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Liberales Judentum · 1916-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1916) · p. Seite 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
8 (1916)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1916)
Date
1916-05-01
Page
Seite 68 (sequence 20)
Language
German
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68 Rundschau ' scheinen wird, schloß sich auf Wunsch des l Zentralausschusses keine sachliche Debatte. Nächster Punkt der Tagesordnung war die Witwen- und Waisenkasse, über die Freudenthal-Nürnberg berichtete/ Von ihrem Stande konnte er nicht allzugünstiges sagen, vor allem erscheint der Wunsch, sie zu einer pensionskassÄ umzugestalten, in recht weite Ferne.gerückt. Solange es aber in Deutschland selbst in größeren Gemeinden Rabbiner gähe, deren Pensions- und Reliktenverhältnisse nicht geregelt seien, «müßte an diesem plan festgehalten werden. Unter Hinweis auf den großen Segen, den die Raffe bereits gestiftet habe, forderte der Referent die Rollegen zu eifriger Werbearbeit auf. Nach längerer Debatte würde ein Antrag angenommen, gemäß dem jedes Mitglied des Rabbinerverbandes der Pensionskasse als außerordentliches Mitglied an g eh ör en m-ü ß. Als Mindestbeitrag wurde eins vom Tausend des festen Jahreseinkommens bestimmt. Nachdem hiermit die eigentliche Tagesordnung erledigt war, wurden.verschiedene Anregungen vorgebracht. Zur Bewältigung der vielen neuen Aufgabendie der Rrieg mit sich gebracht hat, wurde ein Arbeitsausschuß eingesetzt, den als erster Gegenstand Die Maßnahmen für die Führung eines rituellen Haushalts während des Rrieges beschäftigen sollen. Von anderer Seite wurde auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die dem Schächten daraus erwachsen könnten, daß während Der Rriegszeit auch das Blut der geschächteten Tiere für die Volksnahrung notwendig sei. Als Aushilfsmittel wurde auf eine neue Schlundzange empfehlend hingewiesen, welche den Uebelstand beseitige. Line Reihe anderer Fragen wurde dem geschäftsführenden Vorstand zur Erledigung überwiesen. Nachdem zum Schluß Freudenthal- Nürnberg in warmen Worten der Helden gedacht hatte, die im Rampfe für das Vaterland ihr Leben dahingegeben haben, sprach R o s e n t h a l - R ö l n den beiden Vorsitzenden den herzlichsten Dank der Versammlung für die Leitung der Geschäfte aus. Zn seiner Schlußansprache faßte Dr. Munk die Ergebnisse der erfolgreichen Tagung zusammen. Mit dem Danke an alle Erschienenen verband er die Bitte, auch in Zukunft den idealen Aufgaben des Rabbinerverbandes im Interesse des gesamten deutschen Judentums die volle Arbeitskraft zu widmen. Er schloß die Versammlung mit einem innigen Gebet um Sieg und Frieden. Zum 75. Geburtstag des Rabbiners. Krof. Ar. Philipp Stoch-Posen (30. Mai). Es ist uns ein Herzensbedürfnis, dem verehrten Freunde, dem Veteranen unter den liberalen. Rabbinern Deutschlands, dem Vorsitzenden der Vereinigung der liberalen Rabbiner, zur Vollendung seines 75. Geburtstags unsere innigsten Glückwünsche darzubringen. Unsere Huldigung gilt dem Menschen wie dem Gelehrten, dem Rabbiner wie dem überzeugungstreuen Bekenner. Voll gewinnender Liebenswürdigkeit und schlichter Herzlichkeit, voll abgeklärter Weisheit und verstehender Duldsamkeit erscheint uns der patriarchalische Jubilar wie die Verkörperung, des weisen Nathan, in seiner Persönlichkeit das Dichterwort erfüllend: „Es eifre jeder seiner unbestochnen, von Vorurteilen freien Liebe nach! Es strebe von euch jeder um die wette, die Rrast des Steins in seinem Ring an Tag 'zu legen! Romme dieser Rraft mit Sanftmut, mit herzlicher Verträglichkeit, mit wohltun, mit innigster Ergebenheit in Gott zu Hilf!" Als Mann der Wissenschaft, als Gelehrter und Forscher , auf dem Gebiete der Wissenschaft des Judentums zählt Bloch, dem der Ehrentitel eines Professors in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Tätigkeit von der preußischen Regierung verliehen worden ist, zu den ersten Größen unter dem lebenden Geschlecht. Zn stiller, treuer, gewissenhafter Arbeit ist er «ergraut und kann auf ein reiches Lebenswerk zurückschauen. Schon seine beiden Jugendarbeiten, die im Zahre (862 von ihm gelöste Preisaufgabe des Breslauer Seminars: „Rabbi "Simeon ben Gamaliel nach seinen Lebensverhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit" und seine Doktordissertation ((865) „Der Gottesbegriff bei Aristoteles" weisen frühzeitig auf die doppelte Spur, auf welcher sich seine wissenschaftliche Tätigkeit vornehmlich bewegte: Geschichte und Religionsphilosophie. Auf dem Gebiete der Geschichte vertiefte er sich, nach seiner im Zahre (87( erfolgten Berufung zum

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