Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 7/8 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3126481-3126538-3126540--1911-3128742- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
o o o o Aus der Jugendbewegung: Srrsluu — Mosen 33 Aus der Jugendbewegung. Jüdisch-liberaler Ingendverrin Sreslau. Am 2. Dezember sprach in unserem Verein uns er außerordentliches Mitglied, Herr S. Laqueur, über das Thema Deutschtum und Judentum. Der Herr Redner verstand es, seine Ausführungen ebenso erschöpfend wie interessant zu gestalten und erntete wohlverdienten reichen Beifall. Den besonderen Dank namens des Vorstandes brachte Herr Alfred Berger zum Ausdruck. Am 12. Dez. beging der Verein Spinoza im Saale der Spinoza-Loge seine Thänuka- Feier mit anschließendem gemütlichen Beisammensein. Dieselbe fand unter sehr starker Beteiligung statt und kann in jeder Einsicht als trefflich gelungen, bezeichnet werden. Nach dem Zünden der Meihelichte durch Herrn Kantor Martenberger hielt Herr Rabbiner Dr. Levi, den wir nun auch zu den Unsrigen zählen dürfen, die sehr eindrucksvolle, allen Anwesenden zu erzen gehende Festansprache. Stürmischer Beifall lohnte den geschätzten Herrn Redner, hierauf überreichte Herr Alfred Berger jedem der anwesenden ordentlichen Vereinsmitglieder ein Exemplar der Brannschen Geschichte der Zuden, 1. Teil, die uns in hochherziger Meise die hiesige Firma Zacobsohn u. To. gratis zur Verfügung gestellt hatte. Nun setzte der gemütliche Teil ein. Herr Ralf Lewin begrüßte die Festversammlung namens des Vorstandes, insbesondere die zahlreich erschienenen Ehrengäste, von denen als erster Herr Zustizrat Berger aus Königshütte in zündenden Morten die Verdienste des Herrn Sanitätrat Dr. Reich um die Jugendorganisation feierte. Denselben lieh auch das stürmisch aufgenommene Festlied Ausdruck, das uns ebenfalls in bekannter Meisterschaft Herr Zustizrat Dr. Berger gewidmet hatte. Unser Ehrenmitglied Herr Sanitätsrat Dr. Reich pries in hinreißenden Morten den Idealismus der Zugend, Herr Emil Maldstein als Vertreter des liberalen Hauptvereins mahnte in feinsinniger Meise die Zugend zur Ausdauer und Hflichterfüllung in ernster Zeit, Herr Laqueur hob die Mitarbeit der weiblichen Mitglieder lobend hervor, und unser.Schatzmeister Herr Berger bat, der unersetzlichen Herren Theologen nicht zu vergessen. Mährend der Ansprachen wechselten Rezitationen und Klaviervorträge der Vereinsmitglieder ab (Rezitation: Frl. Situä. phil. Grünthal, die Herren Herzberg und Nellhaus, Gesang: die Herren Kantor Martenberger, Goldstein, Mechselmann und Frl. Ruth Tohn). Sämtliche Erbietungen fanden begeisterten Beifall und hielten die Teilnehmer in angenehmster Stimmung bis Mitternacht zusammen. Breslau, Anfang Zanuar 1915. Jüdisch-liberaler Jugeudverein in Posen. Der ernsten Zeit Rechnung tragend, haben wir in diesem Zahre nur eine religiöse Thanukafeier veranstaltet. Zu einer solchen luden wir unsere Mitglieder, sowie die des Vereins „Liberaler Zuden", ferner durch Kommandanturbefehl sämtliche jüdischen Soldaten der in Hosen liegenden Truppenteile am Sonntag, den 13. Dezember, abends 6V2 Uhr, in die Gemeinde- Synagoge B. (Tempel der Brüdergemeinde), die uns in liebenswürdigster Meise zur Verfügung gestellt wurde. Der große herrliche Raum war bis auf den letzten Hlatz gefüllt, die Feier selbst gestaltete sich zu einer sehr erhebenden. Eröffnet wurde sie durch Grgelspiel, sodann trug Fräulein Herta Zakobsohn, unser Vorstandsmitglied, mit tiefem Verständnis einen selbst verfaßten, lauf die große Zeit hinweisenden Hrolog vor, der beim Hublikum einen nachhaltigen Eindruck hinterließ.*) Unter der bewährten Leitung des Herrn Vberkantor Lilienthal sang der Svnagogenchor den 100. Hsalm von Mendelssohn. Darauf trug Herr Gberk. Lilienthal den 121. Hsalm recht eindrucksvoll vor. Sodann folgte ein violinsolo „Largo" von Haendel, vorgetragen von Hans Simon, worauf Frau Hedwig Berggrün-Kristeller mit ihrem schönen Sopran das „Hallelujah" von Hummel sang. Zm. Mittelpunkt der Feier stand die Ansprache des allseitig verehrten Rabbiners Herrn H r 0 f. D r. Bloch. Er führte u. a. aus: Auch die Makkabäer waren ein kleiner volksstamm, die gegen eine Uebermacht von Feinden zu kärnpfen hatten. Tapfer überwand die kleine Schaar alle Gefahren und erreichte