Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 4 (1912)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1912)
- Date
- 1912-07-01
- Page
- Seite 156 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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156 0 0* o o Ar. Norden: Umrisse des liberalen Judentums lischen Wunder, über.Gebet und Gottesdienst, über Lohn und Strafe, über den Ursprung der Sünde, über Neue und Vergebung, über die Unsterblichkeit der Seele, über die messianische Zeit, über die Mission des Judentums, über die Inspiration, über Sabbat und Feste, über den Wert des Zeremonialgesetzes, über das gesetzliche und das prophetische Judentum, über die Streitpunkte zwischen Konservativen und Liberalen, über Nationalismus, über Glauben und wissen, auch über das neue Testament und die Streitpunkte zwischen Judentum und Thristentum. Und dieses Buch, hat kein zünftiger Theologe geschrieben. Aus der Feder eines Laien ist es geflossen, aber eines Laien, der mit einer glühenden Liebe zum Judentum ein geradezu erstaunliches Verständnis verbindet für die religiösen Strömungen der Gegenwart. Daher befriedigt sein-Buch zugleich 'Herz und verstand. Dem etwaigen Vorwurf, das Werk sei für das Fassungsvermögen von Kindern zu schwer, begegnet der Verfasser wiederholt mit dem Hinweis, daß es ja nicht für Kinder geschrieben ist, sondern für deren Erzieher. Sache der Eltern und der Lehrer muß es sein, die in dem Buche dargebotenen Gedanken den Kindern der verschiedenen Altersstufeu mundgerecht zu machen. Aus der Fülle des Stoffes habe ich zunächst den Abschnitt übersetzt, der sich mit dem Gegensatz „konservativ-liberal" befaßt. Konservatives und liberales Judentum. Einleitung. Dieses Kapitel und die fünf folgenden*) scheinen sich selbst zu erklären und bedürfen *) Nation und Rasse in Bezug aus die jüdische Religion; die Unterschiede zwischen Judentum und Christentum; vom neuen Testament; Ideale und Liebe, insbesondere die Feindesliebe; Glauben und Wissen. (Anm d. Uebers.) meines Erachtens kaum irgend einer Vorrede oder Einleitung. Sie sind eingestandenermaßen für Eltern und Lehrer geschrieben, und diese werden darüber zu entscheiden haben, welche Teile von ihnen, in welcher dem Verstände des Kindes angemessenen Form pnd auf welcher besonderen Entwickelungsstufe sie den Kindern beigebracht werden sollen. Nur einen j)unkt möchte ich nochmals betonen, daß nämlich der in diesem Buche dargebotene Unterrichtsstoff ein Ganzes darstellt, und daß, wenn auch nicht alles auf einer ^Stufe und zu einer Zeit gelehrt zu werden braucht, es aber doch unnötig und nicht Wünschenswert ist, dem Kinde auf irgend einer Stufe und zu irgend einer Zeit einen Unterricht zu erteilen, der mit jenem Stoffe in Widerspruch steht. Das liberale Judentum braucht dem jungen Kinde nicht in seinem vollen Umfang dargeboten zu werden, auch nicht in derselben Form, wie dem älteren Kinde. Das aber bleibt meine feste Ueberzeugung, daß dem Kinde, gleichviel welchen Alters, das von liberalen jüdischen Eltern geboren ist und zu einem liberalen Juden erzogen werden soll, immer nur liberales Judentum gelehrt werden soll. Es soll nicht e i n Judentum als K i n d kennen lernen und später, wenn es auf eigenen Füßen steht, sich ein anderes aneignen. Das konservative Judentum verwandelt sich nicht — wie ich schon zu zeigen versucht habe — durch Einschrumpfen in eiU liberales. Nimmt!man zwei Gegenstände, die derselben Gattung angehören, einander aber in der äußeren Gestalt nicht ähnlich sind (z. B. eine runde und eine viereckige Schachtel), und schneidet Stücke davon ab oder drückt die Gegenstände zusammen, so verwandelt man damit nicht den einen in den andern. Ulan macht einfach jeden Gegenstand kleiner, oder, besser gesagt, man erhält einfach eine verstümmelte j)robe von beiden. Ulan schneide vom konservativen