Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 5 (1913)
- Issue
- Heft 4 (April 1913)
- Date
- 1913-04-01
- Page
- Seite 93 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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o o o o Rundschau: Gründung eines Prsvinzialverbandes für Rheinland u. Westfalen 93 er wolle versuchen, eine Ortsgruppe zu gründen, oder aber' sich der Bielefelder Ortsgruppe anzuschließen. Frau S a m u e l - Elb erfeld b esürwortet die Hinzuziehung der Frauen zu der Arbeit in den Vereinen, die Frauenkraft solle man nicht brach liegen lassen. 'Die Mitgliederzahl der Vereinigung könne verdoppelt werden durch die Hinzunahme der Frauen, und es sei notwendig, daß die Mütter, die den Hauptteil der Erziehung in fänden haben, energisch für den liberalen Gedanken eintreten, das wäre aber nur möglich, wenn ihnen auch die Mitarbeit gestattet sei. Der Vorsitzende stellt fest, daß in Elberfeld hierin vorbildlich vorgegangen sei, indem der Vorstand aus 6 Herren und 3 Damen bestehe, er könne nur empfehlen, auch in andern Ortsgruppen in gleicher weise vorzugehen. Herr Iaooby - Elberfeld stellt den Antrag, zunächst festzustellen, ob im Prinzip ein Zusammenschluß zu einem provinzialverbande beschlossen werden könne. Herr Rechtsanwalt Abel wendet sich hiergegen und meint, man solle zunächst alle Fragen klar legen, speziell auch die Geldfrage, bevor man dem Anträge des Herrn Iacoby stattgäbe. Herr Dr. pirsch l and-Essen stimmt der Ansicht des Herrn Iacoby bei und befürwortet die Gründung eines Aktions-Komitees, das zu den einzelnen erörterten Fragen Stellung nehmen solle, da er annehme, daß solche sich nach den lokalen Verhältnissen richten müßten, man könne einzelnen Ortsgruppen evtl, nicht verwehren, wenn sie ihren Mitgliedern besondere Leistungen bieten, auch Extra-Zuschläge zu erheben. Man könne die Kosten von solchen besonderen Leistungen nicht von der Zentrale verlangen. Hiermit war der Schluß der Debatte emgetreten, und der Vorsitzende führte zusammenfassend aus, daß es zunächst wohl notwendig sei, einen Beschluß herbeizuführen, ob ein provinzialverband gegründet werden solle oder nicht, man könne dann die Fragen der Arbeitsleistungen und des Geldpunktes einem zu wählenden Ausschuß überlassen, da fa vorläufig größere Kosten noch mcht entstehen können. Auch sei er der Ansicht, daß die Zentrale evtl, bereit wäre, Zuschläge zu leisten. Sämtliche Anwesende erklären sich einstimmig bereit, einem zu gründenden provinzialverband beizutreten und zwar \. die Vertreter der Ortsgruppen Bendorf, Bielefeld, Essen, Elberfeld und Bonn für ihre Ortsgruppen, 2. die Herren Strauß aus Hserde, Windmüller aus Rheda, Lohn aus Iserlohn, Stern aus Rheydt, Andorn aus Hattingen, Eppinghausen aus Dortmund, Macholl aus Hemer, Dr. Schiff aus Düsseldorf, sowie die Herren aus Steele, Soest und Unna vorläufig als Vertrauensmänner. Herr Rechtsanwalt Abel führt noch aus, daß der erste provinzialverband heute gegründet sei, es wäre möglich, daß hierdurch eine Statuten-Aenderung der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland notwendig wird, weil bisher provinzialverbände in den Statuten nicht vorgesehen seien. DerVorsitzende ersucht nun, zunächst einen Vorort zu wählen und eine Kommission einzusetzen, die vorläufig die Geschäfte zu führen hat, indem die heute nicht vertretenen Orte über die heutigen Beschlüsse informiert werden. Es müsse ferner ein Statutenentwurf vorbereitet und weitere anregende Tätigkeit entfaltet werden. Nach längeren Debatten wird einKomiteegewähltbestehend aus den Herren: Dr. Norden, Rechtsanwalt Brück, Grünebaum in Elberfeld, Rechtsanwalt Abel in Essen, Dr. Schiff in Düsseldorf, Dr. David i n Bo chumund Dr. Katzenstein in Bielefeld. Als Vorort wird Elberfeld gewählt. Die Herren nahmen die Wahl an, bis auf Herrn Dr. David, der schriftlich wegen Arbeitsüberhäufung ablehnt. Es wird dann noch beschlossen, vorläufig keine Beiträge zu erheben, sondern dem Vorort die 2luslagen der vorläufigen Spesen zu übertragen. Herr Fische! stellt noch den Antrag, daß der Vorstand aus den Vorsitzenden der einzelnen Ortsgruppen gebildet werden solle. Ebenso spricht Herr Dr. Norden sich dafür aus, einen Gegenaufruf gegen den vom Komitee zur Bekämpfung der Richtlinien für Rheinland und Westfalen erlassenen Aufrufe in welchen: die liberalen Rabbiner der Provinz stark angegriffen werden, zu erlassen. Es wird beschlossen, alles weitere dem provisorischen Komitee zu überlassen.