Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 6 (1914)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 44 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Nrmdschau 44 O O o o befaßte sich mit Störungen Beim Gottesdienst und unterbreitete eine diesbezügliche Resolution dem Gemeindevorstand, der unseren Wünschen in ihrem ersten Teile entsprach. Tin anregender, geselliger Nachmittag wurde im Oktober mit Joseph« Metz veranstaltet. Die blühende, bilderreiche Sprache ihrer biblischen Balladen und Novellen sowie ihre schelmischen Rinder- und Nackfischgeschichten entzückten die Zuhörer und trugen der Dichterin reichen Beifall ein. Die Novemberversammlung brachte der Ortsgruppe einen regen Gedankenaustausch über jüdische Ligenart. Das Referat hierzu hielt Frau Llli Herz, die es in geschickter weise verstanden hatte, die Ligenart der Juden zu beleuchten. Line lebhafte Diskussion setzte bei Besprechung des Tronerschen Buches „Die moderne Jüdin" und Verlesung der Rritik von Dr. Rost, Rarlsruhe, in der Rölnischen Volkszeitung, ein, der leider in wenig wohlwollender weise die Fragen, die Llla Troner bewegt haben, besprach, das Gute verschwieg, Ungünstiges umsomehr hervorhob. Da aber dieser Artikel, wie die Erwiderung von Rosa Bodenheimer das Troner'sche Buch nicht erschöpfen konnten, erklärte sich Frau Rabbiner Dr. Norden bereit, für einen zweiten Diskussionsnachmittag einen Auszug aus dem Buche zu bringen. Frau Lmil Meyer berichtete noch über die Versammlung des Stadtverbandes Llberfelder Frauenvereine, insbesondere über die Wahlen zur Ortskrankenkasse, Frau Auerbach über den Gang des Arbeitsnachweises. Sn der Versammlung am Dezember sprach Herr Dberkantor Zivi über Qualitäten und Quantitäten des Synagogengesanges. Seine Ausführungen hatten den Lrfolg einer Reihe von Anmeldungen aus den: Zuhörerkreise zum Synagogenchor. — Da von zu konfirmierenden Mädchen sich nur wenige gemeldet hatten, nahm auf Antrag der Vorsitzenden die Versammlung zu dieser Frage Stellung. Sie beschloß, warm für,die Mädchenkonfirmation einzutreten, damit, gleich den Rnaben, auch den Mädchen durch die Vorbereitung die nötigen Renntnisse vermittelt werden und auch sie den Tag der Ronfirmation als eine weihevolle Erinnerung mH in's Leben hinausnehmen. — Der Vortragszyklus von Herrn Rabbiner Dr. Norden: „Die Propheten als Begründer der jüdischen Sittenlehre", zu dem eine große Anzahl Damen und Herren sich eingeschrieben haben, hat im November, begonnen. Zwei der acht Vorträge haben bereits stattgefunden. Der rege Gedankenaustausch beweist das rege Interesse an dem Thema. Auch einzelne Vorträge können belegt werden. Diejenigen Damen und Herren, die noch an den anregenden Abenden teilnehinen wollen, erhalten Auskunft bei Frau Max Walter, Barmerstraße 90. Da infolge Aenderung des jDrogramnis des Vereins für Frauenbestrebungen Frau Henriette Fürth statt im Februar schon im Januar, in Elberfeld und auch bei uns spricht, mußte das Referat von Frau Dr. Norden nochmals zurückgestellt werden. Dasselbe findet in der Februarversammlung statt. wir können zu unserer Freude konstatieren, daß die Versammlungen fast durchweg ganz vorzüglich besucht waren. Die Mitgliederzahl ist von ^0 auf über 9° gestiegen. Hattingen (Ruhr). In unserer Gemeinde hielt am 9- Februar Herr Bezirksrabbiner Dr. Tänzer aus Göppingen einen mit außerordentlichem Beifall aufgenommenen Vortrag über „Die Linheit des Judentums" In einem geschichtlichen Rückblick wies der Redner vor allem auf die unbedingt notwendige Geschlossenheit und Linheit des Judentums hin und zeichnete dann die große Gefahr, die die Trennungsorthodoxie der Gegenwart geschaffen. Diese zwar kleine Gruppe scheue keine Mittel, selbst nicht das Anrufen der Staatsbehörden, um ihre einseitigen und auf Spaltung hinaus laufenden Ziele zu erreichen. Das liberale Judentum will nicht niederreißen, sondern positive Aufgaben im Dienste der jüdischen Religion leisten; das Wesen und die Form sind zu unterscheiden. Der Redner zeigt das sehr klar an einer Reihe von Beispielen. Langanhaltender Beifall lohnte den Redner für seine lehrreichen und interessanten Ausführungen. Nach einer kurzen anregenden Erörterungt rat eine Reihe von Herren der liberalen Vereinigung bei. Herausgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum Berlin W. 8, Mauerstraße 49. Für die Redaktion und den Verlag verantwortlich vr. C. Seligmann, Frankfurt a. M., Friedrichstr. 29* Druck und Expedition von Voigt & Gleiber, Frankfurt a. M., Bieber-Gaffe 6.