Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 2 (1910)
- Issue
- Heft 11 (November 1910)
- Date
- 1910-11-01
- Page
- Seite 253 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. S. FSb: Gedanken über den NrUgionsuntrrrrcht ZLL gion des Liberalismus haben muß und darf: a) Er hat religiöse Gedanken und Empfindungen zu symbolisieren, — und zwar muß er dann so sein, daß er auch wirklich dem modernen Bewußtsein entspricht, sowohl dem ästhetischen Empfinden wie dem philosophischen und geschichtswissenschaftlichen Denken, — und so, daß er als solches Sinnbild auch leicht erkennbar und verständlich ist. b) Oder er hat — unter denselben Bedingungen — die Aufgabe, spontane Religion zu erwecken. e) Dazu kommen einige Rultbräuche, besonders Unterlassungen, die sich aus der Glaubens- und Sittenlehre direkt ergeben (z. B. das Bilderverbot in Synagogen). ä) Und schließlich wird es einige Uultbräuche geben müssen, welche hauptsächlich die Glaubensgemeinschaft erhalten und die Zugehörigkeit zu ihr befestigen sollen. Doch werden diese Uultbräuche stets auch einen der drei andern religiösen Zwecke gleichzeitig verfolgen müssen, da der Liberalismus (wie ausgeführt) keine Erziehungsmittel diktieren kann. Diese H Zwecke werden sich mannigfaltig miteinander verbinden; auch wird zu verschiedenen Zeiten und bei verschiedenen Personen bald der eine, bald der andre in den Vordergrund treten — bei denselben Bräuchen. Trotzdem ist ein solcher Schematismus wohl von Nutzen bei der Beurteilung und Festsetzung der einzelnen Uultnormen. Einige von diesen seien nun zum Schluß noch besonders besprochen, damit alles Gesagte noch deutlicher und auch in einigen besonders aktuellen Fragen die richtunggebende Uraft dieser Gesichtspunkte erkennbar werde. (Schluß folgt.) ' OeüanKen über äen Keligionsuntemrbt. Von Dr. H. föb aus Bruchfal. ie folgenden Zeilen verzichten von vornherein auf systematische Vollständigkeit; sie wollen nur Ziel- und Richtpunkte zur Erörterung stellen, nach denen hin — meiner Empfindung nach — der Religionsunterricht sich bewegen muß. Und zwar sollen sich die Gedanken verbreiten über Religionslehre, Unterricht in Geschichte und im hebräischen. I. Religionslehre wird wohl im Allgemeinen im Anschluß an das Gebet und die Bibel oder die Geschichte behandelt werden. Doch ist es wohl hier gestattet, sie für sich zu betrachten. Von den Rindern sehen wir fetzt mit Bewußtsein ab. wie ist bei reiferen Schülern die Religionslehre vorzutragen? Da möchte ich besonders eins betonen: Die Probleme und Schwierigkeiten nicht verdecken; nicht in falscher Pädagogik über alles weggleiten und es dem Zufall überlassen, wie sich der Einzelne zurechtfindet. Erfahren die Schüler denn das, was wir etwa verhehlen wollten, nicht in tausenden von Volksbüchern, hören sie es später nicht in Vorträgen? Und die Folge? Der Religionslehrer gilt entweder für einen Dummkopf oder für einen Heuchler. Er mag sich wählen, was ihm mehr von beiden zusagt. Führen wir also besser die Schüler selbst zu den Fragen, warum sollen wir ihnen denn verschweigen, daß auch in der Religion jetzt ein Umwandlungsprozeß vor sich geht, daß sich in dem Thaos der religiösen Theorien dach viel