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Liberales Judentum · 1913-02-01 · Heft 2 (Februar 1913) · p. Seite 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
5 (1913)
Issue
Heft 2 (Februar 1913)
Date
1913-02-01
Page
Seite 42 (sequence 18)
Language
German
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42 Rundschau: Erklärung — Unna Unsere 2Vie zur Strenge der bsalacha Lieblich die ^aggada tritt, Also hielten» unsere Frauen Mit den ernsten Männern Schritt. Wenn sich diesen zögernd immer Aus der Schrift die Wahrheit bot, Glühte jenen in den Herzen Gottes Liebe flannnenrot. wenn der Mann tm Labyrinthe Dunkler Worte sich verlor, Offen blieb der Gottesstinnne, Der natürlichen, 'ihr Ohr. Fraue n. Atmete der Sohn im Lehrhans Des Gesetzes schwüle Luft, ' Sie erquickten den Erschöpften Mit des Glaubens zarten: Duft. > So wie sic die Sabbatlichter l Still entfacht mit einemmal, Brach zugleich aus ihren Augen Weihevoll des Glaubens Strahl. Jenes Glaubens, der nicht klügelt, Der die Rätsel dieser Welt i Für das eigene Herz entsiegelt! Und durch Worte nicht entstellt. Kunäsäiau. Erklärung der Repräsentantenversammlüng der jüdischen Gemeinde zu P o | c rt von: 28. Jan. (9V3. Die R e p r ä s e ntan t e n v e r s a in m - lung der jüdischen Gemeinde zu posen hat in ihrer Sitzung vom 28. Januar (9lH folgenden Beschluß mit (0 gegen 5 Stiminen gefaßt: \. Innerhalb des deutschen Iudentums bestehen die verschiedenen Anschauungen und Richtungen, die durch das Band der jüdischen Gemeinde zu einer Einheit zusammengeschlossen sind. Diese unverbrüchliche Einheit kann weder durch Erklärungen liberaler Rabbiner noch durch Erklärungen orthodoxer oder traditionell-gesetzestreuer Rabbiner erschüttert werden. 2. Reiner Richtung im Judentum steht das Recht zu, einer anderen die Zugehörigkeit zur religiösen Gemeinschaft abzusprechen oder ihr den Makel der Minderwertigkeit anzuheften. 3. Wir bedauern und mißbilligen, daß eine Anzahl von Rabbinern einer bestinunten Richtung für sich das Recht in Anspruch nimmt, religiöse Entscheidungen, Funktionen oder den Religionsunterricht der von den jüdischen Gemeinden gewählten Rabbiner als ungültig oder gefährlich zu erklären. % Wir tragen den verschiedenen, in der Gemeinde bestehenden religiösen Richtungen Rechnung und werden jedem Vorgehen, entgegentreten, das geeignet ist, die Autorität unserer Rabbiner zu beeinträchtigen. P o | c it, den Februar \ty\o. Es sind nunmehr folgende 20 Städte, die sich der Erklär u n g angeschlossen haben: Augsburg, B a y reuth , Berlin, Bochum, Da r mstad t, Es s en , F r a n k f u r t a. 211., F ü r t h i. B., H a m - bürg, Köln, Königsberg i. P-, L a n - d a u (Pfalz), 217 a i n z, 21 c ü n ch e n, N ü r n - b e r g , V f f e n b a ch a. 211., Oppe l n , posen, Worms, 2V ü r z b u r g. Unna, 28. Januar. Bericht über die versa m m lung am 26. Januar aus Anlaß eines Vortrages von Herrn Dr. Eoblenz- Bielefeld über „Richtlinien zu einem Programm des liberalen Judentums." Dr. (Loblenz führte aus, daß die „Richtlinien" nicht umstürzlerisch gedacht seien und wirken könnten. Sie seien nichts anderes als das Resultat der Entwicklung der letzten (00 Jahre. Der Hauptinhalt gruppiert sich um die drei Fragen: worin besteht das Wesen des Judentums? welchen Charakter trägt das Judentum? welche Stellung ist den Zeremonialgeboten gegenüber einzunehmen? (. Das 2vesen des Judentums besteht in seinen ewigen Wahrheiten und sittlichen Grundgeboten. Das ist ein Gedanke, der, wie ein posener Redner betont hat, zu allgemein ist, um in den Richtlinien für das liberale Judentum platz finden zu können: « jeder Jude kann ihn anerkennen. Aber diese vermeintliche Schwäche ist seine Stärke: Die Grundwahrheiten sind bei Orthodoxen und 'Liberalen dieselben! Dadurch ist die Einheit des Judentums dokumentiert und der

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