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Liberales Judentum · 1913-08-01 · Heft 8 (August 1913) · p. Seite 178

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
5 (1913)
Issue
Heft 8 (August 1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 178 (sequence 10)
Language
German
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178 Bernhard Breslauer: Orthodore Arithmetik 0 O ein Fremder war, in ehrendem Gedenken halten. Vogelstein gehörte zu denen, die wir die dritte Generation der Reformer nennen können. Als er feine Lebensarbeit begann, war die liberale Bewegung dank den reaktionären Einflüssen, stark im Rückgang. Er trug wesentlich dazu bei, ihre Grundsätze wieder bekannt zu machen und das Interesse seiner Glaubensgenossen wieder zu erwecken, sodaß das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die tätige Beteiligung einer größeren Anzahl von deutschen Juden an der liberalen Bache gesehen hat als je zuvor. Es ist daher durchaus gebührend und angemessen, daß wir Mitglieder dieser Konferenz unsere Wertschätzung der Leistung unseres deutschen Bruders und Kollegen bekunden, der sich durch seine Hingebung und seine Fähigkeit einen hervorragenden Platz in der Ruhmeshalle des modernen Judentums gesichert hat. Orthodoxe Arithmetik. Von Bernhard Breslauer. ls die Richtlinien publiziert waren, gaben „orthodoxe" und „gesetzestreue" Rabbiner jene bekannten Erklärungen gegen sie ab und behaupteten dann vor aller Welt, nicht zum mindesten vor dem preußischen Abgeordnetenhause, sie seien 200 Rabbiner, die sich zusammengeschlossen hätten gegen die 65. liberalen Rabbiner. Bchon in Nr. 5 unserer Zeitschrift hatten wir die Zahl angezweifelt und auf Beite 99 angegeben, daß sie sich auf 165 belaufe. Wir haben aber seitdem die Unterschriften unter jenen beiden Erklärungen noch einer eingehenderen Nachprüfung unterzogen, und siehe da: bei genauer Prüfung schrumpft die Ziffer immer mehr und mehr zusammen. Im Ganzen finden sich, wenn man die Wiederholungen fortläßt, nicht 200, sondern nur 136 Namen unter jenen Erklärungen; zieht man die beiden inzwischen verstorbenen Herren ab, dann bleiben nur?9 amtierende Gemeinderabbiner übrig; von den weiteren 55 sind JO Rabbiner an Beparat-Gemeinden, 12 Klaus-Rabbiner, 7 Vereins-Rabbiner, 1 Btifts-Rabbiner, 3 pensionierte Rabbiner, 10 Bchul-, Beminar- und Religionsschüllehrer und Direktoren, Dozenten, 1 Bibliothekar, 1 Talmud-Lernender und 6 unbekannten Berufs. Ulan sollte meinen, daß schon diese Zusammenstellung ergibt, welch „stolze Bchar" den Kampf gegen die 65 amtierenden Gemeind erabbiner eröffnet hat, die die Richtlinien unterzeichnet haben. Aber das Bild wird noch viel interessanter, wenn man untersucht, in welchen Gemeinden die?9 amtierenden Rabbiner tätig sind. Man betrachte die nachstehende Zusammenstellung : Ostpreußen: 3 (Memel, Tilsit, Boldan). Westpreußen: 0. Brandenburg: 1 (prenzlau). Posen: 18 (Tzarnikau, Filehne, Gnesen, Kempen, Koschmin, Labischin, Dstrowo, Pinne, Posen — 2 —, Rawitsch, Rogafen, Bamter, Bchildberg, Bchönlanke, Bchrimm, Wongrowitz, Wreschen). Pommern: 0. Bchlesien: 5 (Kattowitz, Mvslowitz, Tarnowitz). Provinz Bachsen: 1 (Halberstadt). Bchleswig-Holstein: 3 (Altona — 2 —, Wandsbeck). Hannover: 2 (Emden, Harburg). Westfalen: 0. Rheinprovinz: 3 (Köln — 2 —, Trier).

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