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Liberales Judentum · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. Seite 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
6 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 43 (sequence 23)
Language
German
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Rundschau 43 getragene Lieder. Frl. Margarete Sandh e i m vom Stadttheater erntete durch glänzende Rezitationen stürmische Anerkennung, sodaß sich die Künstlerin noch zu einigen reizenden Zugaben entschloß. Dberkantor Lilienthal bot gleichfalls auch in diesem Teile einige Gesangvorträge, die ebenso reichen Beifall fanden. Den Klou des Abends bildete ein von Frl. Herta Jacobsohn verfaßtes und von den Damen HildaKurz und Martha L e w i n prächüg gemimtes heiteres Duo-Spiel, das nach den Klängen aus der „Kinokönigin" eine Reihe heiterer Vereinsbilder zeigte. Tanz und Thanukahspiele hielten die Teilnehmer hierauf noch weiterhin zusannnen, ebenso die gemeinsame Kaffetafel. An letzterer brachte Herr Rabbiner Dr. Salzberger, Frankfurt a. M., der als Gast hier weilte, den Damentoast in einer famosen Rede in Versen aus, die lebhaften Beifall auslöste. 24 N e n a u f n a h m e n bildeten für uns den Lrfolg des Abends. Der jüdisch-liberale Jugendverein Breslau schaut in diesen Tagen auf eine einjährige. Tätigkeit zurück. Am fs). Januar fslfZ wurde der Verein mit einer Zahl von 9 Mitgliedern gegründet. Ls mag sonderbar scheinen; aber diese kleine Zahl trug dazu bei, daß der Verein sich in kurzer Zeit günstig entwickelte; es waren Mitarbeiter, die sich anschlossen, keine Mitläufer. Von vornherein verzichtete der Vorstand darauf, großzügige Propaganda zu treiben. Im Kleinen sollte gearbeitet, die Mitglieder sollten zu liberalen Juden erzogen werden. Im April hielt in der einzigen öffentlichen Versammlung des Winters Herr Rabbiner Dr. Dienemann aus Ratibor einen Vortrag vor einem zahlreichen Publikum. Der Sommer war nur der inneren Vereinstätigkeit gewidmet. Ls wurden Gruppen gebildet, in denen die Mitglieder sich mit jüdischen Dingen beschäftigen konnten. Hervorgehoben seien die Bibelgruppe und die Literaturgruppe. In dieser wurden im Anschlüsse an die Lektüre von T. Seligmann: „Judentum und moderne Weltanschauung" von den Teilnehmern Referate gehalten über moderne Tagesfragen, woran sich eine Diskussion anschloß, in jener wurden mehrere Bücher der heiligen Schrift gelesen. Zu Beginn des Winters zählte der Verein bereits ungefähr 50 Mitglieder. Die Tätigkeit des Sommers wurde festgesetzt; aber auch auf öffentliche Arbeit wurde Wert gelegt. Im November sprach Herr Rechtsanwalt Dr. Dienstfertig, Breslau, über „Die rechtliche und soziale Stellung der deutschen Juden im Mittelalter", im Dezember Herr Rabb. Dr. S. Levi, Breslau, über „Die Mischehe", ferner Rechtsanwalt Dr. Kaempfer, Posen, über „Jugend und Judentum". KUe Versammlungen waren sehr gut besucht und brachten eine größere Zahl neuer Mitglieder. Am ^lnfang des neuen Geschäftsjahres zählt der Verein foO Mitglieder. Rur dem Linsetzen aller Kräfte ist dieser Lrfolg zu danken. Ls ist zu hoffen, daß das zweite Geschäftsjahr dem ersten nicht nachstehen wird, daß sich weitere Kreise dem Verein anschließen werden. Alb. Rundfchau. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Elberfeid. Im Mai l9jo wurde nach einem Referat „D/r Gedanke des jüdischen Frauenbundes und unsere jüdisch e n F r a u e n", von Frau Klara Samuel, auch in Llberfeld eine Ortsgruppe gegründet. Mit Ausnahme der Ferien fanden regelmäßig monatliche Versammlungen statt. Im Juni wurde der Vorstand gewählt. Im Juli sprach Frau Klara Benjamin darüber, „wie ich mir unsere Arbeit denke," mit anschließender, lebhafter Aussprache, und Frau Henny Rindskopf über die Leipziger Tagung des „jüdischen Frauenbundes". Im September referierte Frau Julius Kann über bestehende jüdische Stellennachweise und das Kartell, woraufhin eine Kommission zur Gründung eines Arbeits-Nachweises in Llberfeld gewählt wurde, die im November ihre Arbeiten unter dem Vorsitz von Frau Paula Auerbach begann. Line der Versammlungen

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