Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 5 (1913)
- Issue
- Heft 9 (September 1913)
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
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o o o o Ar. Goldschmidt: Zur Wahrheit über die Richtlinien und zum Frieden 195 und des Herrn Dr. sondern die Schuld des Spiegels dieser Herren. Die Herren kenne ich nicht. Ls sind wahrscheinlich brave, sittlich-religiöse Iehudim. Herr Dr. Wohlgemut scheint sogar Philosophie und Bibelkritik studiert zu haben. Aber der S p.i e g e l, in dem sie ihre Leser die „Richtlinien" sehen lassen, der taugt nichts. Das will ich hier zeigen. Ich gehe den Weg der Analyse, vom posterius zu in prius, vom Herrn (Oberlehrer Dr. Garlebach zum Herrn Dr. Wohlgemuth. Dr. (Larlebach ist der Sekundant des Herrn Dr. Wohlgemuth. Dieser hatte im „Israelit", dem Organe der extremsten Separatisten, 5 Artikel gegen die „Richtlinien" geschrieben, die ihre schärfste Spitze gegen die Person des Herrn Rabbiner Dr. Seligmann-Frankfurt a. ZIT., den Herausgeber des „Liberalen Judentums" und General-Referenten über die Richtlinien, gerichtet hatten. Selbstverständlich hat Dr. Seligmann den hingeworfenen Fehdehandschuh aufgehoben. In einer Artikelserie: „Herr Dr. Wohlgemuth und die Richtlinien. Line vorläufige Abrechnung" hat Dr. Seliginann die Angriffe gegen seine Person und gegen die Richtlinien gründlich und streng wissenschaftlich zurückgewiesen. Daß es dabei nicht ganz sanft herging, daß Dr. Seligmann seinen Gegner, der den Streit vom Zaun gebrochen, nicht mit Glacee-Handschuhen anfaßte, daß er zur Abwechslung cmd] die Zuchtrute der Ironie zur Hand nahm: wer kann ihn: das verdenken? Gr war der Angegriffene. Da trat Herr Oberlehrer Dr. Joseph Garlebach auf den plan, und zwar in demselben „Israelit", in den: die Wohlgemuthschen Artikel erschienen waren. In 9 Artikeln sucht er Herrn Dr. Wohlgemuth Sekundantendienste zu leisten. Wie er das macht, mit welchen Rtitteln und mit welchem Geschick, das soll im folgenden gezeigt werden. * Are Methode des Herrn Oberlehrers Ar. Joseph Carlebach. Herr Oberlehrer Dr. Joseph Garlebach stellt sich uns als „Schamesch", als Diener des Herrn Dr. Wohlgemuth vor. Gs ist das keine „RTalice" von nur, es ist Gatsache; er tut das in einer wirklich witzigen Anekdote. Im II. Artikel, Nr. 22 des „Israelit" erzählt er uns: „RIan erzählte mir in Jerusalem, daß einmal ein Deutscher anmaßend zu einem der dortigen Gaonim (Roriphäen) kam und ihm erklärte: er würde ihm einen „harben Rambam" (schwierige Stelle im RTaimonides) zeigen, auf den ihm Reiner Antrvort wissen würde. Als er seine Frage vorgetragen hatte, rief der Rabbi seinem Diener: „Schamesch, gebt ihm Teschuwoh (Antwort)!" RTir scheint, auf die harben Raschsoth des Herrn Seligmann möge ihm dieselbe Antwort zu teil werden. Ich rechne es mir als Ghre an, in diesem Sinne gegen Herrn Dr. Wohlgemuth meschamesch talmud chochom (Diener eines Lehrers) sein zu können." — Sehr nett und sehr bescheiden von Herrn Oberlehrer Dr. Joseph Garlebach. — Merkwürdig ist, daß Herr Dr. Wohlgemuth von dieser bescheidenen Diener-Funktion des Herrn Dr. Garlebach gar nicht erbaut gewesen zu sein scheint. Dr. Garlebach erzählt uns das selbst in Nr. 28 \9\3 der „Iüd. Presse": „Da sie (die Aufsätze Seligmanns) zudem gegen Herrn Dr. Wohlgemuth an persönlichen Verunglimpfungen - geradezu überlaufen, so hielt ich es für eine zu große Ghre, wenn sie von irgend einer religiös autoritativen Seite eine Widerlegung erführen. Jeder einigermaßen jüdisch Gebildete konnte die Unhaltbarkeit der Seligmann'schen Argumente durchschauen, und so entschloß ich mich, selbst Herrn Dr. Seligmann Bescheid zu geben. Ich fragte Herrn Dr. W., der damals im Bade weilte, schriftlich an, ob er mir das Wort abtreten wolle, erhielt aber von ihm keine Antwort. Nach Ber-