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Liberales Judentum · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. Seite 22

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Journal
Liberales Judentum
Volume
6 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 22 (sequence 2)
Language
German
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22 Felis Makower: Makkabäerfrk o o o o Die jüdische Orthodoxie scheint im modernen Leben nur als Minorität eine geschichtlich' Sendung zu haben. Diese Sendung kann sie nur erfüllen, so lange sie Teil des Ganzen bleibt. Sie darf nicht das Ganze sein wollen. Auch das Herz hat seine Bedeutung nur im Zusammenhang mit dein Organismus. VOh wollen im Vaterhause zusammenbleiben, ohne jDarteihaß, ohne Herrschsucht. Tine neue Hausordnung muß entworfen werden, damit wir zusammenbleiben können, in Liebe und Brüderlichkeit, untermöglichster Anerkennung der Rechte des Bruders. Die Ausarbeitung dieser brüderlichen Hausordnung soll die Aufgabe der Zukunft sein. Die Entwertung dieser Hausordnung wird keine leichte Arbeit sein. Aber da, so weit ich sehe, keine Wahl bleibt, so muß sie gemacht werden. Wo ein Wille, da ist ein weg. — Männer, denen es um die B r ü d e r l i ch k e i t i n Israel ernst ist, sollen Vorschläge machen, dieses Werk zu stände zu bringen. Unter allen Umständen aber: der Organismus braucht jedes Glied! Jedes Glied braucht den Organismus! wir wollen Brüder bleiben! wir müssen Brüder bleiben! MaKKabäertest. von selix Makower. err Rabbiner Dr. Ziegler - Karlsbad in einem in der Allgemeinen Zeitung des Judentums veröffentlichten Aufsatz ruft auf zur Feier des 2% Kislew durch Geschenke und dichter, und nüßbilligend erwähnt er die Beteiligung von Juden an der Feier des 2% Dezember. Dies entspricht den augenblicklich unter den Juden herrschenden Bestrebungen und wird daher wohl auch von den meisten Lesern des Blattes, in dem dieser Aufsatz erscheint, gebilligt. Gehen aber diese Bestrebungen auf ein für das Judentum zweckmäßiges Ziel? Nichts soll gesagt werden gegen eine Feier des Makkabäersieges; dieser Sieg ist von grundlegender Bedeutung für die Erhaltung der jüdischen Religion. Nichts gegen die Ausgestaltung dieser Feier durch Geschenke und Lichter; an bloßen Geschichtserinnerungen mögen Gelehrte, an liturgischen Darbietungen Theologen Genugtuung empfinden, eine Feier der Massen bedarf der Freude und der Poesie. Ist es aber zweckmäßig, diese Feier auf den 2% Kislew festzulegen? würde man eine solche Frage an die einzelnen deutschen Juden richten, so würde ein sehr großer Teil derer, die nicht dauernd als Theologen oder Lehrer mH gottesdienstlichen Fragen in Berührung bleiben, antworten: „was ist denn überhaupt der 2%. Kislew? Nur dunkel erinnern wir uns, in unserer Jugend in der Religionsstunde einmal davon gehört zu haben!" Und andere, die wissen, was der ' 2% Kislew ist, würden erwidern: „Leben wir denn jetzt noch in der Zeit, da man das Jahr nach den Mondumläufen einteilte? Seit beinahe 2000 Jahren ist der vollkommenere Kalender, der die Stellung der Erde zur Sonne zu Grunde legt, in Uebung, und auch jeder von uns Juden rechnet bei seiner gewöhnlichen Tätigkeit ausschließlich nach diesem Sonnenkalender. Und da wird uns zugemutet, eine Neuschöpfung, die wir planen, an jenen längst veralteten Mondkalender anzuknüpfen? Es handelt sich doch hier nicht um Al-

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