Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 2 (1910)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1910)
- Date
- 1910-08-01
- Page
- Seite 179 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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o o o o 179 Nie Nürnberger Urrsammlnng — KrstokoU trage die Einsetzung einer Kommission zur Beratung, wie das Defizit zu decken sei. Der Vorsitzende: Frankfurt muß können. Löln allerdings kann nicht, die Frankfurter aber müssen ihr Herz und ihr Portemonnaie weiter auftun. Die Frankfurter Glaubensgenossen würden sicher genügende Mittel hergeben, wenn sie in der rechten weise dazu angegangen würden. Der einzige widerstand, so konstatiert der Vorsitzende, sei bisher nur von Frankfurt am Main geäußert. Rabbiner Dr. Seligmann- Frankfurt a. M.: Der Frankfurter Verein lasse sich zu sehr von pessimistischen Gesichtspunkten leiten. Man müsse bedenken, daß es nicht nur gilt, für lokale Zwecke zu arbeiten, sondern das liberale Interesse überall zu verbreiten. Gr habe dem Vorsitzenden des Frankfurter Vereins den vorgemacht, Ouittungskarten über Mk. — an die Mitglieder zur Einziehung zu verteilen, und sei heute noch die Meinung, daß der weitaus größte Teil der Frankfurter Mitglieder diese Quittung akzeptieren werde. Ingenieur Kucz^nski - j)osen konstatiert, daß der Liberale verein in f)osen nur korporativ beigetreten sei. Dafür aber sei eine große Anzahl direkter Mitglieder für die Vereinigung gewonnen worden.. Es sei leicht möglich, daß der Verein der liberalen Juden in f)osen späterhin der Vereinigung gegenüber mehr leisten werde, und zwar werde dies von der Haltung der Monatsschrift abhängen. Sanitätsrat Dr. Reich-Breslau: Der Breslauer verein sei mit den direkten Mitgliedern der Vereinigung nunmehr zu einer Ortsgruppe vereinigt. Man habe Mk. 5.— als Mindestbeitrag angesetzt und liefere von mm ab davon Mk. 3.— pro Kopf an die Kasse der Vereinigung ab. Der Vorsitzende: Die einzelnen Vereine sollten nicht so engherzig, sondern weitschauender sein, denn es könnte einmal die Zeit kommen, wo die einzelnen Vereine den Rückhalt an der großen Vereinigung wohl brauchen könnten. Rechtsanwalt Dr. Geiger- Frankfurt a. M. bemerkt wiederholt, daß Frankfurt nicht Mk. 3.— zahlen könne. Der Vorsitzende stellt namens des Vorstandes den Antrag, den Vorstand der Vereinigung zu ermächtigen, den Mindestbeitrag sowohl für die Mitglieder der Ortsvereine als auch der Ortsgruppen auf Mk. 3.— pro Koxf in den Etat einzusetzen. Dieser Antrag des Vorstandes müsse für die nächsten zwei Jahre akzeptiert werden. — Ein Frankfurter Antrag hierzu geht dahin, in einer Kommission von Vertrauensmännern und Vorstandsmitgliedern eine Verständigung über die Höhe des Beitrages herbeizuführen. Louis Sachs bittet den Antrag des Vorstandes anzunehmen. Der Beschluß müsse alsdann den Ortsgruppen mit einem Appell mitgeteilt und die Ortsgruppen unter Bezugnahme auf die große Sache, um die es sich handelt, ersucht werden, eine größere Beitragszahlung zu leisten. Es sei alsdann eine ständige Kommission unter Mitwirkung der Ortsgruppen einzusetzen, um über die Deckung des Defizits, das durch zu geringe Leistungen einzelner Vereine entstanden sei, zu beraten. Eine Sammlung zu diesem Zwecke, die in Berlin veranstaltet würde, würde sicher auch von Erfolg sein. DerVorsitzende stellt beide Anträge, Mindestbeitrag Mk. 3.— und Einsetzung eines Komitees von 5 Mitgliedern zur Führung der Verhandlungen, zur Abstimmung. Auf Antrag des Rechtsanwalt Dr. Geiger und Louis Sachs wird über beide Anträge getrennt abgestimmt. Antrag \ wird gegen H Stimmen angenommen. Antrag 2 gelangt einstimmig zur Annahme.