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Liberales Judentum · 1910-08-01 · Heft 8-9 (August 1910) · p. Seite 182

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Journal
Liberales Judentum
Volume
2 (1910)
Issue
Heft 8-9 (August 1910)
Date
1910-08-01
Page
Seite 182 (sequence 14)
Language
German
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182 Are Nürnberger Versammlung — Protokoll o o o o Die Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland muß zur Erzielung eines einheitlichen Gemeindegesangs in den liberalen Gemeinden alle bisher schon als Gemeinde- Lieder gesungenen Texte und Melodien sammeln lassen und dies Sammelwerk Interessenten zugänglich machen; 2. ein Preisausschreiben erlassen, das zur Schaffung jüdischer Gemeinde-Gesänge auffordert; 3. eine Kommission wählen, die speziell dieser Frage sich widmet und schon der nächsten Haupt-Versammlung Bericht erstatten soll. Es gelangt nunmehr auch der Antrag Wolfs betreffs Gründung von Iugend-Drganisationen zur Besprechung. Der Vorsitzende begründet den Antrag: Iugendvereine beständen bereits. Es frage sich nun, ob es zweckmäßig sei, besondere liberale Iugendvereine zu gründen, oder ob nicht vielmehr die Mitglieder der Vereinigung aufgefordert werden sollen, ihre Kinder und Geschwister zum Beitritt in die bestehenden Iugendvereine zu bewegen. Der Antrag Wolfs wird dem Vorstände zur weiteren Behandlung überwiesen. Rabbiner Dr. Vogel st ein- Königsberg warnt davor, einen liberalen Schulchan-Aruch zu schaffen. Bezüglich des Sabbat-Gebotes erkennen wir die Beschlüsse der Augsburger Synode an. Die Heranziehung von Frauen zur Ergänzung des Minjan habe schon vor 600 Jahren Rabbi Melr von Rothenburg gestattet, und sie sei auch nach dem Talmud gerechtfertigt. Eine Debatte über solche Fragen sei deshalb überflüssig, und er bitte daher, die genannten Anträge nicht schon heute als bindend anzunehmen, sondern sie der Kommission als Material zu überweisen. — Der Redner wendet sich gegen ein einheitliches Gebetbuch. Man dürfe keine Norm festlegen und so eine liberale Orthodoxie schaffen. Line weitere Einschränkung des hebräischen, wie sie Herr Dr. Norden wünscht, sei abzulehnen. praktische Arbeit zwar sei notwendig, aber sie werde sich überall, je nach den lokalen Verhältnissen, verschieden gestalten müssen. Die Vereinigung könne nur ein allgemeines Programm aufstellen. — Ein deutsches Gesangbuch sei notwendig, Redner bittet um Einsetzung der Kommission, der eine Marschroute gegeben werden müsse. Die Kommission werde sich auch besonders mit einer Aenderung der Ehegesetze, deren Befolgung ungeheuerliche Zustände herbeigeführt habe, befassen müssen. Redner bittet, den Antrag Seligmann einstimmig anzunehmen. Dr. Erlanger-Nürnberg: Die Fragen seien teils religiöser, teils praktischer Art. Es sei für einen Laien schwer, sich zu den ersteren, den religiösen Fragen, zu äußern. Die Kommission solle sich mit dem Studium der Bräuche der einzelnen Gemeinden befassen und feststellen, wie sie in liberaler weise geändert werden könnten. Mas die Iugendvereine betreffe, so sei es notwendig, daß zuerst die Erwachsenen sich klar werden über das, was geschehen müsse. Ein Gesangbuch sei nicht notwendig. Die hebräischen Gebete müßten mit guter deutscher Uebersetzung versehen werden, soweit sie den Betern nicht mehr verständlich seien. Redner bittet, sämtliche Anträge der Kommission zu überweisen. RabbinerDr. Fuchs-Lhemnitzist gegen die Einsetzung der von Dr. Seligmann beantragten Kommission von f5 Mitgliedern. Die Verhandlungen würden sich zu langwierig gestalten. Redner beantragt zwei gesonderte Kommissionen einzusetzen und zwar eine Kommission von Theologen zur Vorberatung der religiösen Fragen, die keine Arbeit für Laien sei. Die Resultate der theologischen Kommission müßten hernach erst

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