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Liberales Judentum · 1913-04-01 · Heft 4 (April 1913) · p. Seite 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
5 (1913)
Issue
Heft 4 (April 1913)
Date
1913-04-01
Page
Seite 91 (sequence 19)
Language
German
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o* Rundschau: Gründung eines KrsvinziaLverdandrs für Rheinland «.Westfalen 91 nä mlich Köln, sich der Gründung eines Provinzialverbandes ablehnend gegenüber stellt. Herr Rechtsanwalt Abel-Essen bedauert gleichfalls, daß Köln sich gegen einen provinzialverband ausspricht, glaubt aber, daß man in Köln sich noch zu anderer Ansicht bekehren wird. Gr teilt gleichzeitig mit, daß vor einigen Tagen in Essen eine Ortsgruppe gebildet worden sei und daß man dort durch die gegenseitigen Unterstützungen, die die Ortsgruppen sich bei Gründung eines Provinzialverbands zuteil werden lassen können, Ersprießliches erwarte. Herr Fischel bedauert den Standpunkt der Kölner Ortsgruppe umsomehr, als an der Spitze derselben das einzige Mitglied aus dem Rheinland stände, das gleichzeitig Mitglied des Zentralvorstandes der. Bereinigung sei, er glaube, daß es einen großen Einfluß auf die Bedeutung des Provinzialverbandes haben könnte, daß Köln sich durchaus ablehnend verhielte und wünscht, daß Köln zunächst einmal einen Bericht über die heutige Versammlung empfinge und die Kölner Herren gebeten würden, ihren ablehnenden Standpunkt zu verlassen. Falls Köln trotzdem sich ablehnend verhielte, müßte vielleicht von der Zentralstelle aus eine Einwirkung auf die Kölner Herren erfolgen, wir hätten ein Interesse daran, daß die liberale Bewegung in Köln an Boden gewinne und uns im Kampfe gegen Orthodoxie und Zionismus unterstütze. Herr Dr. Lohn-Essen ist der Ansicht, daß man in Köln bald den dort eingenommenen Standpunkt verlassen müsse, weil der Frieden, der z. Zt. nach Angabe der Ortsgruppe vorhanden sei, durch die Bewegung der Gegner bald in Unfrieden verwandelt werden könne, man solle sich heute durch die Absage Kölns nicht beirren lassen, es seien eine große Reihe Städte von Rheinland und Westfalen versammelt, und wir würden einen Zusammenschluß auch ohne Köln herbeiführen können. In Essen sei bisher auch Friede gewesen, aber der Zwiespalt sei durch die Orthodoxen dorthin getragen worden, indem auswärtige Redner, mit Herrn Rabbiner Dr. Wolf an der Spitze, eine Versammlung dort abgehalten hätten, sodaß sogar die Staatsbürgerzeitung einen schmählichen Artikel über diese Versammlung gebracht habe, in der eine Resolution gegen den Vorstand und die Repräsentanz der Essener Gemeinde angenommen worden sei. Redner hält die Gründung eines Provinzialverbandes für unbedingt erforderlich. Herr I a c o b y - Elberfeld spricht sich entschieden für die Gründung des provinzialverbandes aus und ist der Einsicht, Daß sich die Ortsgruppen besonders gestärkt fühlen würden, in dem Bewußtsein, eine größere Vereinigung hinter sich zu haben. Herr Dr. Schiff- Düsseldorf betont, daß allseitig der aufrichtige Wunsch vorhanden sei, in Frieden zu leben, doch nach dem bekannten alten Spruch sei es nicht möglich, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefiele; die orthodoxe Bewegung habe uns als böser Nachbar den Krieg aufgedrängt, und Derselbe müsse deshalb aufgenommen werden, die Notwendigkeit eines Provinzialverbandes ergäbe sich dadurch von selbst. Der bisherige Frieden sei hervorgegangen aus der Teilnahmlosigkeit der Gemeindemitglieder in allen religiösen Fragen, es sei deshalb notwendig, den liberalen Gedanken in die Gemeinden hineinzutragen, es müßten Leute. gewonnen werden, die für unsere Ideen wirken, mit einem Worte, es müsse eine liberale jüdische Mission getrieben werden: für eine solche Arbeit würde ein provinzialverband am besten Rückhalt und Stütze gewähren. Er hofft, daß es ihm gelingen werde, in Düsseldorf demnächst eine Ortsgruppe zu gründen, die sich dann dem verbände unbedingt anschließen würde. Herr Sanitätsrat Dr. IM a ch oll-Hemer erklärt seine Bereitwilligkeit, die Gründung einer Ortsgruppe zu fördern und die Idee der liberalen Richtlinien in seinem Bezirke zu verbreiten, er verspricht sich sehr viel von einem Zusammenschluß der Ortsgruppen iit Rheinland und Westfalen, eine gegenseitige Unterstützung würde uns den nötigen Rückhalt geben und uns unterstützen, damit etwas geschaffen werde, das dem Iudentmn ein neues Fundament gäbe. Herr Lehrer Lucas-Soest erklärt, Daß die Gemeinde daselbst schon seit 80—100 Jahren dem religiösen Fortschritt gehuldigt habe, es seien in der Schule und im Gottesbimst liberale Einrichtungen geschaffen, und Soest

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