Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 2 (1910)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1910)
- Date
- 1910-08-01
- Page
- Seite 185 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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o o o o Aie Nürnberger Versammlung — Protokoll 185 auf Schwierigkeiten stoßen, dem einheitlichen Gesangbuch dagegen stehe nichts im Wege, und es könne überall eingeführt werden. Er bitte, Musiker zur Schaffung religiöser Musik anzuregen. Der Vorsitzende teilt mit, daß der Schluß der Debatte beantragt sei. Kommerzienrat Elb-Dresden begründet diesen seinen Antrag damit, daß eine weitere Klärung der Sache doch nicht mehr eintreten würde. Gxpenheim-Nürnberg ist gegen den Schluß. Es sei notwendig, daß eine weitere Klarstellung der Richtlinien herbeigeführt werde. Die Versammlung ist, wie der Vorsitzende nach erfolgter Abstimmung feststellt, für Fortsetzung der Besprechung. Rabbiner Dr. Sonderling-Hamburg: Die Rabbiner sollten sich unter bestimmten Kautelen bei der Beerdigung Verbrannter beteiligen. — Gb man wolle oder nicht, man werde doch endlich zur Synode gelangen. Die 60 Rabbiner, die sich der liberalen Vereinigung angeschlossen haben, bedürfen der Unterstützung derer, die hinten ihnen stehen. Sanität s rat Dr. Reich-Breslau bittet, den hebräischen Unterricht nicht weiter einzuschränken, ist für Schaffung von Erleichterungen im religiösen Leben und ersucht den Vorstand, die Gründung von Jugend-Organisationen in die Wege zu leiten. Rabbiner Dr. Straßburger- Ulm: In Württemberg habe man mit dem einheitlichen Gebetbuch und Gesangbuch schlechte Erfahrungen gemacht. Er bitte die einzusetzende Kommission, alle in Betracht kommenden Fragen so vorzubereiten, daß in einer späteren General-Versammlung etwas praktisches dabei.herauskomme. Rabbiner Dr. Appel-Karlsvuhe geht die einzelnen Paragraphen der beantragten Richtlinien im einzelnen durch, und erklärt sich damit einverstanden, bis auf die Trennung des Schacharis vom Mussaf. Er bittet die Gemeinde-Mitglieder, die Iugendgottesdienste mehr zu unterstützen. — was die Ehegesetze betreffe, so könnten die Laien hierbei nicht mitraten, da können sich die Theologen nur selbst helfen. — Die Frauen seien im Gemeindeleben mehr heranzuziehen. — Die Beerdigungsverhältnisse müßten durch die Gemeinden selbst, und zwar durch eine Beerdigungs-Ordnung geregelt werden. Der Rabbiner habe bei der Beerdigung Verbrannter unbedingt mitzuwirken, wie er selbst und viele seiner Kollegen setzt schon täten. Er hoffe, daß man auch auf dem Gebiete der Ehegesetze zu einer Lösung gelangen werde. Kommerzienrat Gallinger- Nürnberg beantragt den Schluß der Debatte. Rabbiner Dr. Pinkuß-Lseidelberg ist gegen den Schluß der Debatte. Der Vorsitzende stellt fest, daß die Versammlung für Fortsetzung der Besprechung stimmt. Rabbiner Dr. Pinkuß-Heidelb e r g: Der Ehescheidung dürfe die religiöse Weihe nicht genommen werden. Das habe nichts mit dem Liberalismus zu tun. Er bitte, die liberalen Rabbiner sehr zu unterstützen und wünsche eine größere Anzahl Theologen in der Kommission. Oppenheim-Nürnberg spricht sich für gemeinschaftliche Arbeit von Laien und Theologen aus, und bittet, alle Beschlüsse in gemeinsamer Arbeit zu fassen. Ingenieur Kucz^nski-Posen: Ueber den Religionsunterricht sei nicht genug und bestimmt gesprochen worden. — Die liberalen Ideen..sollten durch die Rabbiner nicht nur in die Kreise der Intellektuellen, sondern in die weitesten Kreise auch des Mittelstandes und der unteren Volksschichten getragen werden. Schluß der Debatte.