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Liberales Judentum · 1910-08-01 · Heft 8-9 (August 1910) · p. Seite 175

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Journal
Liberales Judentum
Volume
2 (1910)
Issue
Heft 8-9 (August 1910)
Date
1910-08-01
Page
Seite 175 (sequence 7)
Language
German
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Are Nürnberger Versammlung — Protokoll 175 unterstützen und ihm feuilletonistische und belletristische Arbeiten einsenden oder andere hierzu veranlassen. Er wolle solche Arbeiten gern für die Monatsschrift verwerten. Rabbiner D r. Vogel st ein- Stettin erklärt sich mit den Ausführungen des Vorredners einverstanden, bittet jedoch, praktische Fragen kurz und populär in der Monatsschrift zu behandeln. Er fordert hierzu die Rabbiner auf, die ja am meisten dazu berufen seien. Rechtsanwalt Dr. Rudolf Geiger-Frankfurt a. M. teilt mit, daß die Frankfurter Herren, womit er persönlich nicht einverstanden sei, wünschten, die Zeitung lukrativer zu gestalten, indem man sie alle zwei Monate erscheinen lasse. Die Frankfurter Herren machten ferner durch ihn den Vorschlag, einen Annoncen-Teil der Zeitung beizufügen. Er wisse zwar, daß die Einführung einer Annoncen-Aufnahme ihre Schwierigkeiten habe, diese aber seien zu überwinden. Man brauche nur gegen wenig Geld einen Annoncen-Redakteur zu engagieren. Was den Inhalt der Zeitschrift betreffe, so bemängle er schon rein äußerlich den Namen und den Titel der Zeitung. Ls hätte nicht heißen dürfen: Organ für die Vertretung der religiösen Interessen des Judentums.-Die Popularisierung der Monatsschrift sei nicht so zu verstehen, daß man auf ein tieferes Niveau hinabsteigen solle, sondern es solle die Zeitung ein vornehmes Organ bleiben, aber gewissermaßen eine Ergänzung der Allgemeinen Zeitung des Judentums sein. — Der Hauptfehler liege jedoch wo anders. Seit zwei Jahren seien mit nur zwei Ausnahmen Artikel erschienen, die immer wieder zum Inhalt hatten: „was soll, was will die liberale Vereinigung" oder „die Ziele der Vereinigung" usw. Mit solchen Aufsätzen hätte man warten sollen bis Angriffe von Gegnern erfolgen und sie dann als Antwort bringen sollen, aber sie nicht vorweg nehmen. Man hätte praktische Fragen behandeln sollen, Lösung solcher Fragen in den einzelnen Gemeinden, Abänderungen des Gottesdienstes, Fragen des Beerdigungswesens, Berichte über fortschrittliche Institutionen in den Gemeinden. Die hohe warte, der wissenschaftliche Charakter sollen gewahrt bleiben, aber die Zeitung solle zugleich popularisiert werden. Der Vorsitzende bemerkt hierzu: Berichte sind nicht mehr zu erlangen gewesen, als die Zeitschrift gebracht habe. Man habe sich nach allen Richtungen hin gewandt, um solche Berichte zu erhalten. Er bitte die Anwesenden, zu Hause dahin zu wirken, daß solche Berichte eingesandt werden. Der Name sei nicht mehr zu ändern. — Mit einem Annoncen-Redakteur wolle man es versuchen. Hierbei sei jedoch zu berücksichtigen, daß nicht alle Annoncen Aufnahme finden könnten, und daß die Redaktionskommission sich das Recht Vorbehalten müsse, unter den Angeboten eine Auswahl zu treffen und ungeeignete Annoncen zurückzuweisen. Er bitte die Anwesenden, die ja sicher einen großen Bekanntenkreis von Fabrikanten, Industriellen usw. besitzen, diese zu veranlassen, Annoncen einzusenden. Rabbiner Dr. Seligmann- Frankfurt a. M.: was die Annoncen betreffe, so sei diese Frage von ihm selbst schon in Breslau angeregt worden. Er habe an alle größeren Expeditionen Deutschlands geschrieben, und die Herren unserer Expedition Voigt & Gleiber haben sich gleichfalls die erdenklichste Mühe gegeben, um Annoncen für die Monatsschrift zu erlangen, aber ohne Erfolg und zwar vor allem darum, weil sich die Redaktion Vorbehalten müsse, die Annoncen, die nicht geeignet seien, zurückzuweisen, und weil die Zeitschrift nur alle Monat einmal erscheine, aber für die liberalen Gemeinden müsse die Monatsschrift bei Ausschreibung von Vakanzen rc. das offizielle Organ werden. Auch für buchhändlerische

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