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Liberales Judentum · 1913-01-01 · Heft 1 (Januar 1913) · p. Seite 13

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Journal
Liberales Judentum
Volume
5 (1913)
Issue
Heft 1 (Januar 1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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o o o o Rundschau: Hamburg, Berlin 13 Kunälckau. Erklärung. Gegenüber den Veröffentlichungen des orthodoxen und des traditionell-gesetzestreuen Rabbiner-Verbandes erklären wir, daß für uns die religiösen Entscheidungen der in unserem verbände amtierenden Rabbiner maßgebend sind. Entsprechend dem zwischen der hiesigen deutsch-israelitischen Gemeinde und den beiden einander gleichberechtigten Kultusverbänden bestehenden Verhältnis erkennt die deutsch-israelitische Gemeinde nach ihrer Verfassung die Funktionen und Entscheidungen der Rabbiner beider Richtungen auch in Ehe-Angelegenheiten gleicherweise an. Hamburg, 1% 3an- 19\3. Dervorstand des israelitischen Tempel-Verbandes in Hamburg. .Josef Lippmann, Vorsitzender. Ferner haben sich der Erklärung der Berliner und Frankfurter Gemeinde angeschlossen: Bayreuth, Fürth, Landau, Mainz, Worms und Würzburg, sodaß nunmehr 16 große Gemeinden, die etwa 2^0 000 deutsche Juden repräsentieren, auf dem Boden der Erklärung stehen. Kerlin, 9- Jan. 1913. Heute fand hier eine Kundgebung der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland im Festsaale des Logenhauses, Joachimsthalerstr. 15 statt. Der Saat war gedrängt voll, und viele konnten keinen j)latz mehr finden. Zu dieser Versammlung war die Einladung durch ein Zirkular ergangen, in welchem es heißt: Die Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum haben unsere orthodoxen Gegner veranlaßt, die liberalen Rabbiner in heftiger Weise anzugreifen und zu behaupten, daß alle liberalen Juden außerhalb des Judentums ständen. Es ist die Pflicht aller Glaubensgenossen, die liberal denken und fühlen, hiergegen Front zu machen und zu beweisen, daß wir unser Judentum uns von niemandem abstreiten lassen. Wer gegen die Herausforderung der Orthodoxie Widerspruch erheben will, den bitten wir, der am Donnerstag, den 9- Januar 1913, im Saale des „Logenhauses", Joachimsthalerstr. 13, abends 8y2 Uhr von der Vereinigung für das liberale Judentum einberufenen Versammlung beizuwohnen. Drei Rabbiner der Hauptgemeinde Berlin, die die Richtlinien mit unterzeichnet haben, hielten Ansprachen. Herr Rabbiner Dr. Blumenthal sprach über: „Die geschichtlichen Grundlagen und dev religiöse Charakter der Richtlinien". Herr Rabbiner Dr. Hochfeld über: „Die Lhegesetze und die Heiligkeit der Familie", Herr Rabbiner Dr. Bergmann über: „Die Wissenschaft und die Einheit des Judentums". Alle drei Redner fanden ungeteilten und lebhaften Beifall bei der großen Versammlung, die einen würdigen Verlauf nahm. Die Vorträge werden voraussichtlich im Druck erscheinen. Vereinigung liberaler Rabbiner in Deutschland. Am 23. Dezbr. 1912 fand im Repräsentanten-Sitzungssaale der jüdischen Gemeinde in Berlin eine erweiterte Vorstandssitzung der Vereinigung liberaler Rabbiner in Deutschland statt. Der Vorsitzende begrüßte die Kollegen und erteilte dem Koll. Seligmann das Wort, der über die wichtigen Vorkommnisse seit der letzten Tagung ln Frankfurt a. M. Bericht erstattet. Bezüglich der zwei Erklärungen, die der Vorstand in der Angelegenheit der Richtlinien veröffentlicht hat, betont der Referent, daß der Vorstand auch mit der vielfach angegriffenen ersten Erklärung den Boden der Richtlinien keineswegs verlassen, sondern nur aus taktischen Gründen der traditionellgesetzestreuen Rabbmer - Vereinigung die Hand zur Verständigung über die praktische Handhabung der eherechtlichen Bestimmungen geboten habe. Daß diese Verständigung nicht erreicht wurde, sei auf die nicht vorherzusehende Stellungnahme der Gegenpartei zurückzuführen. Nachdem diese ihre bekannte

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