu beziehen. Daher: „Vom 'Ausländer magst du Zins nehmen oder magst ihm Zins geben."bi) Zn diesem Sinne wird uns das Gebot 5. V. M. 23, 20—2\ verständlich, wir erleben es za jetzt selbst, daß Klagen über Wucher mit allen Lebensbedürfnissen auftreten, daß besondere Gesetze gegen den Kriegswucher erforderlich werden. Wir wissen, daß wir das Wenige, was wir aus Nachbarstaaten beziehen können, sehr teuer bezahlen müssen — wir müssen uns in diese Folgeerscheinung des Krieges fügen. Aber auch die Neutralen können diejenigen Artikel, die sie von uns beziehen müssen, gewiß' nicht zu Friedenspreisen erhalten. si) 23. 21. Der gesamte, vollständige Inhalt der 6 Kapitel ist im Vorstehenden behandelt. Nur dem Genie eines geistig überaus hochstehenden Mannes können solche Vorschriften schon vor Jahrtausenden entsprungen fein, eines Alarmes, der selbst schwere Kriegszeiten erlebt, der die bösen Begleitumstände und traurigen Folgeerscheinungen eines großen Krieges aufmerksamen Blickes erkannt und der diö Mittel und Wege zur Verhütung derselben gefunden hat. Die vorstehende Auffassung der 6 Kapitel wird zweifellos nicht allgemeinen Beifall finden. Der unbefangene Beurteiler mag prüfen, ob es wahrscheinlicher ist, daß ein inhaltlicher Zusammenhang besteht, als daß eine große Anzahl von Gesetzen, deren Inhalt von 'Ordnung und Sorgfalt bis ins Kleinste beherrscht ist, planlos und zusammenhanglos im bunten Durcheinander zusammengestellt ist. Leopold Zunz und Abraham Geiger. Von Cudroig Geiger. ls ich bald nach dem Tode meines Vaters daran ging, die Materialien für seine Lebensgeschichte zu sammeln, machte ich die traurige Erfahrung, daß viele Empfänger der Schreiben meines Vaters entweder gestorben oder, .wenn sie noch lebten, nicht mehr in der Lage waren, die Briefe auszüliefern. Eine Ausnahme machte Leopold Zunz, der seiner Gewohnheit nach, alle 'Briefe aufhob, daher noch die Briefe meines Vaters besaß, und wohl geordnet hatte und der sie mir in liebenswürdigster Weise zur Verfügung stellte. Ich konnte daher in dem Werke „Abraham Geigers Leben in Briefen", Berlin (878 (5. Band der „Nachgelassenen Schriften"), (5 Briefe meines Vaters an Zunz, hauptsächlich aus den Jahren ^83^—^5, ferner einige aus dem Jahre (86^ und 68, nebst einem Briefe von Zunz, I8H5 mitteilen, den mein Vater feiner Wichtigkeit wegen verwahrt hatte. Freilich find viel mehr Briefe als die.abgedruckten geschrieben worden, doch enthielten die übrigen nichts, das mir der Mitteilung wert schien. Dazu kommt der erste Brief vom 22. April (83(, der.bruchstücksweise in dem Glückwunschschreiben an Zunz zum 70. Geburtstag, (86% abgedruckt und in den Nachgelassenen Schriften, Band (, S. 205 fg. wiederholt worden ist. Daselbst ist auch eine Tharakteristik des Verhältnisses beider Männer gegeben worden, auf die ein für allemal verwiesen werden soll. Außerdem verdient eine Erwähnung die Aufforderung Geigers an Zunz an der Rabbinerversammlung, (8H6, in Breslau teilzunehmen (angedeutet in „Abraham Geigers Leben und Lebenswerk", Berlin WO, S. (17).

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