Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 5 (1913)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1913)
- Date
- 1913-02-01
- Page
- Seite 37 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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o D o o Herr Ar. Mshlgrrnuth und dir Richtlinien ot liebe ich den schlichten, einfachen Köhlerglauben am meisten"? ungläubiger als jener paftor Krtaf, von welchem Professor Lazarus^) folgende Erklärung aus dem Jahre (868 abdruckt: „Denn meine Ueberzeugung, daß die Sonne sich bewegt, beruht nicht etwa auf jenem Worte im Buche Iosua allein, sondern auf der ganzen biblisch e n Anschauung von den Lichtern, die Gott der Herr an den Fimmel gesetzt hat und von deren Verhältnis zur Erde . . . Der Spott, den ich mir dadurch zugezogen, berührt mich kaum; ich bin vergnügt wie ein Rind und schmiege mich nur desto fester an meinen Gott und Heiland an. Uebrigens stehe ich mR meiner Ueberzeugung nicht allein, sondern ich habe auch wissenschaftliche Autoritäten auf meiner Seite, die es für die herrlichste AufgabederWissenschafterachten, wenn diese als Magd des majestätischen Wortes Gottes demselben in aller Demut dienen kann." Sie müßten, nach ihrer orthodoxen (nicht gesetzestreuen!) Theorie das alles glauben. Aber, aber — so leid es mir Lut, Sie als Retzer hinstellen zu müssen — Sie tun es nicht. Sie glauben nicht nur nicht an alle biblischen Wunder, Sie glauben nicht einmal „an den göttlichen Ursprung der Thora", so wie Sie ihn auffassen. Soll ich Ihnen für meine Behauptung, damit sie nicht eine bloße Behauptung bleibe, sondern zum Beweise werde, eine Autorität anführen, deren Zeugnis Sie wohl werden gelten lassen? Diese Autorität — hören Sie — hat gesagt, das seien böswillige Menschen, die „die Tatsache ignorieren, daß die Bibel absichtlich in anthropomorphistischen Wendungen sich bewegt, und daß diese zu keiner Zeit von den höherstehenden unter den Bekennern einer Religion anders als in übertragenem Sinne genommen worden sind." Prof. Dr. M. Lazarus, Ideale Fragen? S. 324 f. „Die Anthropomorphisinen in der Bibel können wir begreifen, weil sie in der Unmöglichkeit begründet sind, von Gott anders als in menschlichen Vorstellungen und menschlicher Sprache zu reden." Spricht so jemand, der an „Thora min haschomajim" glaubt? „Die Bibel bewegt sich in Wendungen", „man kann von Gott nicht anders als in menschlichen Vorstellungen und menschlicher Sprache reden!" „höherstehende verstehen das Gotteswort besser!" Das vom Himmel heruntergekommene Gotteswort war demnach so undeutlich, daß die einen es so, die anderen so verstehen konnten? „Uebertragen" d. h. von der naiv-orientalischen Ausdrncksweise in unsere „philosophische" Sprache übersetzt soll die Bibel, die Thora min haschomajim werden? Aber unsere Autorität geht noch weiter. Gbschon sie wenige Seiten weiter fortfährt: „Unmöglich ist es uns aber in einer ganzen Schöpfungsgeschichte eine allegorische Deutung zu sehen," „wer bürgt uns dafür, daß nicht auch diese (nämlich die patriarchengeschichte und der geschichtliche Akt der Dffenbarung) in uneigentlichem Sinne zu nehmen sind, wenn wir die Schöpfungsgeschichte ihres Wirklichkeitsgehalts entkleiden," wird von unserer Autorität schlankweg behauptet, daß wir „in dem Sechs tage werk eine Reihe von Schöpfungs Perioden erblicken dürfen, und daß „schon aus Gründen der Exegese (so? trotz: „und es ward Abend und ward Morgen, ein Tag" und trotz der durch diese 2lnnahme zu berichtigenden traditionellen Zeitrechnung?) angenommen werden muß, daß es sich um Schöpfungsxerioden handelt," wobei unsere Autorität, um nicht in den Verdacht zu. kommen, die Schöpfungsgeschichte philiströs und kleinlich behandelt zu haben, dahin gestellt sein läßt, ob die Schöpfungsperioden gerade (000 Jahre gedauert haben. Wissen Sie, wer diese gewichtige Autorität ist, die Sie unter allen Umständen wer-