Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 4 (1912)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1912)
- Date
- 1912-12-01
- Page
- Seite 276 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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276 Me Psfrnrr Versammlung für unsere Arbeiten zu schaffen. Ich -kann den Ortsgruppen nur den Dank aussprechen, daß sie alle jede unserer Anfragen beantwortet haben. Ich möchte diejenigen Herren, .die führende Mitglieder der Ortsgruppen sind, aber bitten, dafür zu sorgen, daß wenn Anfragen erfolgen, sie möglichst bald und möglichst ausführlich beantwortet werden. Sie könne,! versichert sein, daß wir nur im äußersten Notfälle und aus ganz besonderer Veranlassung die Ortsgruppen mit Anfragen behelligen, daß wir aber, wenn wir solche Anfragen an die Ortsgruppen richten, auch' auf eine bestimmte Antwort rechnen, weil sonst unser Material nicht vollständig sein kann. Die Zahl der Ortsgruppenmitglieder hat in den letzten zwei Jahren um "(235 zugeuommeu. Die Gesamtzahl der ordentlichen Mitglieder beträgt augenblicklich 623H. Ts gehört aber noch eine Anzahl anderer Mitglieder zu uns, die die Zeitschrift erhalten, ohne — aus verschiedenen Gründen — Mitgliederbeiträge zu zahlen, sodaß die Ziffer von 623H erheblich überschritten wird. Ortsgruppen sind in den zwei Jahren (( neue hinzugekommen. Im ganzen haben wir H5 Ortsgruppen; noch vorgestern ist die ^5. hinzugekommen, wer sich in dieser Beziehung orientieren will, für den haben wir eine Liste zusammengestellt, die nachher in der D<urse oder wann es son st gewünscht wird, vorgelegt werden soll. Die Berliner Ortsgruppe ist die stärkste, sie zählt 6H( Mitglieder, und dazu kommt der liberale Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde, also zusammen ungefähr (3 bis (H00 Mitglieder. Neu angeschlossen haben sich als Ortsgruppen beziehungsweise als Gesamtmitglieder, der Verein der liberalen Juden in j)osen, der die Güte gehabt hat, uns heute zu begrüßen und der Berliner liberale Iugendverein. Liberale Iugendvereine bestehen jetzt in Berlin, Dosen, Hamburg und in Königsberg. (Zuruf!) Es wäre sehr zu wünschen, daß weitere liberale Iugendvereine errichtet würden. Denn ohne liberale Iugendvereine können wir natürlich garnichts machen. Das find unsere Rekruten, und wir müssen Rekruten haben, wenn wir einmal Soldaten haben wollen. Meine Damen und Herren! Ich wäll den einleitenden Teil nicht schließen, ohne den Mitgliedern des Vereins liberaler Juden in Dosen unsern herzlichsten Dank für den ganz besonders warmen Empfang züm Ausdruck zu bringen, den sie der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland haben zuteil werden lassen. (Bravo!) Wer die Schwierigkeiten kennt, mit denen der Verein in Dosen zu kämpfen hat — ich selber bin.hier geboren, ich kenne die Dosener Verhältnisse ganz genau — und wer nun weiß, wie gerade die liberalen Juden hier zu kämpfen haben, wer weiß, welchen Unbequemlichkeiten, Unannehmlichkeiten und Angriffen sie hier ausgesetzt sind, der kann nur sagen, mutig sind die Männer gewesen, die sich hingestellt und gesagt haben, die Liberalen müssen hier so empfangen werden, wie alle anderen hier empfangen worden sind. Deshalb danken wir Ihnen nicht nur für die Äußerlichkeiten, wir danken Ihnen auch für die Gesinnung, mit der Sie uns empfangen haben. (Bravo!) Und wir wünschen und hoffen, daß Sie Ihre Nachfolger, mit derselben Gesinnung erfüllen werden, und daß, wenn wir wieder einmal nach Dosen kommen werden, in Dosen fast alle Juden zu den Mitgliedern des Vereins liberaler Juden in Dosen gehören werden. (Heiterkeit. Bravo!) Aber dazu gehört, meine Damen und Herren, auch etwas, wofür ich den Herren noch besonders dankbar bin, das ist der Mut des Bekenntnisses, Jedem das Seine lassen, aber nicht vor jedem anderen zurücktreten, sondern getragen sein von dem sicheren stolzen Bewußtsein: Auch ich bin ein Jude, nicht auch ein Jude, sondern ich bin der Jude! (Bravo!) Und so habe ich den Herren hier um ihres Bekennermutes willen noch ganz besonders meinen herzlichsten Dank und die Bitte auszusprechen, weiter zu wirken wie bisher, und wir werden das Terrain schon gewinnen! (Beifalls) Hierauf erstattet der Schatzmeister, Herr Emil Lohn-Berlin, den ausführlichen Kassenbericht. Danach balanziert der jedesmal für zwei Jahre aufgestellte Etat für die Zeit vom (. April (9(0 bis (. April (9(2 mit Mk. 5(7(5. Im Einzelnen stellt sich derselbe wie folgt: