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Liberales Judentum · 1909-01-01 · 7 (1909) · p. Seite 162

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
1 (1908-1909)
Issue
7 (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 162 (sequence 18)
Language
German
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SüchrrschÄN o o o o 162 Du bringst den schwarzen Tod in diesen Grund, Bist selbst der schwarze Tod, pack dich, du Hund!" Und schlägt nach ihm, als sei's ein wildes Tier, Der Alte stürzt davon und stöhnt: „Auch hier!" Am andern Tag fand man die drei erstarrt, Hat tief im Heidegrund sie eingescharrt. — Den Iudenkirchhof nennt das Volk den Drt, So still, so ruhvoll friedsam ist es dort. Hamburg. Jakob Loewenberg. Büdierfdiau. Judentum und moderne MrLLanfchammg von Ar. Int. FewKswitz, Nabdiner in Schneidemühle Frankfurt a. M. 1909 VII und 146 Seiten. Ts ist mit Freuden zu begrüßen, daß in neuerer Zeit vonseiten unserer jüngeren jüdischen Theologen immer mehr auch den vielen aktuellen religionsphilosophischen Problemen in selbständiger Forschung näher getreten wird. Als ich im Jahre ^890 einen kleinen derartigen Versuch über die Gottesidee zu machen wagte, fühlte ich mich noch wie ein einsamer Wanderer auf lang verlassenem, verödetem j)sade. Das ist nun doch glücklicherweise anders geworden, wie auch die Tendenz der vorliegenden Schrift dartut, die das Verdienst für sich in Anspruch nehmen darf, im Hinblick auf die großen Fragen nach „Wesen und Aufgabe der Religion", „Ursprung der Religion", „Ursprung der Moral", „Entwicklung der Moral" u. a. anregend und vielfach auch wirklich belehrend zu wirken. So wird man sich gewiß ohne weiteres einverstanden erklären mit Sätzen^ wie: „Der innerste Kern des Glaubens wird oft da sichtbar, wo er in seiner reinsten und höchsten Form zur Erscheinung kommt" (S. \2), oder „Soviel Furcht in einer Religion wirksam ist, so viel Aberglaube ist in ihr zu finden. Die Worte: „Gott ist mit mir, ich fürchte nichts" sind dagegen der vollkommene Ausdruck reinster Frömmigkeit" (S. 20); oder mit der Ausführung über die Bedeutung der Wundererzählungen der heiligen Schrift, wonach sie nicht grade eine Negierung der Gesetzmäßigkeit der Natur ausdrücken wollen, vielmehr nur, „daß die Natur nicht souverän neben Gott existiert, sondern ihre Kräfte dem Willen Gottes gehorchen", wie ja die heilige Schrift selber „die ewige Geltung der Naturgesetze" mit Nachdruck behauptet (S. 59); oder mit der Bemerkung, daß die Psychologie als solche für den Fall der Annahme der Unsterblichkeitslehre auch die Unsterblichkeit des Niedrigen und Schlechten in der menschlichen Seele ebenso energisch behaupten müßte, wie die Erhaltung des Edlen und Verehrungswürdigen, während die Religion den moralischen Forderungen des Gemüts entsprechend dem Tode eine läuternde und reinigende Kraft zuschreibt, sodaß nur das Gute und Kostbare der Seele erhalten bleibt (S. 60); oder wenn gesagt wird: „In dem Glauben an die Unsterblichkeit unserer Nächsten triumphiert die Liebe über den Tod" (S. 85). Recht hübsch wird man auch Gedanken finden, wie S. 9\: „Wir begegnen bei einem Teil der heidnischen Völker dem Kultus heiliger Tiere. Das Tier wird also über den Menschen gestellt. Das konnte geschehen, weil man das Besondere und Auszeichnende am Menschen, seine sittliche Natur, noch nicht genügend beachtete und ihn ausschließlich nach seinen körperlichen und animalischen Qualitäten beurteilte. Solange aber Körperkraft, oder sonstige körperliche Eigenschaften als das Wertvolle galten, konnte märt einzelne Tiere, die ihn in dieser Hinsicht übertrafen, höher als den Menschen schätzen." Beifällig muß auch aufgenommen werden, was der ver-

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