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Liberales Judentum · 1913-04-01 · Heft 4 (April 1913) · p. Seite 92

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Journal
Liberales Judentum
Volume
5 (1913)
Issue
Heft 4 (April 1913)
Date
1913-04-01
Page
Seite 92 (sequence 20)
Language
German
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92 Rundschau: Gründung eines Provinzialvrrdandrs für Rheinland «. Westfalen sei überhaupt die erste liberale Gemeinde in j Deutschland. Es sei dort kürzlich eine Ortsgruppe gegründet worden, der bisher \5 Mitglieder angehören, auch er stehe der Gründung eines Provinzialverbandes sympathisch gegenüber. ' Herr Rabbiner Dr. Norden- Elberfeld bemerkt, daß die Reform des Gottesdienstes allein nicht im Stande sei, den liberalen Gedanken durchzusetzen, da hierdurch zunächst nur ein ästhetisiertes und noch kein liberales Judentum hervorgerufen werde, und spricht sich dahin aus, daß es unbedingt notwendig sei, Ortsgruppen zu bilden, und daß diese sich dem provinzialverband anschließen müssen. ,Herr Ratz enstein-Steele stellt fest, daß die Gemeinde im großen Ganzen auf einem liberalen Standpunkt stehe, doch sei man bisher noch nicht dazu übergegangen, eine Ortsgruppe zu gründen, weil man die wenigen orthodoxen Gemeindemitglieder nicht vor den Ropf stoßen wolle, er hält einen Zusammenschluß für notwendig und befürwortet an kleineren Plätzen, wo Ortsgruppen nicht möglich sind, einen Anschluß an die größeren Nachbargemeinden. Herr Lehrer Okunski-Bendorf teilt mit, daß die Ortsgruppe Jo Mitglieder habe, er spricht seine Verwunderung darüber aus, daß die Anregung zur Gründung eines Provinzialverbandes nicht von der Zentrale ausgehe. Herr EpxingHausen - Dortmund führt aus, daß die Sympathien für die liberale Vereinigung, die im Anfang sehr stark gewesen seien, anfangen nachzulassen, weil bisher 511 wenig praktische Arbeit geleistet worden sei, und weil die theoretischen Abhandlungen in der Zeitschrift hierfür keinen Ersatz böten. Eine Ortsgruppe bestände in Dortmund nicht, obwohl der größte Teil der Gemeindemitglieder auf liberalem Boden stände, er könne vorläufig nichts unternehmen, da er fa nur mit dem Vorstand der Gemeinde und dem Rabbiner zusammen arbeiten könne, er wolle zunächst einmal mit dielen Fühlung nehmend Herr Dr. N 0 r d e n meint, es müsse unbedingt dafür gesorgt werden, daß. in Dortmund eine Ortsgruppe gebildet würde, denn man könne in den Gemeinden, in welchen der Rabbiner nicht der liberalen Richtung angehört, nicht warten, bis einmal ein Wech--- sel in der Person des Rabbiners eintrete, man müsse Mittel und Wege finden, auch in diesen Gemeinden Ortsgruppen zu bilden und die Gemeinden zur Mitarbeit zu gewinnen. Herr T 0 h e n - Iserlohn spricht den Wunsch aus, daß in den kleineren Gemeinden, wo noch keine Ortsgruppen seien, mehr Propaganda gemacht werden möge, uni Mitglieder zu gewinnen, damit die Gründung von Ortsgruppen ermöglicht würde. Herr Strauß-Hoerde stellt gleichfalls fest, daß daselbst noch keine Ortsgruppe vorhanden sei, er hoffe aber, daß bei Gründung einer Ortsgruppe in Dortmund sich die Ho erd er Mitglieder anschließen könnten. Herr Dr. weiß - Bielefeld erzählt, daß infolge eines Vortrages von Herrn Iustizrat Breslauer an einem Tage 50 neue Mitglieder gewonnen seien, er empfiehlt deshalb, von tüchtigen Rednern Vorträge halte« zu lassen, um bei dieser Gelegenheit neue Mitglieder zu gewinnen. Herr Rechtsanwalt Dr. Abel-Essen bringt dann die Aufbringung der Geldmittel zur Sprache und ist der Ansicht, daß örtliche Zuschläge nicht erhoben werden sollen, daß es vielmehr Sache der Zentralleitung sei, dem provinziatverband die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen, deren er bedarf, er ist der Ansicht, daß durch Erhebung von Zuschlägen zu den Mitgliederbeiträgen die Gründung eines Provinzialverbandes nicht gefördert werde, weil man in derartigen Vereinigungen nur bei geringen Mitgliederbeiträgen auf eine große Beteiligung rechnen könne. Man habe daher auch in einer ihm nahestehenden großen Organisation nach wiederholten Erörterungen von der Erhebung von derartigen Zuschlägen abgesehen. Zur Frage, ob es notwendig sei, die gegnerischen Versammlungen zu besuchen, erklärt Herr Abel, daß er auf dem Standpunkt stehe, daß er das nicht für wünschenswert halte, man solle lieber besondere Versammlungen veranstalten und darin Stellung zu den abweichenden Ideen nehmen. Herr wind müller-Rheda erklärt, daß bisher eine Ortsgruppe dort nicht bestände, daß aber in Rheda und den umliegenden Ortschaften im ganzen \2 Mitglieder der liberalen Vereinigung vorhanden seien,

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