Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 5 (1913)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 148 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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148 Mchrrfchau o o o o 2X>as als des Sinai £el)r' der Zud gehütet und bewahrt, Ls ist das eine Wort: Sei gut! verschieden offenbart. Das aber gibt uns nicht das Recht besondrer Stammeshut, Denn sie, die andern, sind nicht schlecht, und wir, wir sind nicht gut. Das ist bei Gott doch nur ein Satz, der einigt, was getrennt. Das ist doch nur „gemeiner platz", wie es der Deutsche nennt. Der Deutsche, ja, das ist das Mort, das mir am Kerzen drückt. Sie fühlen fremd sich hier am Ort, dem Stammesland entrückt. Nach Zion wollen sie sogar zurück, dem Tempelsitz, Ja, war' es nicht so bitter wahr, man hielt's für einen Witz. Mar selber stets ein guter Zud und war's in deutschem Geist, Gin jüdisch Herz, in dem das Blut getreu den Vätern kreist. Des Moses denkend, gottgesandt, des Moses Mendelssohn, Der uns geführt in heiliges Land, wie jener erste schon; Der uns mit seiner Weisheit Kraft geführt durch Wüstenspur Zns Land der deutschen Wissenschaft, der Bildung und Kultur. Drum, wenn, wie einst, Verzagtheit spricht: CD kehren wir zurück!, So der Schmeichlerstimme nicht, kämpf' weiter, Stück um Stück, Halt' zu den Vätern fest und treu, bewahr' ihr Doppelgut Und bleibe ohne Angst und Scheu mitGotteindeutscher Zud! Lücliersckau. Freudenthai, Ar. MuX, Rabbiner »an Nürnberg. Nrligionsbuchfürden israelitischen Religionsunterricht an den Oberklaffen der Gymnasien und Töchterschulen. Nürnberg. Verlag der Friedr. Korn'schen Buchhandlung. \g\2. 8°. VIII und 159 Seiten. Preis geb. M 2.20. „Nicht aus Katechismen und Bekenntnisschriften, sondern aus religiösen Quellenschriften hat die Volksschule ihren religiösen Bildungsstoff zu entlehnen. Denn sie soll nicht das Abgeleitete statt des Ursprünglichen, die erstarrte Form statt des lebendigen Wesens bieten. Sie soll . . . frei von Sektengeist das Gute und Wahre überall freudig begrüßen, wo sie es findet . . . Zeit wäre es endlich, daß die Schule allen unfruchtbaren Wust von sich würfe und dafür die herrlichen perlen eintauscht, welche uns die edelsten Geister . . . hinterlassen haben. Ls wäre gewiß eine verdienstliche Arbeit,, ein Religionsbuch, wie wir es soeben skrz-' ziert haben, zusammenzustellen. An Stoffen dazu fehlt es nicht; es käme nur auf eine taktvolle Auswahl derselben an, gerade so, wie bei der Herstellung einer poetischen Threstomathie." Mit diesen Worten eröffnet der berühmte Wiener Pädagoge Friedrich Dittes eine aussichtsreiche Perspektive auf einen neuartigen, äußerst fruchtbaren Religionsunterricht. Ich glaube nicht, daß der Verfasser des uns vorliegenden Religionsbuches den zitierten Ausspruch kannte. Aber als wenn er ihn gekannt hätte, so bietet er uns die von Dittes herbeigesehnte verdienstliche Arbeit, die ein Novum in der israelitischen Schulliteratur darstellt. Die Abhandlungen, die es enthält, sind den Werken der besten jüdischen Autoren der neuesten Zeit entnommen. Zch führe — zugleich als orientierende Uebersicht über den Znhalr des Buches die Autoren und die von ihnen herrührenden Abhandlungen an: „Das Wesen der Religion von Abraham Geiger; Glauben und Wissen von Z. Lewkowitz: Das Volk der Offenbarung von Güdemann; Die prophetische Religion von Leo Baeck; Glaube