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Liberales Judentum · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. Seite 213

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Journal
Liberales Judentum
Volume
5 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Date
1913-09-01
Page
Seite 213 (sequence 21)
Language
German
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o o 0 o Gedichte eines deutschen Juden 213 Man sah in unsren! Gott den beschränkten, Den kleinen Gott nur des kleinen Landes; wohin die Propheten die Flüge lenkten, Intra st extra, keiner verstand es. Doch heute will es sich allwärts gestalten, Mir sehen die Bücher in neuem dichte, Und, wie wir die Blätter von neuen! entfalten, Entfaltet sich uns 'der Gott der Geschichte. Talmud. Auch ungerechter Vorwurf kann beschämen. So, wenn uns uns're Gegner inaner nehmen Für ein geschlossenes Volk von Talmndisten; Als ob wir etwas von dem Talnrud wüßten! Als ob wir mehr besäßen als ein Missen Um einen reichen Schatz, in dem beflissen Die Väter wühlten mit den höchsten Wonnen, Unr einen Schatz, der lange uns zerronnen! Ein Vorwurf kann auch an der Seele rütteln. Laßt uns den Staub von fenenr Buche schütteln, Laßt Wahrheit werden, was die Gegner denken, Laßt uns den Geist in jenes Buch versenken! In der bsalacha lasset uns, der dunkeln, Nach Schätzen suchen, die noch heute funkeln; Und, wem die Geister dort den Zutritt wehrten. Er trete ein in der Haggada Gärten! Ein Vorwurf kann geheüne Uräfte lösen. Trägt unser Geist in seinen! tiefsten Wesen, Uns selber fremd, von jenen! Geist die Züge, Dann sätaff' er uns, erneut, erneute Siege! Das Die des Gesetzes Enge schelten. Die allein Leben uns entrückt, Die Väter lassen sie entgelten, Mas sie, die Nachgebor'nen, drückt. Die Väter! Mit der Glut der Seele Erweichten sie die starre Forn!, Getreu dein Morte, daß erwähle Das Leben, wer erwählt die Norm. Das eigne, warme Gottverlangen Floß in dei! . toten Stoff hinein, Die überreichen Flutei! drangen Belebend in das Felsgesteii!. Gesetz. Den Stroin dahin zurückzulenken, Umnöglich ist es ganz und gar. Doch ürßt bewundernd uns gedenken, Mie reich das schinale Bett doch war. Ui!d i>!ag sich jeder in dein Geiste Der Väter und mit ihrer Glut Bestreben, daß er Gleiches leiste Auch ohne des Gesetzes Hut. Laßt liebend immer ui!s erinnern Der Meister, die den Grund gelegt, Daß das Gesetz in uns'rem Innern Uns sicher wie das alte trägt. Wethalmud tbour< (Das Studium der Ll Doch alles überstrahlt der Glanz der Lehre! welch' eig'ner Sinn doch lebt in diesen! Volke! Der Geist allein genießt die höchste Ehre Und vor den Millei! schiebt er seine Molke... Geinach, gemach! Deii! Millei! feine Ehre, Mir wollen ihn mit euch gebührend preisen; Doch daß er nicht des Lichtes je entbehre! Soi!st tappt er blind auf finsteren Geleisen. ihkenegedkulom! hre wiegt alles auf.) Undenkbar völlig schien es unfern Alten, Daß sich der gute Mille nicht bewähre; Doch höher noch als er ward druii! gehalten, Die ihii! als Sonne leuchtet, uns're Lehre. Das ist's: nicht Molke, reine klare Sonne Ist ui!s der Geist, daß er die Welt verkläre; Der gute Mille füllt auch uns mit Wonne, Doch alles überstrahlt der Glanz der Lehre.

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