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Liberales Judentum · 1909-01-01 · 6 (1909) · p. Seite 133

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
1 (1908-1909)
Issue
6 (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 133 (sequence 13)
Language
German
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o o o © Nr. Norden: Usch einmal die Saddatfrage 133 soweit sie nicht dem Geiste der Zeit und der Gesellschaft widersprechen. Mir liegt die Gr- Haltung des Judentums und seine politische Gleichberechtigung am Herzen. Gs ist die höchste Zeit, in der Sabbatfrage die Orthodoxen aufzuklären, die Indolenten aufzurütteln und die intelligenten Juden im gleichen Bestreben zu sammeln. Gs wäre ein schöner Beruf, dieser Aufgabe trotz allen damit verbundenen Anfechtungen, Aergernissen und Aufregungen den Rest seines Lebens zu widmen. Sie können von diesem Briefe jeden Ihnen gut scheinenden Gebrauch machen. Verzeihen Sie meinen Freimut und genehmigen Sie die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. * Herr Kaufmann G u st a v £ e tr> y äußert sich folgendermaßen: Kattowitz, 20. November l908. Mit großem Interesse, aber nur teilweiser Befriedigung habe ich Ihren Artikel „Gin Wort zur Sabbatfrage" in der letzt erschienenen Monatsschrift für das liberale Judentum gelesen. — Ich darf wohl annehmen, daß Sie mir meine Offenheit nicht übel deuten, und in dieser Voraussetzung erlaube ich mir Ihnen nachfolgend meine Ansicht mitzuteilen, wenn Sie sich eingehend mit den tatsächlichen Verhältnissen beschäftigen und zu dem allein richtigen Resultat gelangen, daß es für einen sehr großen Teil unserer Glaubensgenossen beinahe zur Unmöglichkeit geworden ist, sich an der Heilighaltung und besonders der Andacht am Sabbat zu beteiligen, und dieses ein Grund mit ist, wenn sehr viele im Judentum demselben gegenüber mehr und mehr gleichgiltig werden, so habe ich erwartet, daß Sie die billige Forderung aufstellen werden, dem Bedürfnis Rechnung zu tragen und eine Andacht, a u ch am Sonntag, dem einzig freien Tage für Viele, zu schaffen; die Bedürfnisfrage dürfte wohl auch von vielen Strenggläubigen anerkannt werden müssen. Gs soll mich freuen, wenn diese Zeilen Ihnen, geehrter Herr Doktor, Veranlassung geben, den Gedanken in der nächst erscheinenten Monatsschrift zu vertreten. * Recht temperamentvoll schreibt Herr Benas Lev ^, der bekannte Repräsentant der Berliner jüdischen Gemeinde. Berlin W. so, 29. November 19O8. Fasanenstraße 69. .daß ich Ihren Artikel über die Sabbatfrage mit großem Interesse gelesen habe. Ich bin aber mit Ihrem Schluß und Ihren Gndsätzen gar nicht einverstanden. Sie führen sehr richtig aus, daß die Macht der Verhältnisse die meisten Juden gezwungen hat, den Sabbat zu einem Werktage zu stempeln. Sie heben ebenso richtig hervor, daß die selbständigen Männer und Frauen — ferner auch die jungen Männer und Mädchen, die sich in Stellungen befinden, und endlich noch unsere Knaben und Mädchen keinen Sabbat haben und ihn nicht haben können. Sie weisen schließlich darauf hin, daß, wenn der Jude an dem ihm einzig freien Tag sein religiöses Bedürfnis befriedigen will, er einen Tag zu spät kommt, da gibt es doch nur eine Schlußfolgerung — folglich müßt Ihr neben dem Sabbatgöttesdienst einen Gottesdienst am Sonntag einrichten. Glauben Sie wirklich, daß Ihr warmherziger Appell an die Männer und Frauen, an die Väter und Mütter nur einen einzigen nunmehr in die Svnagoge am Sabbat bringen wird? Sie haben mit Begeisterung für den Sabbat geschrieben — Sie haben aber mit Ihrem Schluß nur bewirkt, daß alles beim alten bleibt. In der heutigen Nummer des Jewish Chronicle heißt es wörtlich : Er. Norden of Elberfeld makes a power-

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