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Liberales Judentum · 1910-08-01 · Heft 8-9 (August 1910) · p. Seite 176

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Journal
Liberales Judentum
Volume
2 (1910)
Issue
Heft 8-9 (August 1910)
Date
1910-08-01
Page
Seite 176 (sequence 8)
Language
German
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176 Are Nürnberger Versammlung — Protokoll Anzeigen sei sie bei ihrer großen Verbreitung ein sehr geeignetes Organ. — Wenn die große Zahl der allgemein wissenschaftlichen Artikel als Fehler hingestellt werde, so sei er anderer Ansicht. Solche Artikel seien noch nicht zu viel erschienen. Allen praktischen Fragen müsse die prinzipielle Erörterung Vorangegangen sein. Man wisse noch nicht überall, um was es sich handle. Der liberale Gedanke, seine geschichtliche und wissenschaftliche Berechtigung müsse vorerst hinausgetragen werden, besonders in die kleineren Gemeinden. Man möge doch die Macht des Geistes nicht verkennen. Alle großen historischen Wandlungen, alle Reformationen der geistigen Kultur feien nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten durch die Macht des Gedankens hervorgerufen worden. Die französische Revolution sei durch die Werke der Enzyklopädisten angefacht worden. Die großen leitenden Gedanken, nicht die populäre Erörterung von Einzelfragen tun uns vorerst not. Dies fühlten instinktiv all die bisherigen Mitarbeiter, da es sie nicht zur populären Besprechung von Einzelfragen, sondern zu prinzipiellen Erörterungen reizte. Man möge aber doch der Redaktion die gewünschten populären Artikel und Berichte zur Verfügung stellen. Aufseeßer-Nürnberg: Alle für die Zeitung notwendigen Mitteilungen sind leicht zu beschaffen, wenn es bei den Mitarbeitern und bei den Mitgliedern der Vereinigung nicht am guten willen und an einiger Bemühung fehle. Rabbiner Dr. Norden-Llberfeld: praktische Abhandlungen über einzelne Punkte und Fragen seien nicht vorteilhaft, sie würden nur Streit erregen. Rabbiner Dr. Kaelter-Danzig empfiehlt eine ständige Rubrik für Reformen und liberale Einrichtungen in den einzelnen Gemeinden. Rabbiner Dr. Freudenthal- Nürnberg: Es sei sehr schwer, einen allgemeinen Artikel richtig zu beurteilen; das beweise der Artikel „Liberaler Kultus" von einem jungen Rabbiner in Heft 6 und 7. Von einer Seite sei von diesem Artikel gesagt worden, daß die Ausführungen sehr schwer verständlich seien, von anderer Seite sei gesagt worden, daß man von dem Artikel begeistert sei. Der Vorsitzende faßt die bisherigen Ausführungen zusammen: es sei allgemeiner Wunsch, die Zeitschrift zu popularisieren, d. h. praktische Fragen in größerem Umfange zu bringen, Berichte aus den einzelnen Gemeinden und Annoncen aufzunehmen. — Gegen diese Feststellung erhebt sich kein Widerspruch. Was sodann die Wanderredner betrifft, so betont der Vorsitzende, daß die Vereinigung nur das Honorar und die Reisekosten vergüte, daß die Ortsgruppen jedoch die lokalen Unkosten zu tragen haben. Rabbiner Dr. pinkuß-Heidelberg wünscht, daß bei Versendung von Wanderrednern es so eingerichtet werde, daß derselbe Herr mehrere Nachbargemeinden besuchen könne, und zwar auch aus Gründen der Sparsamkeit. Der Vorsitzende bittet aus demselben Grunde, daß geeignete Herren und Damen, die sich sicherlich in den Gemeinden beftnden, Vorträge halten sollten. Es könnten dies Laien, Juristen, Aerzte, Kaufleute usw. mit sehr gutem Erfolge tun. Unsere Gegner verfahren in gleicher weise. — Hierzu stellt der Vorsitzende die Anträge Elberfeld zur Beratung. Sie lauten: 1. Der Vorstand wolle ein Normal- Statut für die einzelnen Ortsvereine ausarbeiten. 2. Zur Förderung der Arbeiten unserer Vereinigung sollen provinzialgrupxen gebildet werden, welche die zur Provinz gehörigen Ortsgruppen, etwa jedes halbe

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