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Liberales Judentum · 1910-08-01 · Heft 8-9 (August 1910) · p. Seite 181

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Journal
Liberales Judentum
Volume
2 (1910)
Issue
Heft 8-9 (August 1910)
Date
1910-08-01
Page
Seite 181 (sequence 13)
Language
German
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181 Air Nürnberger Versammlung — Protokoll träge zu verhandeln, um der Rommission Richtlinien für ihre Tätigkeit zu geben. Rabbiner Dr. Norden-Elberfeld wünscht bezüglich I der Elberfelder Anträge, daß in Zukunft Anträge zur Delegierten-Versammlung zwei Rkonate vor dieser den Delegierten bekannt gegeben werden. — II und III der Elberfelder Anträge seien bereits in der Vormittags-Sitzung erledigt worden. Zn Einsicht auf das gemeinsame Gebetbuch, welches die Orthodoxen haben, beklagt der Redner die Verschiedenheit des Gebetbuchs in den einzelnen liberalen Gemeinden und legt die Notwendigkeit eines deutschen Gesangbuches dar. Klassische Gesänge, natürlich nicht spezifisch Thristliches, könne man aus anderen Gesangbüchern übernehmen. — Ebenso nötig sei die Schaffung einer Lsagada. Die alte sei durchaus unbrauchbar. Das hebräische sei nur zum Verständnis wichtiger Gebete zu erlernen. Die Unlust der Rinder am Religionsunterricht rühre daher, daß ihnen das hebräische soviel zu schaffen mache. Der Religionsunterricht stoße sie deshalb frühzeitig ab. Eine Einschränkung des hebräischen im Religionsunterricht sei geboten. Rabbiner Dr. Freudenthal- Nürnberg: - Rkan müsse den Fehler früherer Versammlungen vermeiden, Beschlüsse zu fassen, die selbst von den Unterzeichneten nicht gehalten würden. So sei z. B. schon wiederholt erklärt worden, daß das Fahren am Sabbat und den Festtagen mittelst der modernen mechanischen Bewegungswerkzeuge keine Religionsübertretung sei, am allerwenigsten, wenn es zu gottesdienstlichen Zwecken geschehe. Trotzdem erschweren sich noch immer die Rabbiner in den liberalen Gemeinden ihre Amtsführung durch die Nichtbeobachtung dieser wiederholten Beschlüsse. Zustände wie in der Berliner Gemeinde, wo die Rabbiner an den hohen Feiertagen genötigt seien, sich in der Nähe der Synagoge, an der sie fungieren, einzulogieren, um nicht den weiten Weg von ihrer Wohnung zu Fuß ins Gotteshaus zurückzulegen, seien unhaltbar. — Rkan müsse überhaupt zuerst mit leichteren Reformen beginnen und dann erst zu schwierigeren fortschreiten. Wenn man sich an die schwierigste Reform, nämlich die des Gebetbuches, zuerst herangemacht habe, so solle man doch nicht übersehen, daß es eben so wichtig und viel leichter sei, eine hagqda und ein häusliches Andachtsbuch für Familien Herstellen. Er könne die Rkitteilung machen, daß ein Verleger sich bereit erklärt habe, diese Bücher in Verlag zu nehmen. Nicht schwierig sei auch die einheitliche Regelung der Zeit für den Gottesdienst am Freitag- Abend. Der Freitag-Abend-Gottesdienst sei eine treffliche Einrichtung, er sei auch, besonders in Berlin, fast immer gut besucht, aber die Zeit seiner Abhaltung sei unpraktisch und anormal. Rkan müsse schon im Interesse der Schuljugend, die den Besuch schädigenden Schwankungen im Beginn dieses Gottesdienstes beseitigen und für den Sommer und Winter je eine feststehende Zeit ansetzen. Die Vereinigung solle deshalb an die Verwaltungen der Großgemeinden einen Antrag richten, den Freitag- Abend-Gottesdienst gleichmäßig im Winter auf etwa 5 Uhr, im SvMmier auf 7 Uhr anzusetzen. Inzwischen ist ein Antrag von Rechtsanwalt Dr. Geiger-Frankfurt a. Rk. eingegangen : Der nach dem Antrag Seligmann zu wählenden Rommission auch folgende Fragen zur Erledigung zuzuweisen: \. Einheitliche Regelung des Beerdigungswesens im liberalen Sinne. 2. Die Frage der Amtstätigkeit der Rabbiner bei Leichenverbrennungen. Von Rabbiner Dr. Raelter-Danzig ist inzwischen ein Amendement zu j)unkt 5 der Elberfeld er Anträge, ein deutsches Gesangbuch betreffend, eingegangen:

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