Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 4 (1912)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1912)
- Date
- 1912-12-01
- Page
- Seite 277 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Air Posrnrr Versammlung 277 Einnahmen: Jahresbeiträge 33 622,93 M. Einmalige Beiträge *5 0**5,80 „ Zinsen -- . *66,89 „ Einnahmen an Inseraten durch die Monatsschrift * 057,85 „ Fehlbetrag *82*,53 „ 5*7*5,—Jfc 21 u 5 q a b e n: Gehälter 9 575,— M. Büromiete *335,— „ Büroutensilien 9299,5* „ Porto * 238,2** „ Druck der Monatsschrift und andere Drucksachen *6 0***,5* „ Redaktion und Honorar der Monatsschrift 9 783,9** „ Wanderredner l 79^,90 „ Reisegelder und Diäten 2 6**3,90 „ 5*7*5,—A. Der Fehlbetrag wird auf Anregung des Schatzmeisters in der Versammlung selbst durch freiwillige Beiträge gedeckt. Nachdem der Vorsitzende dem Schatzmeister für seine große Mühewaltung den Dank der Versammlung ausgesprochen, erteilt die Versammlung dem Vorstand und dem Schatzmeister aus Antrag des Vorsitzenden Decharge. hieraus fährt der Vorsitzende in seinen Ausführungen fort: Meine hochverehrten Damen und Herren! wir kommen fetzt zu dem wichtigsten Punkt der Tagesordnung. Die Nürnberger Versammlung hat unsere Fünfzehner-Rommission beauftragt, Nichtlinien auszuarbeiten. Diese Rommission hat in Frankfurt und Berlin getagt und in eifriger und dankenswerter weife sich mit diesen Richtlinien befaßt und sie zu einem Resultat gebracht, das die höchste Anerkennung verdient. Aber bei der Ausarbeitung hat sich doch ergeben, daß es notwendig war, die Richtlinien zunächst einmal derjenigen Korporation zu unterbreiten, die die wichtigste für uns liberale Juden ist, nämlich der Vereinigung der liberalen Rabbiner in Deutschland. Denn wenn wir keine Rabbiner haben, die für uns eintreten, was sollen wir , da machen? Und andererseits müssen auch die Serren Rabbiner wiederum darauf Rücksicht nehmen, daß sie für uns schaffen. Wenn wir nicht das wollen, was sie wünschen, dann sind es Generale ohne Soldaten. Und es war deshalb das Richtigste, daß die Fünfzehnerkommission das Resultat ihrer Beratung der Vereinigung liberaler Rabbiner unterbreitete, und daß nun die Herren Rabbiner die Richtlinien so formulierten, wie sie es für richtig hielten. Das Resultat hat Ihnen Vorgelegen. Drei Referenten werden die Richtlinien vor Ihnen begründen, wir werden fetzt die drei Referenten hören, dann werden wir eine kleine Pause von einigen Minuten machen und hierauf erst mit der Diskussion beginnen. Jeder ist berufen, seine Meinung zu äußern, jeder hat das Recht und die Pflicht zu erklären, was ihm geeignet erscheint und was ihm nicht geeignet erscheint. Nunmehr erteile ich dem Generalreferenten, Herrn Rabbiner Dr. Seligmann- Frankfurt a. M. das Wort. Ts folgen die drei in der vorigen Dopxelnummer bereits abgedruckten Referate der Herren Rabbiner Dr. Seligmann, Vogelstein und Freudenthal. Nach einer kurzen Pause eröffnet sodann der Vorsitzende die Debatte. Vorsitzender: Ich eröffne wieder die Sitzung und wir kommen nunmehr zur Diskussion. Ls wird eine Generaldiskussion stattfinden und eventuell auch eine Spezialdiskussion notwendig sein. Ich habe die Absicht, jedem der das Wort wünscht, seinen Willen zu lassen, jeder mag reden wie ihm ums Herz ist. Nur eine Bitte habe ich, reden Sie nicht zu lange, damit wir nicht genötigt sind, eine bestinnnte Zeit dafür zu fixieren. Als erster Redner hat sich gemeldet Herr Dr. Toblenz - Bielefeld. Ich erteile ihm das Wort. Rabbine r Dr. Toblenz-Bielefeld: Meine verehrten Damen und Herren! Ich freue mich, sagen zu können, daß ich in vielen Punkten mit den Herren Referenten übereinstimme. In Bezug auf Linzelheiten möchte ich jedoch meinen abweichenden Standpunkt darlegen.