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Liberales Judentum · 1911-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1911) · p. Seite 142

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Journal
Liberales Judentum
Volume
3 (1911)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1911)
Date
1911-06-01
Page
Seite 142 (sequence 22)
Language
German
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142 O O o o Prof. G. Neutsch: Ueforrnjudentunr und Taufe wenige in Marocco und es ist nicht wahrscheinlich, daß Reformgedanken verantwortlich zu machen sind für den Abfall Samaual's, wie auch unmöglich die Reform in Cöln Schuld daran trägt, daß ein Zeitgenosse SamanaVs Iudah Salevi sich einem Mönchsorden in Raxpenberg als Bruder German anschloß. (Zeitschrift für Gesch. der Juden in Deutschland 2(7 u. f. (888.) German war 2 Jahre Christ, da drang in seine Zelle die Runde von dem Unwillen von St. Bernard, der es als eine Schmach 'bezeichnete, daß Rardinal Pierleoni, ein Mann von Jüdischer Abstammung zum papst erwählt worden ist. Die pierleonis waren Christen durch vier Generationen hindurch und der pierleoni, der seinem Lnkel den weg zum Thron in St. petet geebnet hat, lebte um die Zeit, als der Sohn von Rabbi Gerschon übertrat. (Vogelstein und Rieger, Geschichte der Juden in Rom Seite 2(6.) wenn man berücksichtigt, daß Rabbi Moses Israel Nazan (8^8 in Rom Widerstand fand, als er es als erlaubt erklärte, daß eine Uhr in dem Sofe der Synagoge aufgestellt werde, so scheint es, daß die Reform während 8 Jahrhunderte nur geringe Fortschritte in Rom gemacht hat. (Schaalos useschuwos taalmulos lew . Leghorn (876 Nr. (.) In Rom finden wir auch einen Juden aus Fez, der (552 zum Ratholizismus übertrat und Missionar geworden ist. Gr hat das Gesetz veranlaßt, das die Juden zwang, die predigten der Missionare zu besuchen. (Vogelstein und Rieger, wie oben, Seite (72.) Ls war dies die Zeit der Aufregung, die durch die Reformation hervorgerufen 'war, und in den Reihen beider christlichen Bekenntnisse gab es zahlreiche Uebergetretene. Johannes Pfefferkorn, der ehemalige Fleischer und der Dominikanermönch und Führer Rabbi Victor von Rarben waren es, die einen Angriff auf die talmudische Literatur hervorgerufen haben. Johannes Levita Isaac ((5(5—(577), der Rabbiner in Wetzlar war, trat (5^6 zum Protestantismus über und da ihn. der neue Glaube nicht befriedigte, wurde er einige Jahre später Ratholik und lehrte an den katholischen Instituten in Loewen und Töln. Sein Sohn Stephen Isaac machte es umgekehrt. Als Jude geboren, wurde er protestantisch getauft und trat zum Ratholizismus über und wurde katholischer Priester. Im Jahre (586 wurde er Protestant und Pastor in Seidelberg. (wetzer und Welte: Rirchenlexikon unter „Isaac".) Aehnlich war die Laufbahn des Immanuel Tremellius ((5(0 bis (580), der als Jude geboren dem Ratholizismus sich anschloß und in ein Dominikanerkloster trat, später verließ er dieses, trat zur reformierten Rirche über, in der er es zu großer Bedeutung brachte. Lr wurde Freund von Calvin und lehrte einige Zeit in Oxford. (Protestantische Realenzyklopädie unter „Tremelliüs"). Lukas Selic, aller Wahrscheinlichkeit nach ein polnischer Jude, trat ca. (570 zu den mährischen Brüdern über und half ihnen bei der Uebersetzung der Bibel in's Tschechische. (Ottuv Slovnik naucny, Prag *897.) Bernhard Göppinger (vielleicht „Gepier") aus Goeppingen, erst Ratholik, dann Protestant, war so unreformiert, daß er als Christ seinen Namen in hebräischen Buchstaben schreiben mußte. Luther, der ihm wohl wollte, berief ihn als Lehrer des Sebräischen an die Universität in Wittenberg. Lr war aber infolge seiner Unwissenheit hierzu nicht geeignet und erhielt endlich durch die Unterstützung von Luther und Rarlstadt ein Amt in der Stadtverwaltung, vermutlich ist er der „Meister Bernhard", von dem Luther sagt, daß er ihm manche Schlechtigkeiten der Juden mitgeteilt habe. (Luther's Schriften Lrlangen XXII, 557.) Luther versuchte es, noch andere Männer zum Lehramt des Hebräischen in Wittenberg heranzuziehen, und einer von diesen, der Spanier Mathias { Adrianus war wahrscheinlich ein übergetre-

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