Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 2 (1910)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1910)
- Date
- 1910-08-01
- Page
- Seite 186 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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186 Air Nürnberger Versammlung — Protokoll 0 0 O O Zur persönlichen Bemerkung erhält das Wort: Gberkantor Frankel - Nürnberg: Er erhebe Protest gegen die Art und Weise, wie Herr Dr, Kaelter von Thor und Kantor gesprochen habe. Rabbiner Dr. Freudenthal- Nürnberg: Dr. Kaelter würde, wenn er noch anwesend wäre, dies sicher gerne erklären. <£s habe Herrn Dr. Kaelter ferngelegen, durch seine Ausführungen irgend jemand nahezutreten, es liege unbedingt ein Mißverständnis vor. Rabbiner Dr. Norden-Elberf e l d: Der Eindruck der Versammlung vom Vormittag sei ein großartiger gewesen. Es sei aber zu bedauern, daß nun nicht die Tat folge. Als Delegierter der Ortsgruppe Elberfeld befinde er sich in einer peinlichen Situation, wenn er zu Hause berichten müsse, daß die Elberfelder Anträge abgelehnt seien. Er bitte, die Elberfelder Anträge sämtlich der Kommission zu überweisen. Der Vorsitzende: Von einer Ablehnung der Elberfelder Anträge sei gar keine Rede gewesen. Es folgt die Abstimmung über die gestellten Anträge. Die Versammlung erklärt sich einstimmig dafür, daß alle Anträge, also auch die Elberfelder, der Kommission überwiesen werden. Ebenso erklärt sich die Versammlung einstimmig dafür, daß § 8 der Elberfelder Anträge gleichfalls der Kommission überwiesen werde. Für die Kommission werden, außer dem Vorsitzenden der Vereinigung, 7 Rabbiner und 7 Laien vorgeschlagen, sodaß die Kommission aus folgenden Herren zu bestehen habe: Zustizrat Bernhard Breslauer-Berlin, Rabbiner Dr. Vogelstein-Stettin, ,, Dr. Freudenthal-Nürnberg, Rabbiner Dr. Seligmann-Frankfurt a. „ Dr. Norden-Elberfeld, „ Dr. Blumenthal-B.erlin, „ Dr. Vogelstein-Königsberg, „ Dr. Appel-Karlsruhe, Iustizrat H. V. Simon-Berlin, Oberlehrer prof. Dr. Blaschke-Berlin, Iustizrat Dr. Blau-Frankfurt a. M., Rechtsanwalt Dr. Kaempfer-posen, Geh. Gberregierungsrat Mayer-Karlsruhe^ Oberkantor Henle-Hamburg, Zustizrat Gfner-München. RabbinerDr. Sonderling-Hamburg wünscht 8 Theologen und 7 Laien,, außer dem Vorsitzenden. Der Vorsitzende bittet, diesem Wunsche nicht nachzukommen und warnt vor einer Bevorzugung der Theologen. Rabbiner Dr. Freudenthal- Nürnberg wünscht als ^6. Mitglied der Kommission einen Mann der Wissenschaft. Rabbiner Dr. Seligmann - Frankfurt«. M. schließt sich diesem Vorschläge an, bittet aber, die Theologen nicht zu bevorzugen, da die in die Kommission gewählten Laien zum Teil auch theologisch gebildet seien. Der Vorsitzende spricht sich entschieden gegen eine Vermehrung der Anzahl der Theologen in der Kommission aus, und beantragt, der Kommission das Recht der Kooptation zu erteilen. Rabbiner Dr. Norden-Llberf e l d bittet die Theologen um Nachgiebigkeit. Rabbiner Dr. Freudenthal- Nürnberg ist mit der Erteilung des Rechts der Kooptation eines Gelehrten an die Kommission einverstanden. RabbinerDr. Sonderling-Hamburg beantragt, einen Rabbiner aus der Kommission zu streichen und dafür den zu kooptierenden Gelehrten hineinzuwählen. Rabbiner Dr. Vogelstein-Stettin bittet um das Recht der Kooptation.