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Liberales Judentum · 1913-02-01 · Heft 2 (Februar 1913) · p. Seite 38

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Journal
Liberales Judentum
Volume
5 (1913)
Issue
Heft 2 (Februar 1913)
Date
1913-02-01
Page
Seite 38 (sequence 14)
Language
German
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38 Herr Ar. Wohlgemut!) und die Nichttinien den gelten lassen müssen? Sie heißt: Dr. Wohlgemuth, und die zitierten Stellen finden sich in dem schon öfter genannten „Kommentar" zu den Anti-Richtlinien, in dem übrigere sonst recht interessanten und aufschlußreichen Büchlein: „Die Vorträge des p. Erich wasman in Berlin!!? Ist das erlaubt, daß Herr Dr. Wohlgemuth sein wissenschaftliches Zeitbewußtsein in das Gotteswort hineinträgt? welches Recht hat Herr Dr. wohlgemuth än dein Gotteswort zu drehen und zu deuteln? Nicht einmal zu Anthropomorphismen durfte er „von seinen: Standpunkt aus" seine Zuflucht nehmen: so wenig wie Herr pastor Rnak, so wenig wie Abraham ben David aus j?osquieres. Ist die Bibel, ist die Thora Gottes Wort, durch Verbalinspiration an die Menschen gekommen, ist jedes „Gesetz" mitsamt seiner „authentischen Erklärung" Thora mm haschomajim, Offenbarung, vor der sich Verstand, Gefühl und Wille zu beugen und nicht nach den Einwendungen des rebellischen Verstands zu fragen") hat, so mache inan Ernst mit seiner Theorie :u:d beuge Verstand, Gefühl und Wille vor den: Gotteswort, auch wo es nicht „Gesetz", sondern „Lehre" ist und trage nicht mit Hilfe von Exegese und anderen menschlichen, allzumenschlichen Hilfsmitteln seine Gedanken, seine wissenschaftliche oder religiöse Anschauung in das Gotteswort hinein, was kann nicht alles aus der heiligen Schrift werden, wenn so die bodenlose Subjektivität in Gestalt von Erklärung, Svmbolisierung :c. sich ihrer bemächtigt, wenn der verstand sich zum Meister aufwirft, anstatt „als Magd des majestätischen Wortes Gottes de:nselben in aller Demut" zu dienen! 14j S. Talmud 1-abli, .loma 07b: „Unter Satzungen (Chukkim) sind Vorschriften zu verstehen, gegen welche der Satan Einwendungen erhebt, z. B. Spcisegesetze, Sehatnes, Chaliza. Du hast nicht das Recht, darüber nachzudenken." Wo bleibt der „orthodoxe" Glaube, wenn der „Meister", S. R. Hirsch, jedem Wunder, also auch dem Wunder der übernatürlichen Offenbarung die Grundlage entzieht, indem er erklärt, den: Judentum liege unendlich daran, „seine Bekenner in den: Bewußtsein einer überall in der Natur waltenden Gesetzmäßigkeit heranzubilden; wenn er bekennt, sich sogar mit den: Darwinschen Selektionsgesetz der „Anpassung und Vererbung" aussöhnen zu können? „Nicht einmal die Hunderttausende, die Millionen von Jahren, mit welchen die geologische Erdentwicklungstheorie so freigebig ist," schrecken ihn. „Die Rabbinen haben nie die Annahn:e oder Verneinung solcher und ähnlicher Meinungen zu Glaubenssätzen erhoben." „Sie ließen jede Theorie auf sich beruhen, die nur die Grundwahrheit: „Aller Anfang von Gott" unangetastet ließ."^') 16) Die Zitate sind entnommen dem inehrfach -erwähnten Büchlein von Dr. Wohlgemuth (S. 38 ff). Wie mit diesen Zitaten die Ausführungen S. R. Hirsch's in seinem Choreb (S. 21) in Uebereinstimmung zu bringen sind, daß „ganz Jßroät", an drittehalb Millionen Seelen, versammelt um Chaurötv unmittelbar hörten die Stimme des Herrn", wie Gott „Angesicht zu A n g e s i ch t" sprach, dieses Rätsel zu lösen ist Gottlob nicht unsre Aufgabe. Bielleicht wird man als ultima ratio den Bibelvers anführen: „Verborgenheiten sind Hasehörn unseres Gottes." (Vgl.: Hirsch, Pentateuch zu 1,3,8.) Aber auf etwas anderes möchte ich in diesem Zusammenhang Hinweis««. Maimonides und Aldo stellen als eine der Grundlehren. des Judentums ans: „Die Auferstehung der Toten" resp. „Die Unsterblichkeit der Seele." Abraham ben David meint sogar, gestützt auf „unsere Weisen", daß die Frommen in ihren Gewändern auserstehen werden (Mischne Thora, Hilchot teschuwa 8, 2). Unter den Epikorsim, der zweiten Klasse der Ketzer, zählt Maimonides (Mischne Thora ib. 3, 6) diejenigen aus, die die Auferstehung der Toten leugnen. Nun habe ich aber in den „Thauraus" des Choreb von S. N. Hirsch weder die Lehre von der „Auferstehung der Toten", noch von der „Unsterblichkeit der Seele" gefunden!!! Ob nicht auch der große S. R. Hirsch

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