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Liberales Judentum · 1912-06-01 · Heft 6 (Juni 1912) · p. Seite 141

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Journal
Liberales Judentum
Volume
4 (1912)
Issue
Heft 6 (Juni 1912)
Date
1912-06-01
Page
Seite 141 (sequence 21)
Language
German
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o o 0 o Sücherschau 141 Limoges in Frankreich Hinweisen, die ungefähr um dieselbe Zeit stattsand (\0\0). Um dieselbe Zeit ungefähr fanden auch Verfolgungen in Aegypten statt. Oder nehmen wir die Zahl WO. W° erlosch das Gaonat; WO starb (nach Rosenthal, Berlin WO, vgl. Graetz 5. Bd. ed. Eppenstein 5. 382) R. Gerschom; W° wurde Raschi geboren; gegen (0^0 verfaßte Bachja ibn pakuda das moralphilosophische Werk „Thoboth Ha-Lebaboth" (Herzenspflichten). Der Schüler verbindet so mit der Zahl (0^0 sehr wichtige Vorstellungen und Kenntnisse aus der jüdischen 'Geschichte. Doch darf diese Zusammenfassung erst dann durch Lehrer und Schüler geschehen, wenn die betreffenden Partien bereits durchgenommen worden sind. Niemals darf der Schauplatz außer acht gelassen werden, auf dem sich die Ereignisse abspielen und es müssen auch die Gründe angegeben werden, warum beispielsweise seit dem 3. Jahrhunderte Babylonien, seit dem \Ö. Jahrhunderte Spanien Mittelpunkt der jüdischen Gelehrsamkeit geworden ist. Auch darf sich der Lehrer die Blühe nicht verdrießen lassen, all die geographischen Orte, die in, der jüdischen Geschichte Vorkommen, genau aufzusuchen und dem Schüler auf der Karte zu zeigen. Aus all dem Gesagten ergibt sich, daß der jüdische Religionslehrer keine leichte Aufgabe hat, wenn er an Mittelschulen (darunter sind in Oesterreich Gymnasien, Realschulen und ähnliche Anstalten zu verstehen) mit Erfolg unterrichten will. Denn es handelt sich nicht bloß den Schülern Kenntnisse beizubringen, sondern sie auch zu tüchtigen und charaktervollen Menschen, zu glaubenstreuen und charakterfesten Juden heranzubilden. Der jüdische Geschichtsunterricht — das müssen wir uns stets vor Augen halten — wird und muß bleiben Gesinnungsunterricht; er soll dazu beitragen, ein starkes, selbstbewußtes Geschlecht zu erziehen, das mit Liebe und Begeisterung dem Zudentume angehört und treu beim Judentums ausharrt bis zum letzten Atemzuge. ßücherfchau. Maitnonide, par Louis-Germain Levy, rabbin, docteur es lettres, 1 vol. in-8° de la Collection „Les grands philosoplies“ 284 pag. 5 fr. (Librairie Felix Alcan. Dieses auf unfangreichem und eindringendem Quellenstudium beruhende Werk ist eine außerordentlich dankenswerte Bereicherung unserer Maimonides-Literatur. Wissenschaftlich und doch populär, belehrend und anregend, geistvoll und fesselnd, ist es so recht geschaffen dazu, die philosophische Persönlichkeit des Maimonides dem großen Publikum nahe zu bringen. Es fehlte bis zum heutigen Tage an einer solchen Würdigung des größten jüdischen Religionsphilosophen der spanischen Periode. Zn zwölf Kapiteln behandelt der Autor „Das Leben und die Werke", „Die Ouellen", „Einführung in die Philosophie", „Sein und Werden", „Die höhere und die niedere Welt", „Die Seele", „Die Erkenntnis", „Existenz und Natur Gottes", „Allwissenheit und Vorsehung", „Theoretische Moral", „Angewandte Moral", „Die Vollendung". Zn einem Schlußwort gibt er einen hochinteressanten Neberblick über den Einfluß des Maimonides auf Zudentum, Zslam und Lhristentum. Der Streit um die Schriften Maimonides', die tiefeindringende Kritik Thasdai Trescas' werden ausführlich erörtert. Bis in die neueste Zeit hinein, bis auf die Wirkungen, die von Maimonides auf Spinoza, Mendelssohn und Salomon Maimon ausgingen, folgt der Autor den Spuren Maimonidesschen Geistes. Eine deutsche Uebersetzung dieses wertvollen, interessanten Buches wäre ein verdienstliches Werk. von demselben Autor liegen uns mehrere bedeutsame predigten vor, die er in der Synagoge der Union liberale israelite gehalten hat. Wir verzeichnen die Titel: „Das Zudentum, Religion des Geistes", „Erinnerung und Verantwortlichkeit", „Zch denke, darum glaube ich", „Säet Wohltat und ihr werdet Liebe ernten", „von der sittlichen Feinfüh-

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