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Liberales Judentum · 1910-12-01 · Heft 12 (Dezember 1910) · p. Seite 284

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
2 (1910)
Issue
Heft 12 (Dezember 1910)
Date
1910-12-01
Page
Seite 284 (sequence 20)
Language
German
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284' R. Adawi: Chanukka Ckonukka. Von R. fldami. nbeschreiblicher Jubel tobte durch Jerusalems Gassen— ein Jubel, wie er in den Freiheitskämxfen durch die deutschen Lande gebraust, nachdem man den großen Korsen über den Rheinstrom gesagt. Denn der Feind war'über Judäas Grenzen gesagt, und heute sollte Juda Makkabi, der mutige „Hämmerer" auf Feindesrücken, der Held und Retter der Landesehre, in die Hauptstadt einziehen mit seinen tapferen, ruhmreichen Kriegern. Da vernahm man den scharfen Ton der Kriegsposaune, der, immer näher und näher klingend und immer stärker werdend, dieses Mal nicht kurz und gebrochen zum Kampfe rief, sondern in langgezogener Weise Sieg verkündete und Jubel und Heil. Und alles strömte zum Tore hinaus, die Helden zu begrüßen, und Juda, dem löwenstarken, den Saum des Kleides zu küssen, ihm, dem Retter des Vaterlandes. — — Und wieder herrschte Jubel in der Stadt. Der Tempel war in aller Lite gereinigt worden. Die zerstörten Teile waren in Stand gebracht, die Götzen zertrümmert, die fremden Altäre vernichtet. Alle Spuren des Heidentums und der Heidenwirtschaft waren, so gut es ging, hinweggewischt, und heute sollte der Tempel von neuem geweiht werden. In feierlichem Zuge zog das Volk zum Gotteshause, an seiner Spitze die Priester; ihnen zunächst Juda, der Held. Und die neuen Tore öffneten sich, und demütig trat der Sieggekrönte näher, kniete nieder vor Gottes Altar und dankte aus vollem Herzen ihm, dem Siegverleiher. Und die Priester Huben einen neuen Sang an voll Inbrunst und Kraft, „ein Lied zur Temxelweihe" ist er noch heute überschrieben (pfalm 30): Dich, Lwiger, will ich erheben. Du ließest nicht frohlocken meine Feinde; Aus ihrer Hand befreitest du mein Leben. Zu dir drang wild mein Schreien — Du ließest Heil dem Kranken angedeihen. Schon zählt' ich mich zu der Begrabenen Thor. Schon weilte meine Seele in der Welt Der Finsternis, in die kein Lichtstrahl fällt — Du führtest sie zum Leben neu empor. Lobsinget drum dem Herrn, ihr seine Frommen, Und seinem heiligen Namen spendet Dank! Im Nu ist seines Zornes Glut verglommen, Doch seine Gnade währt dein Leben lang. Am Abend noch füllt Weheklag'dein Haus— Am Morgen schon bricht heller Jubel aus . . Line heilige Freude war es, die aller Herzen warm durchftrömte. Das Tempelinnere erstrahlte in Lichterglanz, und Lichter zündete man auch in den Häusern an, zur Lhre des Tages, zur Weihe des Festes. Lin kleines Volk hat sich aus der würgenden Hand des Bedrückers befreit, und stolz blickt es auf seine Führer, die Makkabäer. Makkabäer! Welch' wuchttges Wort! Und welch' guten Klang hat es noch heut'! So gut, daß „Die Makkabäer" selbst auf königlichen Bühnen gern gesehen werden, daß man auch in den edelsten Kreisen der iüdischen Helden sich freut, die ein deutscher Dichter dem Leben nachgebildet. Und es sind nicht Helden der Sage, sondern Helden der lebendigen Geschichte, schlichte Männer wahrer Größe. So oft das Fest der Tempelweihe wiederkehrt, geht ein frischer, belebender Zug durch den weithin gelagerten Körper des jüdischen Volkes. So oft das „Heldenmotiv" erklingt, lauscht das feinnervige Ghr eines alten Kulturvolkes in die ferne Vergangenheit, schaut leicht erregt sich um in der Gegenwart und wendet seine Gedanken dem Künftigen zu. Ist die Zeit der Makkabäer vergangen? Oder lebt noch heute edles Makkabäerblut? Freilich Juda, der Hämmerer, ist im Laufe der Geschichte vielfach zum Amboß geworden. Aber der Stolz, der sich nicht beugt bis zum

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