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Liberales Judentum · 1914-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1914) · p. Seite 140

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Journal
Liberales Judentum
Volume
6 (1914)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 140 (sequence 24)
Language
German
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140 Mich. Krorcherrnrr: Gedanken zum Problem der hebräischen Gebetssprache ° ° net worden sind, noch gewillt seien in kleinen Gemeinden cmgestellt zu werden. Darauf erwidere ich: „es ist vom lieben Gott dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Fimmel wachsen." Veranlagung und Fleiß werden jederzeit dafür sorgen, daß auch dann noch ein Unterschied in der Qualifikation sich bemerkbar macht. Aber ein Minimum von Kenntnissen und Fertigkeiten muß, wie vom Lehrer, auch vom deutschen Kantor der Zukunft nachgewiesen werden. Auch die damit zusammenhängende Schächterfrage wird sich von selbst regeln. Größere Genieinden haben bereits heute schon eigene Schächter oder verbinden dieses Amt mit dem des Synagogendieners. Kleinere Gemeinden werden sich mit der Zeit vereinigen, um einen oder mehrere Wanderschochtim .zu unterhalten. Auf diesem Wege werden wir Kantoren gewinnen, welche nicht nur im liberalen Gottesdienst imstande ' sind, neben zeitgemäßen feinfühligen Musikalischen Darbietungen auch deutsche Gebete mit Innigkeit und Würde ausdrucksvoll und darum eindrucksvoll vorzutragen, sondern der deutsche Kantor der Zukunft wird auch im jüdischreligiösen Leben eine segenbringende Stellung einnehmen können. Darum geht mein Ruf an alle jüdischen Institutionen und Personen, welche ein Interesse daran haben (und deren sind es sehr viele!), daß der deutsche Kantor in Deutschland selbst und nicht mehr im Auslande gesucht wird, daß der A. D. K. v. (<£. v.) in seinem Streben, den deutschen Kantorenstand nach innen und außen zu heben, Unterstützung finde. Ls ist klar, daß. weiten Kreisen der jüdischen Gemeinschaft daraus Nutzen erblühen wird. Gedanken zum Problem der hebrdifehen Gebetsfprache. Von Wilhelm Kronheimer-lTlünchen. m Iuliheft des vorigen Jahrgangs dieser Zeitschrift nimmt Herr Hermann Wallach, Lehrer der liberalen Gemeinde Aachen, Stellung zum Problem der jüdischen Gebetsfprache. Sein Ergebnis ist, daß das wünschenswerteste Ziel in dieser Frage sein müsse Trennung zwischen der Synagoge einerseits und Haus und Schule anderseits, derart daß hier das Hebräische überhaupt zu beseitigen sei und daß es auch im Gottesdienst lediglich den Rabbinern und Vorbetern Vorbehalten sein solle. Für die Gemeinde dagegen soll die Erlernung des Hebräischen wie auch seine Anwendung als Gebetssprache vollständig wegfallen. Die Stellungnahme der liberalen Rabbiner zu dies er Frage ist durch die Richtlinien (N. XI, Ziff. 3—5, 10) bereits unzweideutig dargelegt. Ls erscheint jedoch angezeigt, daß in dieser Angelegenheit auch der Laienstandpunkt zum Ausdruck kommt. Dies umsomehr, weil der Verfasser jenes- Artikels am Schlüsse seiner Ausführungen die Vermutung aussxricht, daß die liberalen Rabbiner und Lehrer den von ihm vorgeschlagenen Weg nur zu gehen brauchten um auch die Angehörigen der Gemeinden hierin voll und ganz auf ihrer Seite zu haben. Auch scheint mir, daß die Ausführungen des Herrn Wallach vor allem darunter leiden, daß er die Sache zu sehr, wenn ich so sagen darf, vom Almemor aus betrachtet und auf diese Weise dein Standpunkt der Gemeinde hierin zu wenig gerecht wird. Das ganze Problem gipfelt für den Liberalismus in der Frage: Soll das Hebräische in unserm Gottesdienst nur eingeschränkt werden oder soll es aus demselben gänzlich

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