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Liberales Judentum · 1913-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1913) · p. Seite 167

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
5 (1913)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1913)
Date
1913-06-01
Page
Seite 167 (sequence 47)
Language
German
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In eigener Sache 167 unter Hunderten als ungenau, eine stelle unter zahllosen als unrichtig aufgefaßt konstatieren konnte, kläffend und beißend über das Werk und seinen Autor her fiel und seine wissenschaftliche Bedeutung in den Staub zerrte" (Liberales Judentum, Jahrgang 5, Heft (April), 5. 78). Ls ist, als hätte ich vorausgeahnt, wie man auf meine Replik gegen die Angriffe Dr. wohlgemuts reagieren würde, von einer ernsten wissenschaftlichen Behandlung großer Fragen, von sachlicher Widerlegung keine Spur, nichts weiter als kleinliche Nadelstiche, persönliche Beschimpfung und nichtssagende allgemeine Redensarten. Line solche unsachliche Polemik, die in nichts anderem besteht, als in persönlichen Ausfällen, richtet sich selbst und fällt immer wieder auf den Autor zurück.' Selbst wenn der Herr Dr. Larlebach recht hätte mit seiner persönlichen Herabsetzung des Gegners, was wäre damit für seine eigene Sache gewonnen? Rlit Beschimpfungen widerlegt man nicht. Aber auch die zwei oder drei kleinlichen Ouisquilien, an die sich der Herr Dr. Larlebach hängt, und die mit der Streitfrage selbst nicht das geringste zu tun haben, sind so, daß ich das Urteil darüber getrost dem nicht-böswilligen sachverständigen Leser überlasse. Die Zusammenstellung zweier allbekannter talmudischer Regeln zu einem Zitat ist selbstverständlich ebenso scherzhaft gemeint, wie wenn ich in meinen: Generalreferat uns moderne Rabbiner nicht als Chachomim, sondern als talmide chacliomim bezeichne. Ich habe dieses Scherzwort so und so oft aus dem Rtunde meines alten Landauer Rabbiners gehört. Daß ich die Worte nicht für ein wirkliches Zitat angesehen wissen wollte, hätte einem nicht übelwollenden Leser schon die Tatsache zeigen müssen, daß ich bei allen wirklichen Zitaten, deren sich mehr als 200 in meinen drei Artikeln befinden, stets und ausnahmslos die genaue Belegstelle angegeben habe, was hiev selbstverständlich nicht der Fall sein kann. Aber nur die Form ist scherzhaft, die Sache selbst durchaus ernsthaft gemeint und gerade von dem Standpunkt dev Orthodoxie aus vollkommen richtig. Um nämlich dem Linwand der Orthodoxie von. vornherein zu begegnen, daß heute doch der alte talmudische Grundsatz: „Lol Jsroel becheskas Kaschrus hem“, „Ganz Israel mutz als einwandfrei angesehen werden", nicht mehr ohne weiteres Geltung beanspruchen könne, begnügte ich mich nicht damit, diesen Grundsatz zu zitieren, sondern zitierte ihn mit dev scherzhaft klingenden aber ernst gemeinten Linschränkung: ad schejiwoda bameh nitreplm, selbstverständlich so lange nicht von dem Betreffenden bekannt geworden ist, daß bzw. wodurch er seine Vertrauenswürdigkeit verloren hat. Derartige Wendungen oder Regeln finden sich ungemein häufig im rabbinischeu Schriftum. Vgl. z. B. Choschen mischpot 3% \7: „Jeder talmid cbocbom ist als einwandfrei anzusehen, bis er seine Vertrauenswürdigkeit verloren hat." Von dem gleichen Kaliber sind alle anderen Bemerkungen des Herrn Dr. Larlebach. Was er zu meiner Auslegung dev Stelle aus den Sprüchen der Väter 2, \\ bemerkt und die Folgerungen, die er daran, knüpft, sind geradezu lächerlich. Rlöge Herr Dr. Larlebach doch einmal „Die Agada dev Tannaiten" von Dr. Wilhelm Bacher, Professor an der Landes - Rabbinerschulo zu Budapest Nachlesen. Dort heißt es inbezug auf den von mir zitierten Spruch, daß damit Rabbi „Lliezer der bittern Stimmung seiner letzten Jahre Ausdruck gibt"; nebenbei übersetzt der gelehrte Bachev auch: „ihr Biß ist Schakalsbiß". Also hat nach Herrn Dr. Larlebach auch der professov an der Rabbinerschule zu Budapest, Dr. Wilhelm Bacher und außer ihm z. B. auch

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