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Liberales Judentum · 1912-06-01 · Heft 6 (Juni 1912) · p. Seite 142

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Journal
Liberales Judentum
Volume
4 (1912)
Issue
Heft 6 (Juni 1912)
Date
1912-06-01
Page
Seite 142 (sequence 22)
Language
German
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142 Kücherschau o o O 0 ligkeit (De Pelegance morale)''. Alle diese predigten sind von hohem geistigen Schwung und beseelt von tiefreligiöser Wärme, gedankenreich und voll edler Diktion „treu und frei". 8. Cinquante ans d’Histoire. L’Älliance Israelite Universelle (1860—1910). Tome ler, par N. Leven. 1 vol. in-8°. 552 pag. 7 fr. 50. (Librairie Felix Alcan.) Niemand war mehr berufen, die Geschichte der Alliance Israelite zu schreiben als Leven, einer ihrer Gründer im Jahre (860 und ihr langjähriger Präsident. In einer umfangreichen Einleitung setzt Leven die Gründe, Nächstliegende und entferntere, auseinander, welche etliche französische Israeliten dazu veranlaßt haben, ein Werk zu schaffen, dessen wesentlicher Zweck war, überall für die Emanzipation und für die sittliche Hebung der Israeliten auf der ganzen Erde zu arbeiten und allen denjenigen zu helfen, welche leiden, weil sie Israeliten sind. - U)ir verfolgen mit dem Autor die Entstehung und allmähliche Entwickelung der Alliance. Der Hauptinhalt des Werkes aber handelt von der gesetzlichen und sozialen Lage der Israeliten in den verschiedenen Ländern, vor allem in denen des Ostens, und von den Bemühungen für ihre Emanzipation. Der Autor, das fühlt man, hat diese Geschichte erlebt, und wenn er bei Beurteilung der Ereignisse sichtlich bemüht ist, objektiv und unparteiisch die Geschichte sprechen zu lassen, so hält er doch nicht mit seinem Urteil zurück, wo es sich darum handelt, das Gebahren Jener zu geißeln, die die niedrigen Volksinstinkte und Vorurteile gegen die Juden für ihre ehrgeizigen Zwecke ausbeuten. Das letzte Kapitel des Buches ist ganz der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus gewidmet, Hier erhebt sich Leven zu einer Höhe der Gesichtspunkte und zu einer Originalität der Gedanken, die auch dem voreingenommensten Respekt einflößen müssen. Leven hat in diesem Werke Dokumente von großer historischer Bedeutung zusammengestellt, die vorher niemals veröffentlicht waren und die geeignet sind, viele Vorurteile zu zerstreuen; er hat verwickelte Probleme aufgehellt, die in der zweiten Hälfte des (9. Jahrhunderts leidenschaftliche Erörterungen und schwere Mißverständnisse hervorgerufen haben. 8. Geschichte dev badischen Juden seit der Regierung Kart Friedrichs (1738—1909). von Adolf Lewin. Kommissionsverlag der H. Braun'schen Hofbuchdruckerei und Verlag, Karlsruhe i. B. 8°. 508 5. Gebunden Mk. 6.—. Ein interessanter Ausschnitt aus der Kulturgeschichte der Neuzeit, für die Geschichte der deutschen Juden ein außerordentlich verdienstliches Spezialwerk. Wir verfolgen die Geschichte der badischen Juden von der engen, kleinen Zeit um die Mitte des (8. Jahrhunderts durch die Zeit der Aufklärung und wiederkehrenden Reaktion hindurch bis zum ersten Drittel des (9- Jahrhunderts, dem der großzügige Markgraf und spätere Großherzog Karl Friedrich den Stempel seiner sympathischen Persönlichkeit ausgeprägt hat. Auf den von diesem Fürsten gelegten Grundlagen baut sich dann die neuere Geschichte der badischen Juden unter dem unvergeßlichen Großherzog Friedrich I. auf, der den badischen Juden die volle bürgerliche Gleichstellung und die in Deutschland einzig dastehende Synodalverfassung verliehen hat. Zu dem Bilde dieses herrlichen Fürsten liefert Lewin's Buch treffliche Einzelzüge. Eingehend werden neben den bürgerlichen, die inner-religiösen Zustände und Wandlungen geschildert. Die Darstellung ist bei aller Gründlichkeit spannend und bei allem Freimut streng sachlich. Das Buch ist eine äußerst verdienstvolle Bereicherung der historischen und speziell jüdisch-geschichtlichen Literatur. 8. Arr Untergang der deutschen Juden. Eine volkswirtschaftliche Studie von Dr. Felix A. Theilhaber. (80 S. in gr. 8°. Mk. 2,50. Ueber dieses vielbesprochene Buch möchwir von unserem Standpunkt aus einige allgemeine Bemerkungen machen. Wir setzen die Richtigkeit der Statistik voraus, wir geben jeden Notstand zu, den der Verfasser mit schonungsloser Hand aufdeckt. Und dennoch können wir uns, selbst auf die Gefahr hin,

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