Mannheim
Compact Memory

Liberales Judentum · 1910-02-01 · Heft 2 (Februar 1910) · p. Seite 40

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
2 (1910)
Issue
Heft 2 (Februar 1910)
Date
1910-02-01
Page
Seite 40 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3126481-3126526-3126529--0454-3127233
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

40 Knchrrfcharr o o o a Urteil gegenübergestellten Thesen nicht eingehen, habe dies aber später nachgeholt in dem literarisch-kritischen Anhang zum I. Bande meines Handbuchs (S. 662 ff., zu § 30), welcher der Neugestaltung der protestantischen und katholischen Theologie in der Aufklärungszeit die Humanitätsreligion des modernen Judentums zur Beite stellte. Die im ersten Bande ((880) niedergelegte Anschauung ist dann im dritten Bande weiter durchgeführt in § 3^: jüdische und christliche Theologie in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Es ging nicht gut anders an, wenn ich Ihren Lesern die Gründe mitteilen wollte, weshalb ich für die heutigen Ausführungen ihre freundliche Beachtung erbitte, als daß ich dabei auf diese älteren Arbeiten zurückgriff. Ja, ich glaube schließlich sogar noch etwas weiter zurückgehen zu müssen, nämlich auf den (aus einem halbjährlichen Aufenthalt in Jerusalem (862 erwachsenen) Aufsatz über das jüdische Jerusalem, welcher in den Reisebriefen über das damalige Msterfest (in Gelzer's protestantischen Monatsblättern) der gleichzeitigen Schilderung des katholischen, evangelischen und mohammedanischen Jerusalem sich anreiht. Diese Reisebriefe sind in einer seit einem Menschenalter eingegangenen Zeitschrift erschienen und ich habe vor der Ueberzahl anderer Arbeiten nie die Zeit zu einer separaten Ausgabe gefunden; daß die darin niedergelegten Gedanken mich aber speziell mit Bezug auf die jüdische Theologie niemals losgelassen haben, führte sich teils auf das klassische Werk meines Lehrers Diestel über das alte Testament in der christlichen Kirche zurück, teils auf die immer neuen Anregungen meiner Leidener Freunde Kuenen und Rauwenhoff. Von dem ersten Jahrgang ihrer Theologisch Tijdschrift an haben beide die wissenschaftliche jüdische Literatur in einer Weise berücksichtigt, wie es damals in Deutschland noch nirgends der Fall war. Ls würde sich noch heute lohnen, ihren (in dem Artikel „Zum Jubiläum Abraham Kuenens" Protest. Kchztg. (878, Nr. 3( Zusammengestellten) Rezensionen im Einzelnen nachzugehen, Hier aber genüge die Bemerkung, daß in ihnen das Vorbild liegt, welchem auch die heutige Nachlese fünfzigjähriger Untersuchungen über „die interkonfessionellen Kreuz- und Uuerwege" nachzufolgen bestrebt war. Mit bestem Danke für die Aufnahme der nunmehr folgenden in der Frankfurter Zeitung fortgefallenen Ausführungen verbleibe ich Ihr hochachtungsvoll ergebener F. Nipp old. M b e r u r s e l, Febr. (9(0. -r- Zu 7X1. Ohilippson, Neueste Geschichte des jüdischen Volkes. Der als Historiker längst erprobte Verfasser der Geschichte der katholischen Restauration und Biograph Kaiser Friedrichs hat für dieses "sein jüngstes Werk aus dem wohl einzigartigen Schatze geschöpft, welcher ihm von Kind an durch seinen Vater, Ludwig Philixpson, eröffnet war. Kaum minder wichtig als diese Sachkenntnis ist jedoch gerade für ein derartiges Werk der weite Horizont gewesen, welcher ihm fast durchweg ein billiges Urteil ermöglichte, auch da, wo es sich wohl um die Fehler und Schäden im eigenen Lager handelte, wie um die Motive der von sehr verschiedenen Gesichtspunkten aus seine Ideale bekämpfenden Gegner. Es ist eine seltene Ausnahme, daß der den Verfasser obenan leitende Gesichtspunkt ihn die andern Erscheinungen übersehen läßt, welche — neben dem von ihm umspannten, doch verhältnismäßig kleinen Gebiete — für die allgemeine Geschichte ebenfalls in Betracht gezogen werden müssen. Doch glaube ich wenigstens als einen solchen Ausnahmefall das Votum I, S. ^(, über das Königreich Sachsen nicht außer Acht lassen zu sollen: „von einer engherzigen lutherischen Bevölkerung bewohnt, zeigte sich dieses „protestantische Spanien" allen Forderungen der neuen Zeit auf dem Gebiete der Gewissensfreiheit unzugänglich." Daß die „Bevölkerung" Sachsens „engherzig lutherisch" sei, daß gar Sachsen und Spanien unter eine und dieselbe Kategorie fallen sollen, wird der Verfasser bei näherer Erwägung schwerlich aufrecht erhalten wollen. Dagegen dürfte gegenwärtig kaum noch ein wirklicher Sachkenner dem Urteil über Gentz (S. 87) etwas abdingen: über „den käuflichen Generalsekretär des Kongresses, den ebenso geiftf'.:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.